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Freitag, 17. Dezember 2010

UNICEF zeichnet die besten Fotografien 2010 aus

Unter den 10 besten Fotos des Jahres 2010: Mädchen aus Tansania beim morgentlichen Wasserholen / Foto, Danke!: © Christoph Gödan/Agentur Laif / Unicef-Preis: Das sind die Fotos des Jahres - S.10 - Fotografie | STERN.DE



Von den von UNICEF ausgewählten zehn besten Fotos des Jahres 2010 kommen vier aus Afrika. Drei davon behandeln das Schicksal von kleinen Kindern und erzählen eindrucksvoll von ihrem Leben.

Der STERN hat aktuell die preisgekrönten UNICEF-Fotografien in einer Fotoreihe veröffentlicht, aus der wir heute hier das 10. Bild zeigen. Es ist von © Christoph Gödan/Agentur Laif  und zeigt ein Mädchen aus Tansania, das schon im Morgengrauen auf dem Weg zur Wasserstelle ist. UNICEF stellt den deutschen Fotografen, der gerade im letzten Monat in Berlin mit dem Medienpreis der "Kindernothilfe" geehrt worden war, so vor:

"Christoph Gödan is specialized in portrait, feature and industrial photography for well-known magazines, customer magazines, annual reports and public relations for companies and NGOs. Since 2005 he has done several trips to Central and South Africa on various topics, like violence prevention in townships around Johannesburg or the nationwide campaign "Water for Africa" (Lions Club, Vodafone, German Red Cross and others), a three-week motorcycle trip from watering place to watering place near the border of Tanzania and Rwanda.
In a two-month-long trip through Tanzania and the Townships around Durban/South Africa in 2006 and 2007, the photographer has portrayed and interviewed more than 50 families, who are massivlye affected by AIDS & HIV. The destruction of traditional family structures by the AIDS pandemic was captured in his the work "The grand mothers". Old women were brought here in the focus, who have to educate a large number of Aids orphans in extreme poverty. Since 2007 this exhibition is touring almost without interruption through Germany and Switzerland and has been shown to over 15,000 people.
"The grand mothers" documentary was nominated in 2008 for the Unicef Photo of the Year Award. In 2010 this serie was selected on the shortlist of the Henri Nannen Prize and won First Prize at Mediaprize of German Kindernothilfe.
In spring 2011 C. Gödan will start a serie with interviews and portraits about township juveniles in and around Kapstadt, South Africa. Documenting their daily life."
Christoph Gödan bei der Preisverleihung im November 2010/ Foto: Kindernothilfe/Danke!



Mehr Informationen zum UNICEF-Preis, zu den Fotos und zur Situation der Kinder gibt es hier:


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Die Originalseite im STERN /Danke!

Montag, 10. Mai 2010

THEMA: Südafrika erwartet die Fußball-Welt



Jetzt sind es nur noch wenige Tage bis zur Fußball-WM in Südafrika  - Zeit, einen ausführlichen Blick in Richtung "Kap der Guten Hoffnung" zu riskieren: 

Jenseits von Krieg und Krisen
 Von Hadija Haruna/der Tagesspiegel
"...Drei Monate, drei Reporter, 13 afrikanische Länder und geschätzte 10 000 Kilometer Wegstrecke in einem Jeep. Das Abenteuer des ZDF-Projekts, das die Zuschauer im „heute-journal“, den Kindernachrichten „logo“, im Mittags- und im Morgenmagazin und auf Facebook miterleben können, heißt „Afrika Unplugged“. Im März starteten die drei Reporter Steffi Kuhn, Torge Bode und Dara Hassanzadeh ihre Reise in Dakar, mit dem Ziel, Südafrika zum WM-Start im Juni zu erreichen.
„Wir alle wissen noch immer viel zu wenig über diesen Kontinent“, liest man auf der Homepage des Senders. Und es stimmt: Wo die spärlichen Medienberichte über den Kontinent in Deutschland hauptsächlich von Krieg und Krisen handeln und meist ein wenig differenziertes Bild von den insgesamt 53 Ländern vermitteln, beabsichtigt das Projekt, „ein ungefiltertes und unvoreingenommenes Afrika- Bild zu vermitteln“. Gerade mit Blick auf die zu erwartende Berichterstattung zur Fußball-WM ein interessantes und mutiges Projekt. Die Idee dazu hatte Hassanzadeh. Er ist für die Facebook-Seite verantwortlich, Kuhn für Schnitt und Kamera, und Bode, Korrespondent im Landesstudio Hessen, kümmert sich um aktuelle Berichte..."
Eine ARD-Doku-Reihe zum ' Afrika -Schwerpunkt anlässlich der Fußball ...

Fußball-WM in Südafrika: Hehre Gedanken und segensreiche Absichten
 Von Roland Zorn, Zürich / FAZ.NET
"...Schließlich, machte er sein Publikum im Auditorium des „Home of Fifa“ glauben, sei ihm die 2004 nach Südafrika vergebene WM schon das oberste Herzensanliegen gewesen, als er 1998 erstmals zum Präsidenten des Weltfußballverbandes gewählt wurde. „Damals, als man nicht nur den alten Fifa-Präsidenten João Havelange, sondern auch mich weghaben wollte.“ Der „weiße Afrikaner“ hat sich danach gegen alle Widerstände und Gegenspieler durchgesetzt und dabei so manchen Skandal mit ihm in der Hauptrolle überstehen müssen. Inzwischen ist er, der sich früher in alles einmischte, was rund um den Ball geschah, so weit, seinem jetzigen Generalsekretär die konkreten Details anzuvertrauen.Jérme Valcke, der coole Franzose an der Seite des impulsiven Schweizers, referierte auch am Freitag, wenn Blatter allzu wolkig zu werden drohte, die Faktenlage. Und die sieht laut Valcke kurz vor der Ouvertüre zu einem großen Fußballabenteuer so aus: Die örtlichen WM-Organisatoren werden neunzig Prozent aller WM-Tickets verkaufen können. Blatter sprach gar von 95 Prozent. Damit werden die fast hundert Prozent an Eintrittskarten, die in Deutschland vor vier Jahren abgesetzt wurden, zwar verfehlt, doch dieses Verkaufsergebnis kann sich nach einem zähen Anlauf des Ticketingprozesses sehen lassen..."
Grills WM-Countdown: F... wie Fifa  

Sicherheitsprobleme in Südafrika: Behörden empfehlen Nationalelf neues WM-Quartier

Oliver Bierhoff: "Ich verlange von keinem, dass er mit mir weitermacht"
 Von Michael Rosentritt / der Tagesspiegel
"Einen Monat vor Beginn der Fußball-WM stellt Oliver Bierhoff seine Weiterbeschäftigung als Manager des Nationalteams zur Debatte. "Ich verlange von keinem, dass er mit mir weitermacht. Diese Verpflichtung gibt es nicht", sagte Bierhoff dem Tagesspiegel.
Angesichts der geplatzten Vertragsverlängerung für das Team von Bundestrainer Joachim Löw warnte Bierhoff vor Auswirkungen auf die WM-Vorbereitung. Zwar meinte Bierhoff: "Ich mache mir um Jogi Löw keine Gedanken, wenn er kein Bundestrainer mehr ist. Da wird es schon noch was geben." Was allerdings das Team der Betreuer anginge, wäre eine größere Planungssicherheit wichtig. "Es wäre für den einen oder anderen besser, wenn er wüsste, wie es nach der WM weitergeht. Viele Verträge liegen jetzt einfach mal da", sagte Bierhoff in dem Interview, das am Dienstag in der Druckausgabe des Tagesspiegel erscheint...."

Joachim Löw nominiert 27 Spieler für sein vorläufiges Aufgebot 
Fußball-Nationalmannschaft: Löw nominiert Kuranyi nicht für die WM 2010
Bundestrainer Löw: Schalke-Stürmer Kuranyi nicht bei WM dabei 
Nationalmannschaft: Diese Spieler profitieren von Kuranyis WM-Aus 

Fußball-Nationalmannschaft: Simon Rolfes sagt Joachim Löw für die WM ab 
DFB-Kader für Südafrika: Simon Rolfes sagt WM ab 
Fußball-WM in Südafrika: Adler bleibt zu Hause
Fußball-WM: René Adler fährt nicht nach Südafrika
Butt fährt offenbar mit zur WM
Fußball-WM: Butt rückt für Adler nach


Südafrika zählt die Tage bis zur WM
Von Claus Stäcker, ARD-Hörfunkstudio Südafrika / Tagesschau.de

"50 Tage vor der Weltmeisterschaft macht sich in Südafrika langsam so etwas wie Fußball-Fieber breit. Auf den Straßen nimmt die Zahl der Flaggen zu, Fans lernen den offiziellen WM-Tanz und die Behörden geben sich alle Mühe, die letzten Zweifler mit allerlei Spektakel zu beruhigen.Um die Welt zu überzeugen, lässt es die südafrikanische Polizei gern mal krachen, zuletzt bei einer Übung am Nelson-Mandela-Bay-Stadium in Port Elizabeth. Die Übung heißt "Crowd Control": Als Hooligans verkleidete Polizeischüler versuchen, gewaltsam ins Stadion zu kommen, ihre Kollegen halten sie erst freundlich, dann mit Schilden, Knüppeln, Wasserwerfern und schließlich lautstark explodierenden Tränengasgranaten ab. Sicherheit, so die Botschaft, ist 50 Tage vor dem WM-Anpfiff kein Thema mehr.Organisatorische Probleme hier und da stellen das Gesamtprojekt schon lange nicht mehr in Frage. Sogar höchst amtlich wurde das den Südafrikanern kürzlich beschieden, vom deutschen Außenminister: Wie für Deutschland werde die WM "ein großes Fest, ein großer Impuls auch für die Entwicklung" sein, sagte Guido Westerwelle..."
Nervtötend, aber Kult: Südafrikas Vuvuzelas
Streit um Fanmeilen in Südafrika
Südafrika vor der WM: Spielverderber am Kap  
Gratistickets für die Bauarbeiter bei der WM 2010 SÜDAFRIKA - Mondial 2010: 54.000 tickets gratuits pour les ouvriers en Afrique du Sud
Anstehen für die WM-Tickets
WM-Ticketverkauf über den Ladentisch

"Wir wollen volle Stadien in Südafrika"
Autor: Arnulf Boettcher/ Deutsche Welle.de
"..."Ich bin zufrieden über die Entwicklung, die in den letzten Jahren dort statt gefunden haben. Es ist auch keine Überraschung, dass man natürlich noch alle Hände voll zu tun hat, um das ein oder andere abzuschließen, etwa die temporären Maßnahmen in den Stadien, die im Übrigen fertig gestellt sind. Auch der Ticketverkauf beschäftigt uns, weil wir noch nicht ausverkauft sind. Es muss aber das Ziel bleiben, volle Stadien zu präsentieren. Und im Sicherheitsbereich sehe ich, dass die Vorbereitungen qualitativ wie quantitativ inzwischen einen Status erreicht haben, wo man sagen kann, es ist alles Menschenmögliche getan, um für WM-Besucher den wirklich notwendigen Sicherheitsstandard herzustellen."
Wo liegt das Problem bei der Ticketnachfrage?
"Es gibt mehrere Momente, die man sehen muss. Zum einen hat die Wirtschaftskrise viele davon abgehalten, die doch nicht ganz billige Reise aus Europa oder den anderen Kontinenten nach Südafrika anzutreten. Das betrifft auch eingefleischte Fußballfans, denn wir wissen ja, dass viele Fans im wirtschaftlichen Bereich nur limitierte Möglichkeiten haben. Die Diskussion um die Sicherheit wird sicherlich auch einen Beitrag geleistet haben, um den einen oder anderen, der vielleicht schwankend war, davon abzuhalten. Das Preisniveau der Tickets hat mehr für den nationalen lokalen Markt eine Rolle gespielt. Solche Preise ist man dort nicht gewohnt, um es ganz einfach zu sagen. Man darf auch nicht übersehen, dass wir einige Spielorte haben, die eben peripher gelegen sind wie zum Beispiel Nelspruit und Polokwane im Norden des Landes, wo man eben auch nicht so einfach hinkommt. Aber wir bleiben dabei. Unser Ziel ist es, die Stadien zu füllen und zwar mit verkauften Karten."..."
As Tensions Explode in South Africa, Free Visas for World Cup Guests  
Neuer Nahverkehr zur Südafrika-WM: Taxifahrer proben den Aufstand  

DFL kooperiert mit Südafrikas Liga

Kommentar: Südafrika zu Gast in Südafrika
Kommentar von Lars Spannagel / der Tagesspiegel
"Es sollte alles so werden wie 2006, als Deutschland die perfekte WM ausrichtete. Der Weltverband Fifa war zuversichtlich: Fußballfans aus aller Welt würden lange im Voraus alle Hotelzimmer in Südafrika buchen und die Stadien ausverkaufen. Erst jetzt, knapp zwei Monate vor dem Eröffnungsspiel, gestehen sich die WM-Organisatoren ein: Die Welt wird nicht zu Gast in Südafrika sein.
Zu teuer die Flüge, zu kalt der Winter am Kap, zu strapaziös die Reisen von Spielort zu Spielort, zu ungewiss die Sicherheitslage: Nur wenige Fans wollen ihren Nationalteams nach Südafrika folgen. Das Endspiel ist ausverkauft – aber sonst? Eine halbe Million Karten wartet noch auf Abnehmer. Und wenn es selbst für das Eröffnungsspiel zwischen den Gastgebern und Mexiko noch Tickets gibt, wie leer müssen die Stadien dann erst bei Partien wie Südkorea - Griechenland oder Algerien - Slowenien sein? Solche WM-Geisterspiele, bei denen nur das klägliche Tröten einiger Vuvuzelas zu hören ist, sind der Albtraum der Veranstalter..."

Afrika -Cup: Sperre gegen Togo vor der Aufhebung
Fifa-Chef Blatter vermittelt im Fall Togo 
Puma: "Die Teams aus Afrika lohnen sich" 



Shakira: "Waka Waka" für Afrika
WM-Hymne von Shakira überzeugt Südafrikaner nicht

WM-Song in Südafrika kein Hit
 Bild.de/Sport-Telegramm
"Die von Shakira und der populären südafrikanischen Band Freshly Ground gemeinsam gesungene offizielle WM-Hymne „Waka Waka“ („Time for Africa“) ist bei den Menschen im Gastgeberland durchgefallen. Der Song war am Wochenende im Radio zu hören, das Medienecho fiel anschließend vernichtend aus. Vor allem der aus Kolumbien stammende Latino-Superstar Shakira hat bei den südafrikanischen Fußballfans offenbar nicht den richtigen Ton getroffen. Die Hymne ist von Musik aus Kamerun inspiriert. Viele Südafrikaner seien nicht davon überzeugt, dass die Kolumbianerin die richtige Person, die erste Fußball-WM in Afrika zu repräsentieren, schreibt die Cape Times. "  

Omas vor, noch ein Tor!
Grills WM-Countdown: Maradona ist weiblich, 63 Jahre und spielt beim FC Oma
Surf für Straßenkinder in SÜDAFRIKA - Surf pour les enfants des rues à Durban
Afrika im Fußballfieber
Freitag ist Fußball-Tag in Südafrika  


WM in Südafrika: Grund zur Vorfreude oder zur Sorge?
Fußball-WM: Wie gefährlich ist Südafrika? 
Rassistenattentate gegen schwarze Townships in Südafrika verhindert - Afrique du Sud: la police déjoue un projet d'attentats contre des townships noirs
Südafrika: Rassisten wollen WM sabotieren
WM-Land Südafrika: Unruhe auf rechts außen
Service | Sichere WM in Afrika? Diskutieren Sie mit!

"Einfach nicht in die Townships gehen"
   von Christian Nürnberger/ZDF.de
"...An manchen Ecken in südafrikanischen Großstädten stehen Schilder, die mit der Aufschrift "Crime Point" davor warnen, dass es hier in der näheren Umgebung bald ungemütlich werden könnte. Roland Zorn, bei der FAZ für die WM-Berichterstattung verantwortlich, hat solche Schilder bei seinen Südafrika-Aufenthalten entdeckt. Schmunzelnd erzählt er davon bei der Podiumsdiskussion im ZDF. Seine Zuhörer - fast alles Journalisten aus dem Rhein-Main-Gebiet - schmunzeln mit.Mit Schildern dieser Art bekommt Südafrika seine Sicherheitsprobleme gewiss nicht in den Griff - denn: Es kommt sowieso anders als man denkt. Der versierte Straßengangster ist bestimmt auf keine "Crime Points" angewiesen, um seine Opfer zu finden. Oder anders - mit den Worten des Fußballtrainers Otto Pfister - gesagt: "Wenn du nachts an einem großen deutschen Bahnhof mit deiner Geldbörse wedelst, bist du sie genauso schnell los wie in Afrika."Sicher ist man nirgendwo. Aber ist man in Südafrika zur Fußball-WM noch unsicherer als andernorts? Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion reiben sich an diesen Thema, welches Uli Hoeneß vor einigen Wochen mit seiner Äußerung, die WM hätte nie nach Südafrika vergeben werden sollen, zusätzlich befeuert hatte...."  
We've lost our pride - Tutu
Tutu: South Africa is failing
Südafrika wartet weiter

Gautrain, Hochgeschwindigkeitsbahn in Südafrika für die WM 2010 - premier train rapide d'Afrique en service à Johannesburg
Bei Pretoria: Tote bei Zugunglück in Südafrika
Südafrika: Luxuszug entgleist: Zwei Tote, viele Verletzte  

Land mit Stolz und Würde - Nachrichten welt_print - Reise - WELT ONLINE

WM 2010: Afrika zwischen Triumph und Tragödie
 STERN.de

"Während der vergangenen sieben Jahre hat der Fotograf Michael Poliza einige Zeit in Südafrika gelebt. Das gegensätzliche Land gefiel dem Hamburger, die Publikationen, die es bislang gibt, hingegen nicht. Zu viele Klischees! Sein Buch über das Land am Kap sollte anders werden - und sich zudem von seinen bisherigen Arbeiten unterscheiden. Bislang beschäftigte Poliza sich hauptsächlich mit Tieren und Landschaften. "Jetzt wollte ich einen Schritt zur Seite gehen", sagt er. "Ich wollte mehr von dem Land zeigen, seiner Bevölkerung und der Kultur." In dieser Luftaufnahme zeigt Poliza einen Strandtag an der Mündung des Flusses Onrus, westlich der Stadt Hermanus..."

Durban, Johannesburg oder Kapstadt: Wer ist die Schönste im Land?
Cape Town a showcase city
10 Things to do in South Africa – if you don't like football
Malcolm McLarens Soweto
South African special

Südafrika – Wikipedia 
Foto:Man blowing a vuvuzela in Cape Town/ Flowcomm/ Creative Commons attribution ShareAlike 2.0 /Wikimedia Commons

Dienstag, 27. April 2010

THEMA: Simbabwe hat Geburtstag - Gefangen nach 30 Jahren Unabhängigkeit



30 Jahre Unabhängigkeit in Simbabwe 
DW-World.de
"Als Simbabwe am 18. April 1980 unabhängig wird und Robert Mugabe wenig später als erster Premierminister an die Macht kommt, übernimmt er ein wirtschaftlich gesundes Land. Die Kornkammer Afrikas ist voller Bodenschätze, zudem ein beliebtes Reiseziel. 200.000 Weiße und Inder bilden das Rückgrat der Ökonomie. Für Mugabes Politik, Schwarze stärker in die Wirtschaft zu integrieren, zeigt die Welt Verständnis. Doch als der mittlerweile 86-jährige Despot vor 10 Jahren mit seiner Landreform beginnt und weiße Farmer brutal enteignen lässt, geht es mit dem Land bergab. Wirtschaftlich ruiniert und politisch isoliert - am 30. Jahrestag der Unabhängigkeit gibt es eigentlich wenig zu feiern..."

Simbabwes Regime feiert 30. Jahrestag 
Autorin: Dagmar Wittek/DW-World.de
"Der Traum von Freiheit und Wohlstand im ehemaligen Rhodesien ist ausgeträumt. Simbabwes einstiger Held, Präsident Robert Mugabe, ist zum Schurken verkommen. Simbabwe hat wenig Grund zum Feiern.Vor 30 Jahren wurde Robert Mugabe als Held der Nation und Liebling des Westens umjubelt. Heute finden nur noch Wenige positive Worte über den einstigen Freiheitskämpfer, der Simbabwe 1980 in die Unabhängigkeit von der britischen Kolonialmacht führte. Simbabwes Wirtschaft liegt in Trümmern und erholt sich seit einem Jahr, seit Mugabe mit der Opposition unter Morgan Tsvangirai eine Regierung der nationalen Einheit einging, nur schleppend. Die Arbeitslosigkeit liegt bei über 90 Prozent und Millionen Menschen benötigen Lebensmittelhilfe. Weit über drei Millionen Menschen sind ins Exil geflüchtet. Ihnen ist, wenn auch die Festivitäten in Simbabwe üppig ausfallen werden, überhaupt nicht nach Feiern zumute...
"Wir sind nicht unabhängig", sagt Edson T. (er möchte seinen Nachnamen nicht nennen - aus Angst vor Repressalien und Mugabes Spitzeln, die selbst in Südafrika operieren), während er Tee aus seinem Blechbecher trinkt. Er war einmal Soldat für Mugabes Truppen. Aber als sie vor 10 Jahren Farmland besetzen und die rund 4500 kommerziellen weißen Farmer, die weitgehend für Simbabwes Wohlstand verantwortlich zeichneten, mit Brutalität und Waffengewalt vertreiben sollten, desertierte er. Zunächst flüchtete er nach Botswana und seit zwei Jahren findet er in Johannesburgs Innenstadt in der Kirche der Methodisten Unterschlupf. Da er einen schweren Autounfall hatte, geht er auf Krücken und gehört zu denjenigen die eine leicht privilegierte Schlafstätte okkupieren dürfen: er teilt sich mit drei anderen etwa sechs Quadratmeter Linoleumboden, direkt vor einem nicht mehr funktionierenden Aufzug. Rund 1200 Exilsimbabwer kommen jede Nacht in der methodistischen Kirche unter. Sie schlafen im Flur, auf den Treppenstufen, in jedem freien Winkel des neunstöckigen, desolaten Gebäudes. Dennoch zieht Edson es eher vor hier zu sein, als in Simbabwe. "Zu Kolonialzeiten unter den Briten waren wir unabhängiger und freier als jetzt", meint der 50-Jährige. Damals gab es noch ein gut funktionierendes Bildungswesen und Krankenhäuser und Ärzte, die einen behandeln konnten. Die Briten hätten ihnen 1980 einen funktionstüchtigen Staat überlassen und die ersten fünf Jahre hätte Mugabes Regierung davon profitiert. Aber dann schon wären Repressalien gegen Andersdenkende und Korruption eingezogen. "Mugabe ließ über 20.000 Ndebele in Matabeleland umbringen", erzählt der sportlich aussehende Mann aufgebracht. Da habe keiner vom Westen gewagt den "neuen afrikanischen Held" zu kritisieren. Damals schon, urteilt Edson, habe Mugabe sein wahres Gesicht gezeigt..."
Simbabwe: Aus der Traum
Von Dagmar Wittek /FR-online.de 
"...Auch der 45-jährige Zhou hat hier lange gehaust. Tagsüber half er, die vielen gut qualifizierten Lehrer aus seiner Heimat in das südafrikanische Schulsystem als Aushilfen zu vermitteln. "Wir hatten das beste Bildungssystem Afrikas", sagt Zhou. Er war 20 Jahre Lehrer in Simbabwe. Als Simbabwe 1980 nach einem Guerillakrieg die Unabhängigkeit erlangte, war "Genosse Mugabe unser Held", denn er baute das Schul- und Gesundheitswesen aus. Simbabwe war das Vorzeigeland Afrikas. Aber schon Mitte der 80er Jahre zeigte Mugabe sein wahres Gesicht, seine Truppen ermordeten im Matabeleland mehr als 20 000 Menschen. Die internationale Gemeinschaft schwieg, offenbar wollte man nicht "den neuen afrikanischen Hoffnungsträger" kritisieren.
Als im Staat schließlich das Geld knapp wurde, begannen Korruption und Selbstbedienung durch Staatsbeamte. Und Mugabe hatte weiße Simbabwer als die Sündenböcke für die wirtschaftliche Krise ausgesucht. Er peitschte Landreformen durch, in deren Folge fast alle weißen Farmer des Landes vertrieben wurden. Die Kornkammer Afrikas, die in Hungersnöten Getreide liefern konnte, war geleert. Kritischdenkende Menschen wurden verfolgt.
Zhou ist vor fünf Jahren mit seiner Frau und zwei Kindern nach Südafrika geflüchtet. Inzwischen ist er Direktor der Schule der methodistischen Kirche, in der Flüchtlingskinder unterrichtet werden. Doch auch in Südafrika lebt Zhou nicht sicher. Er wurde Opfer von ausländerfeindlichen Attacken, die in Südafrika immer wieder aufflammen. Dennoch sagt er: "Ich lebe auch hier in ständiger Angst, aber es ist immer noch besser als im Terrorregime von Mugabe".
(K)eine Kindheit in Simbabwe
Autorin: Leonie March/DW-World.de

"...Vor allem die Kinder litten unter der Armut, erzählt die Großmutter. Viele sind Waisen, weil die Eltern an Aids gestorben sind. Sie haben keine Kleidung, nichts zu essen und können es sich nicht leisten die Schule zu besuchen. Deshalb hat Nyasha Chigora fünf Waisenkinder bei sich aufgenommen: "Ich verdiene ein bisschen Geld, indem ich für andere wasche und bügele. Das reicht gerade so, um das Schulgeld zu bezahlen und die Kinder zu ernähren."
 Die Schule von Mabvuku ist nur ein paar Straßen entfernt. Von den Gebäuden blättert der Putz, die Fensterscheiben sind zerbrochen oder fehlen ganz. Im letzten Jahr war sie für mehrere Monate geschlossen, wie etliche andere Schulen in Simbabwe, denn viele Lehrer haben ihr Land in der Krise verlassen. Jetzt wird wieder unterrichtet, in zwei Schichten, die Hälfte der Kinder vormittags, die andere nachmittags, weil es an Klassenzimmern und auch noch immer an Lehrern mangelt, erzählt die 13-jährige Calista. "Richtig lernen können wir hier nicht", sagt das Mädchen. Es gebe kaum Schulbücher und Hefte. Viele ihrer Mitschüler blieben ganz zu Hause, weil sich ihre Eltern das Schulgeld nicht leisten könnten. 90 Prozent der Bevölkerung in Vierteln wie Mabvuku sind arbeitslos, schlagen sich irgendwie durch, wie Kumbirai Kadyamalilo Tagarira, Mutter von sechs Kindern. "Arm waren wir schon immer", sagt die 40-Jährige, "doch in den letzten Jahren ist unser Leben noch viel schwieriger geworden." Das größte Problem in Mabvuku sei die Wasserversorgung. Vor rund drei Jahren ist sie zusammengebrochen. Sauberes Wasser gibt es seitdem nicht mehr. Das Abwasser läuft durch die Straßen auf denen die Kinder spielen. Viele sind schon an Cholera und anderen Durchfallerkrankungen gestorben. "Es ist einfach furchtbar", seufzt Frau Tagarira. "Erst gestern mussten wir wieder ein Kind begraben."..."
Investoren wenden sich von Simbabwe ab
Autorin: Katrin Ogunsade / DW-World.de
"...Deutsche Investoren wenden sich angesichts der jüngsten Enteignungspläne in der Wirtschaft von dem krisengeschüttelten südostafrikanischen Staat ab. Das berichtete der deutsche Botschafter in Simbabwe, Albrecht Conze, am Dienstag (30.03.2010) in der Hauptstadt Harare. Demnach hätten einige deutsche Wirtschaftsvertreter ihre Pläne rückgängig gemacht, eine Gruppe potenzieller Investoren nach Simbabwe zu bringen.  Ministerpräsident Morgan Tsvangirai, der seit Anfang 2009 Koalitionspartner Robert Mugabes in einer Regierung der nationalen Einheit ist, ist zwar gegen die Umsetzung des Gesetzes, das bereits 2008 verabschiedet wurde. Bislang konnte er sich allerdings gegenüber Mugabe nicht durchsetzen, der nach wie vor an seiner Macht festhält. Da das Gesetz auch für Töchter internationaler Firmen sowie für Neuinvestitionen gilt, sagen Wirtschaftsexperten einen weiteren Niedergang Simbabwes voraus. Derzeit Leben in dem Land etwa noch 20.000 bis 30.000 Weiße. Früher waren es einmal 200.000. "Erst nahmen sie uns die Farmen, dann die Firmen", klagte ein weißer Geschäftsmann in Harare..."

Simbabwe bittet Deutschland um Hilfe
Gewalt in Simbabwe: Mugabes Milizen misshandeln deutschen Priester  


Simbabwe drängt weiße Unternehmer aus der Wirtschaft 
Einheitsregierung von Simbabwe: ernüchternde Bilanz 
Weitere Enteignungswelle in Simbabwe? 
Simbabwe - weiße Unternehmer in Angst
Neue Welle der Gewalt in Simbabwe
Simbabwe: Explosive Stimmung

Zuma vermittelt in Simbabwe

China unterstützt Simbabwe: Die Milliarde aus dem Osten

Afrika: Simbabwe fiebert Fußball-WM entgegen

Wilderei in Afrika: Die Nashorn-Mafia von Simbabwe | ZEIT ONLINE

Foto: Robert Mugabe, President von Simbabwe, 2009/US-Navy, Sp. Jesse B. Awalt/Public Domain/Wikimedia Commons

Sonntag, 25. April 2010

THEMA: Welt-Malariatag - Afrikas schwere Krankheit



UPDATED 05. Mai 2010:

Jedes sechste Kind in Afrika stirbt an Malaria
(Sächsische Zeitung) Malaria fordert in Afrika Millionen Opfer
UN: 850 000 Menschen sterben jährlich an Malaria

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Heute ist Welt-Malaria-Tag. Noch so ein unnützer Gedächtnis-Tag, meinen Sie? Hier können Sie erfahren, warum das nicht so ist und dass es Hoffnung gibt:

Kampf gegen Malaria
DW-world.de
"...Der Weltmalariatag am 25. April will auf die Krankheit aufmerksam machen, an der jährlich etwa eine Million Menschen sterben, die meisten davon in Afrika. Ein Großteil davon sind Kinder unter fünf Jahren. Typische Symptome der Malaria sind Fieberschübe, Krämpfe sowie Magen- und Darmbeschwerden. In schweren Fällen treten auch Gehirnschäden oder Blutarmut auf. Die gefährlichste Form, die Malaria Tropica, kann bei Kindern in wenigen Tagen zum Tod führen. Auch im Westen Kenias sterben jährlich zehntausende Kinder daran..."
Die schlimmste Infektionskrankheit der Welt
Malaria zählt zu den drei schlimmsten Infektionskrankheiten der Welt. Alle 30 Sekunden stirbt noch immer ein Kind an Malaria. Jeder sechste Todesfall bei Mädchen und Jungen auf dem afrikanischen Kontinent geht auf die Tropenkrankheit zurück. Insgesamt kommen so jedes Jahr 750 000 Kinder durch das sogenannte Sumpffieber zu Tode, wie die Kinderhilfsorganisation Unicef und die internationale Kampagne „Roll Back Malaria“, die 1998 von der Weltgesundheitsorganisation und verschiedenen UN-Organisationen gegründet wurde, anlässlich des Weltmalariatages am 25. April berichtet. Dabei ist die Malaria so gefährlich, dass nach der Übertragung durch eine Anopheles-Mücke bisweilen nur wenige Stunden vergehen, bis der Infizierte stirbt. Auch wenn es keine Impfung gegen die Krankheit gibt, so ist sie doch heilbar. Und man kann sich vor einem nächtlichen Stich recht einfach schützen: durch ein Moskitonetz über dem Bett.
Seit dem Jahr 2000 sind nach Angaben der UN allein durch die Verteilung imprägnierter Moskitonetze mehr als 900 000 Todesfälle durch Malaria verhindert worden. Rund 150 Millionen Netze und 160 Millionen Dosen wirksamer Medikamente seien in dem Zeitraum bereitgestellt worden. Ziel sei es aber, die Versorgung flächendeckend auszuweiten, so eine Unicef-Sprecherin. Noch fehle es an ausreichenden Diagnosemöglichkeiten und medizinischem Fachpersonal. Denn rund 90 Prozent aller Malaria-Todesfälle entfallen auf Länder südlich der Sahara. Damit trägt eine der ärmsten Regionen der Welt mit den schlechtesten Gesundheitssystemen der Welt die Hauptlast der Epidemie.
Mindestens sechs Milliarden Dollar wären nötig. Mehr als 1,7 Milliarden Dollar flossen zwar 2009 in die Malaria-Eliminierung, Geld, das vor allem vom Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria, von der Weltbank, aber auch von der Bill & Melinda Gates Foundation stammt. Um die Malaria ausrotten zu können, wären aber nach Berechnungen von Fachleuten allein in diesem Jahr mindestens sechs Milliarden Dollar vonnöten.
Der Malaria-Erreger, ein einzelliger Parasit der Gattung Plasmodium, wird durch die Anopheles-Mücke übertragen. Sie ist in tropischen und subtropischen Regionen der Welt verbreitet. Der Erreger gelangt durch das Blut in die Leber, wo er sich - vereinfacht gesagt - vermehrt, zurück in den Blutkreislauf gelangt, dort die roten Blutkörperchen zerstört und dann weitere Zellen infiziert. (pps.)" Text: FAZ-NET(Artikel s.u.)

Mit Netz und Impfstoff gegen den Tod
von Meike Srowig/ZDF/Heute.de
"...40 Prozent des ghanaischen Gesundheitsetats werden für die Versorgung von Patienten mit Malaria ausgegeben. Auch aus diesem Grund werden hier seit Jahren Testreihen, mit einem ersten viel versprechenden Impfstoff durchgeführt. Man will vor allem die Kleinen schützen, denn sie sind es, die der mit Malaria infizierten Anopheles-Mücke meist schutzlos ausgesetzt sind. Als die ersten klinischen Tests 2004 starteten, waren alle Beteiligten noch sehr zurückhaltend. Inzwischen hat sich der Impfstoff als viel wirkungsvoller erwiesen als gedacht."RTS,S", wie der Impfstoff des Pharmaherstellers GlaxoSmithKline GSK heißt, wird inzwischen an elf Orten in Afrika getestet. 16.000 Kinder sind in der Zwischenzeit nicht nur in Ghana, sondern in sechs weiteren Ländern geimpft worden. Die Bill-and-Melinda-Gates-Foundation, die die Entwicklung des Impfstoffs durch Millionen an Spendengeldern erst richtig in Gang gebracht hat, kommt dem Ziel näher, das Bill Gates gerade neulich wieder in einer seiner ersten Twitter-Nachrichten wiederholt hat: Er will, dass die Malaria in Afrika besiegt wird. Inzwischen ist die zweite Testphase mit guten Ergebnissen zu Ende gegangen. "Nach 28 Jahren Entwicklungsarbeit werden wir schätzungsweise 2012 die Unterlagen bei der FDA einreichen", sagt Daria Munsel von GSK. Dann liegt es an der FDA, der amerikanischen Zulassungsbehörde, wann "RTS,S" auf den Markt kommen wird. GSK geht von einem Zeitraum zwischen 2013 und 2015 aus. Es wäre ein Erfolg und würde auch die Vereinten Nationen einem ihrer großen Millenniumsziele näher bringen, nämlich der Eindämmung von Malaria. Auch wenn die Frist 2015 für die Millenniumsziele sicherlich nicht eingehalten werden kann, so gibt es Hoffnung..."
Swaziland: Giftgaseinsatz für die Volksgesundheit
Von Peter-Philipp Schmitt/FAZ-NET
"...Thwathwa Mamba ist allein, und genau das bereitet ihr jetzt Sorgen. Die Männer mit den Sprühgeräten, sagt sie, trügen ihre Sachen zwar immer alle vor die Tür - das Bett und die Matratze, ihre wenigen Möbel und die Kochtöpfe genauso wie ihre Kleider. Aber sobald sie fertig seien, verschwänden sie einfach. Sie müsse dann zusehen, wie sie ihre Hütte wieder eingeräumt bekomme. „Und außerdem“, sagt die gebrechlich wirkende Frau, „soll das ja auch nicht gut für uns sein.“
Sie meint das Gift, das sich in den silbern glänzenden Tanks auf den Rücken der Männer befindet. Dichlordiphenyltrichlorethan, kurz DDT, ist ein mehr als umstrittenes Pflanzenschutzgift. Für Simon Kunene, den obersten Malariabeauftragten des Landes, ist es allerdings die einzige Chance, eine der schlimmsten Seuchen der Menschheit bis zum Jahr 2015 aus dem Königreich zu verbannen. Seit 1946 gibt es ein Malaria-Programm in Swaziland. Bis 1972 war das Sumpffieber dank DDT fast schon ausgerottet. „Doch dann“, sagt Kunene, „geriet die Situation wieder außer Kontrolle.“ Vor allem, weil die Regierung kein Geld mehr für die Malariabekämpfung ausgegeben habe. Mitte der neunziger Jahre war die Zahl der Erkrankten auf mehrere tausend gestiegen. Damals starben mehr als 200 Menschen jedes Jahr, inzwischen sind es nur noch eine Handvoll. „Dank DDT“, sagt Kunene. In seinem Büro steht groß an der Wand: „Malalaveva uyabulala“ - Malaria kann tödlich sein.
Dass man jahrelang vor allem in neue Medikamente und die Verteilung von Moskitonetzen für Betten investierte, habe nur Zeit gekostet. „Bevor die Menschen ins Bett gehen, werden sie doch schon ein halbes Dutzend Mal beim Fernsehen gestochen“, sagt Kunene. Wohl auch darum stockt die Ausgabe der Netze in Swaziland. Eigentlich sollen die Sprühtrupps jeweils zwei Personen pro Haushalt ein Netz geben, doch sie haben den teuren Malariaschutz nicht einmal dabei. Die Lieferung sei verspätet, heißt es lapidar dazu. So muss Phepsile Mamba vorerst weiter ohne Bettnetze für ihre Familie auskommen, Thwathwa Mamba hatte schon vor einem Jahr ein Netz bekommen, unter dem sie seither auch schläft. Selbst wenn das kein ausreichender Schutz ist, würde sie trotzdem lieber aufs jährliche Sprühen verzichten.
DDT gilt als krebserregend, und doch ist es im Kampf gegen die Malaria wohl das kleinere Übel. Dass es sich nach dem Sprühen im Boden anreichert und in die Nahrungskette gelangt, ist bekannt. Für die Mücken ist es schon tödlich, sobald diese sich auf den eingesprühten Wänden niederlassen. Den Mauern haftet das Gift monatelang an. Mittlerweile findet sich DDT - zum Teil stark angereichert - in den Körpern vieler Afrikaner. Die Weltgesundheitsorganisation aber empfiehlt seit 2006 wieder den Einsatz des Insektizids gegen die Malariamücken. Schon in der Stockholmer Konvention, von mehr als 130 Staaten unterschrieben, wurde 2004 festgelegt, dass unter anderem der langlebige organische Schadstoff DDT zur Bekämpfung von krankheitsübertragenden Insekten wieder verwendet werden darf...."
Südafrika: Verteufelter Schutz  
von Kai Kupferscmidt/Der Tagesspiegel
"...Deutschen Umweltschützern ist so ein Vorgehen ein Graus. „DDT ist ein furchtbares Gift“, sagt Carina Weber vom Pestizid-Aktions-Netzwerk und zählt die Risiken auf: Brustkrebs, verringerte Spermienzahl, Störungen des Hormonhaushaltes. „Und dabei sind uns viele Gefahren von DDT vielleicht noch gar nicht bekannt.“ Im südafrikanischen Fernsehen führte ein Wissenschaftler sogar den Fall von Caster Semenya, der 800-Meter-Läuferin, deren Geschlecht immer noch überprüft wird, auf die Benutzung von DDT in ihrer Heimat zurück. Auch der Umweltorganisationen wie Bund, Greenpeace und das Umweltbundesamt prangern DDT an. Nicht nur die Menschen seien bedroht. Weil sich DDT in der Nahrungskette anreichert, sehen Umweltschützer eine ökologische Katastrophe.
Dabei wurde DDT einst als „Wundermittel“ gefeiert. 1939 hatte der Schweizer Paul Hermann Müller entdeckt, dass die Chemikalie Insekten tötet. Es folgte ein beispielloser Siegeszug. DDT wurde im Kampf gegen Malaria, Typhus und andere Krankheiten eingesetzt. Millionen Menschenleben wurden gerettet. „Italien zum Beispiel ist heute malariafrei, weil dort nach dem zweiten Weltkrieg mit DDT gegen die Überträger vorgegangen wurde“, sagt der Toxikologe Andy Smith von der Universität Leicester. DDT galt als sicher. Amerikanische Soldaten entlausten sich, indem das Mittel zwischen die einzelnen Kleidungslagen gepustet wurde. 1948 erhielt Müller für seine Entdeckung sogar den Medizinnobelpreis..."

Anti-Malaria-Dekade wenig erfolgreich
Autorin: Asumpta Lattus/DW-World.de
"...Doch vor allem in Afrika fehlen funktionierende Gesundheitssysteme. Viele Länder haben nicht genügend Geld für Krankenhäuser, Ärzte oder eben Medikamente. Im Süd-Sudan zum Beispiel kommt ein Arzt auf 100.000 Einwohner und im Ost-Kongo gibt es kaum Straßen, so dass Malaria-Medikamente nur unter großen Schwierigkeiten zu den Kliniken transportiert werden können.
Manche regierungsunabhängigen Organisationen fordern daher eine neue Strategie: Die Menschen vor Ort sollen miteinbezogen werden. Die deutsche Hilfsorganisation Medeor etwa bringt Dorfbewohnern in Togo bei, was sie gegen Malaria tun können. Zum Beispiel, Sümpfe trocken zu legen oder Kunststoffbehälter wegzuräumen. Denn das sind beliebte Brutstätten für die Mücken, die Malaria übertragen.
Dabei ist den Medeor-Partnern aufgefallen, dass punktuelle Aktivitäten nicht reichen, weil die Nachhaltigkeit nicht gewährleistet ist oder das Monitoring, die längerfristige Beobachtung also,  sagt Susanne Schmitz von Medeor: "Und deswegen haben eben unsere Partner hier im Land die Entscheidung getroffen, dass man die Dorfgemeinschaften und die Dorfbewohner dazu bringen muss, sich aktiv in den Kampf gegen die Malaria einzubringen."
Doch trotz allem Engagement - Geld bleibt ein Problem. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wären jährlich fünf Milliarden Dollar nötig, um die Malaria auszurotten. Bisher hat WHO in zehn Jahren aber insgesamt nur 2,7 Milliarden bekommen. Das liegt auch daran, dass sich viele Länder nicht an ihre Zusagen halten - vor allem die reichen Industrieländer, denn dort ist Malaria kein Problem."



Impfstoffe: Hoffnung im Kampf gegen Malaria
Von Marcus Theurer, London/FAZ-NET

"...Der erste Malariaimpfstoff der Welt ist in greifbare Nähe gerückt. RTS,S heißt das Mittel, zu dessen geistigen Vätern Cohen zählt. Wenn er und seine Mitarbeiter nicht noch auf den letzten Metern scheitern, könnte es in wenigen Jahren einen Durchbruch im Kampf gegen Malaria bringen. „RTS,S hat das Potential, jedes Jahr Hunderttausende von Leben zu retten“, sagt der Tropenmediziner Christian Loucq, Direktor der Malaria Vaccine Initiative (MVI). Die von Microsoft-Gründer Bill Gates finanzierte Nonprofit-Organisation arbeitet zusammen mit GSK daran, den Impfstoff zur Marktreife zu bringen. Das 2001 geschlossene Bündnis war das erste seiner Art in der Pharmaindustrie.Dass die Entwicklung von RTS,S so lange gedauert hat, liegt auch daran, dass Forschungsgelder knapp sind. Medikamentenhersteller können mit solchen tödlichen Arme-Leute-Krankheiten kaum Geld verdienen. Den Patienten in der Dritten Welt fehlt dafür die Kaufkraft. GSK ist unter den großen Pharmakonzernen das einzige Unternehmen, das an einem Impfstoff gegen Malaria forscht.Lange Entwicklungszeiten sind in der Pharmaforschung nichts Ungewöhnliches, aber Malaria ist nicht nur aus finanziellen Gründen eine besonders schwer zu knackende Nuss. Der Erreger des durch Moskitostiche übertragenen „Sumpffiebers“ ist kein Virus, sondern ein Parasit, und bisher ist es noch nie gelungen, einen Impfstoff gegen Parasiten zu entwickeln. „Sie sind biologisch sehr komplex, und sie können die Immunabwehr des Körpers umgehen“, erklärt Cohen. Die ersten Krankheitssymptome – Fieber, Schüttelfrost und Übelkeit – machen sich meistens ein bis zwei Wochen nach der Infektion bemerkbar. Unbehandelt endet Malaria oft tödlich...Lange Entwicklungszeiten sind in der Pharmaforschung nichts Ungewöhnliches, aber Malaria ist nicht nur aus finanziellen Gründen eine besonders schwer zu knackende Nuss. Der Erreger des durch Moskitostiche übertragenen „Sumpffiebers“ ist kein Virus, sondern ein Parasit, und bisher ist es noch nie gelungen, einen Impfstoff gegen Parasiten zu entwickeln. „Sie sind biologisch sehr komplex, und sie können die Immunabwehr des Körpers umgehen“, erklärt Cohen. Die ersten Krankheitssymptome – Fieber, Schüttelfrost und Übelkeit – machen sich meistens ein bis zwei Wochen nach der Infektion bemerkbar. Unbehandelt endet Malaria oft tödlich.Die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) schätzt, dass jedes Jahr knapp 250 Millionen Menschen an Malaria erkranken. Im Jahr 2008 starben fast 900.000 Menschen an der Krankheit, die meisten davon Kinder unter fünf Jahren. Während die tückische Krankheit in den reichen Industrieländern längst ausgerottet ist, wütet Malaria trotz Fortschritten vor allem in der Südhälfte Afrikas noch immer. Auch die wirtschaftlichen Kosten sind hoch: Ökonomen schätzen, dass die Volkskrankheit in den besonders stark betroffenen ohnehin armen Ländern das Wirtschaftswachstum um rund 1,3 Prozentpunkte drückt. Es fehlt dort die Infrastruktur der reichen Länder zur Bekämpfung der Krankheit. Zudem ist der Erreger gegen früher wirksame Insektizide und Medikamente resistent geworden..."
Spender Bill Gates:

Ich habe einen Traum: "Ich möchte Afrika von der Malaria befreien"
 Aufgezeichnet von Andrea Thilo/  ZEIT.Online
Ich träume davon, dass es möglich wird, jedes Jahr eine Million Kinder vor dem Tod durch Malaria zu retten. Mit einem wirksamen Impfstoff hätten wir die Chance. Malaria ist eines der Grundübel, die Afrika in seiner Entwicklung blockieren. 85 Prozent aller Malariakranken leben dort. Besonders Kleinkinder unter fünf Jahren werden von der Epidemie dahingerafft. Malaria-Fieberschübe legen außerdem jedes Jahr 200 Millionen Erwachsene derart lahm, dass sie ihr Leben nicht mehr meistern können. Moskitonetze allein reichen nicht. Doch da, wo sie benutzt und parallel Antimückenmittel versprüht werden, wird es gelingen, die Zahl der Infizierten in den nächsten fünf Jahren immerhin zu halbieren.........Wenn wir Glück haben, könnte in acht bis fünfzehn Jahren ein Impfstoff zur Verfügung stehen. Ihn zu finden ist eine enorme Herausforderung, weil sich die Mücken und ihre Resistenzen immer weiter verändern. Zurzeit forschen gemeinsam mit der Bill & Melinda Gates Foundation weltweit über zehn Teams daran. Die einen sind schon sehr weit, andere gehen ziemlich verrückte Wege. Das deutsche Team im Fraunhofer Institut versucht etwa, ein Serum in einer Tabakpflanze im Gewächshaus zu ziehen. Warten wir ab, wer am Ende den Durchbruch schafft. Ich bin ein schrecklicher Optimist. Diese Kraft habe ich meiner Mutter zu verdanken. Sie hatte eine unglaubliche Energie. Was ich auch las, womit ich mich beschäftigte, immer bekam ich ein positives Feedback von ihr. Das gab mir Selbstvertrauen..."

Fußball-Legende Milla stürmt mit im Kampf gegen Afrikas Geißel Malaria 


Medizin: Kräuter-Export | ZEIT ONLINE  Wie deutsche Naturheilkundler den Kampf gegen Malaria behindern

Mumien-Analyse: Tutanchamun ein Opfer der Malaria?

Gefährliche Malaria Tropica: Erreger kommt von Schimpansen - taz.de

Tropenfieber: Malaria-Erreger bei Gorillas nachgewiesen 



Zur WM nach Südafrika: Malaria-Risiko eher gering


FOTOS: 1. Malaria Clinic om SMS in Tansania 2009/Jeffrey Gluck/Creative Commons License 2.0/Wikmedia Commons
2. und 3. Courtesy of GeekPhilosopher.com

Dienstag, 13. April 2010

THEMA: Staatsbesuch in Afrika - mit offenen Augen und Herzen gereist?


Foto: Schneiderinnen in Tengeru,Tansania 2007/Fanny Schertzer/GNU-free Documentations License 1.2/Wikimedia Commons

Fünf Tage lang bereisten Sie gemeinsam Afrika: Bundesaußenminister Guido Westerwelle und Entwicklungsminister Dirk Niebel. Im Tross mit dabei war auch Regisseur und "Oscar"-Preisträger Volker Schlöndorf, der seine individuellen Eindrücke diesmal auf einer kleinen Handkamera festhielt:

Das Gespräch führte Ute Schaeffer/DW-World.de
"...Man hat Sie im Laufe der Reise mit einer sehr kleinen Kamera  filmen sehen. Das waren Impressionen, vielleicht auch Inspirationen, was haben Sie denn hier aufgenommen? Was ist das, was man notiert, wenn man zwischen Dar Es Salam und Kapstadt unterwegs ist?

Das ist ein elektronisches Tagebuch. Das ist nur für mich, um mein Gedächtnis frisch zu halten – Eindrücke. Was mich immer wieder überrascht an Afrika, ist nicht das Elend, sondern das ist die Vitalität und die Lebensfreude, bis hin zu Townships, in denen es wirklich entsetzlich aussieht, wenn man von außen davor steht. Und wenn man sich dann in die Gässchen hinein bewegt und der Eine und der Andere lacht einem zu und schüttelt einem die Hand, und man fängt an zu sprechen, das sind die Momente die ich gerne festhalte, weil mich das in meiner eigenen Lebensfreude bekräftigt. Aber auch in Diskussionen, zum Beispiel gestern in Johannesburg mit Studenten, die vielleicht auch Filmstudenten werden. Dort merkt man, das ist ja nicht nur schwarz und weiß, sondern es sind alle Schattierungen dazwischen, also Inder und Asiaten, und wie eine solche Völkermischung eine immer größere Dynamik, mehr Energie und mehr Offenheit bringt. Dagegen leben wir (Anm. d. Red.: in Deutschland) ja fast schon in der Apartheid.

In Deutschland setzten Sie sich für die UFA-Studios ein. Wenn Sie auf die Filmindustrie hier schauen, es gibt "Nollywood", aber ansonsten gibt es in Afrika ja nicht viel. Wie sind da Ihre Eindrücke?

Hier in Südafrika gibt es schon eine richtige Filmindustrie, vor allem eine Dienstleistungsindustrie, weil viele Europäer und viele Amerikaner hier her kommen, weil es billiger ist. Das ist nicht so das, was mich interessiert. Mich interessiert – mit einer kleinen Videokamera – zum Beispiel in Ruanda mit den Studenten zu sehen, wie sie ihre eigenen Geschichten erzählen können. Da geht es nicht um die Technik, die kann heute jeder, sondern es geht darum: Wie erzähle ich eine Geschichte, wie baue ich das auf? Wie sehe ich mit meinen Schauspielern, dass sie nicht wie im Bauerntheater wirken, sondern dass sie möglichst eine dokumentarische Wahrheit haben. Das ist sehr schön, denn sie haben einen ganz anderen Rhythmus als wir.

Darauf zielt meine letzte Frage hinaus. Was unterscheidet afrikanisches Erzählen, mit einer ganz langen oralen Erzähltradition, von unserer europäischen Erzählweise?

Bei uns läuft immer alles auf Drama hinaus, manchmal auf Melodrama, möglichst in drei Akten strukturiert, und in Afrika ist es poetischer. Es ist der Erzähler, es ist ein "Sing-Sang", es ist ein Rhythmus, es muss nicht unbedingt zu einem Ende oder zu einem Höhepunkt kommen, sondern jeder Augenblick zählt für sich..."
Wie sehr eine solche hochoffizielle Reise wie die der beiden FDP-Bundesminister Mitreisende und Besuchte für lange Zeit prägen kann, das erfuhr Schlöndorf am eigenen Leib', allerdings nicht auf dieser Reise, sondern schon vor zwei Jahren als Gast des Bundespräsidenten:
"...Köhler mich vor zweieinhalb Jahren mitgenommen nach Uganda und Ruanda. Er hat ja einen missionarischen Eifer für Südafrika und er hat mich angesteckt. Es war eine ganz andere Reise. Da ging es in Flüchtlingslager und in Schulen und es hatte nicht so einen offiziellen, politischen Anstrich wie jetzt, aber ich bin da irgendwie hängen geblieben. Speziell in Ruanda, wohin ich inzwischen schon ein paar Mal zurückgegangen bin und angefangen habe, mich dort um eine kleine Filmschule zu kümmern. Dadurch war ich natürlich auch interessiert an diesen anderen Ländern, Tansania, morgen Dschibuti – da käme man ja nie hin – aber auch Kapstadt und Johannesburg, was wieder eine Entdeckung war. Man meint ja, wenn man 70 ist, dann kennt man sich in der Welt aus, und dann ist es immer wieder ganz anders, wenn man dort hin kommt..."
Irgendwie war alles ein bisschen anders als gewohnt bei diesem Antrittsbesuch der beiden deutschen Minister in Afrika: Zum einen treten dort europäische Staats-Besucher eher selten im Doppelpack auf (und nicht nur dort!). Zum anderen fand die Visite nicht das Echo, das man sich in Deutschland erhofft hatte: Die afrikanischen Zeitungen berichteten eher spärlich vom großen, völkerverbindenden  Auftritt der Bundesminister mit dem Goldesel im Gepäck - hier allerdings fand die ungewöhnliche Tandem-Exkursion der beiden FDP-Kontrahenten durchaus ein breites Medienecho. War das vielleicht der wahre Grund der Reise? 

Westerwelle/Niebel - Minister-Duo beehrt Afrika
Von FOCUS-Korrespondent Rainer Pörtner, Daressalam
"Zum ersten Mal überhaupt reisen Außen- und Entwicklungshilfeminister gemeinsam. Schon beim ersten Stopp der Afrika-Tour wird klar, wer Koch ist und wer Kellner...
...Um kurz vor neun Uhr am Donnerstagmorgen sitzen Westerwelle und Niebel im Fond einer schwarzen Mercedes-Limousine und fahren zum Palast des tansanischen Präsidenten. Gemeinsam betreten sie das einst von der deutschen Kolonialverwaltung in maurischem Stil erbaute Gebäude, gemeinsam werden sie von Jakaya Mirisho Kikwete begrüßt. Während der deutsche Außenminister und Vizekanzler mit dem Präsidenten an der Stirnseite des Raumes Platz nimmt, muss der Entwicklungshilfeminister auf einem Sofa an der Seite sitzen – genauso wie die anderen Mitglieder der Delegation aus Berlin.Präsident Kikwete erkundigt sich höflich: „Wie geht es Bundespräsident Köhler? Wie geht es der Kanzlerin?“ Westerwelle übermittelt die „herzlichen Grüße“ von Angela Merkel. Niebel rückt nach vorn an die Sofa-Kante. Er wirkt jetzt eher wie ein übereifriger Staatssekretär aus dem Auswärtigen Amt, nicht wie ein Minister.
Dieser Platz auf dem Sofa – eine Nebensächlichkeit, erzwungen durch das Protokoll – stört nur ein bisschen das Bild, das Westerwelle und Niebel so gerne vermitteln wollen: Der Außen- und der Entwicklungsminister gleichberechtigt unterwegs, vereint an der gemeinsamen Sache arbeitend. Ein Vorbild in der Außenpolitik, ein Vorbild aber auch für die zerstrittene schwarz-gelbe Koalition in Berlin. „Dass wir gemeinsam reisen, unterstreicht: Wir möchten eine Außen- und Entwicklungspolitik aus einem Guss“, sagt Niebel, „damit Deutschland in der Welt einheitlich wahrgenommen wird."..."
FDP-Minister: Neuanfang als Doppelpack 
Von Majid Sattar, Daressalam/Johannesburg
FAZ-NET
"...Auch ohne den äußerlichen Härtetest wird Westerwelle an diesem Tag erfahren, was Politik in Afrika heißt. Mittags trifft er den Außenminister Bernard Membe zu einem längeren Gespräch. Vor der Pressekonferenz scherzen die beiden miteinander, offenbar hat man sich gut verstanden. Westerwelle wird später sagen, Tansania sei „ein Stabilitätsanker“ in der Region. Beide Länder hätten ein dringendes Interesse daran, die Piraterie am Horn von Afrika zu bekämpfen. Dazu müsse die Staatlichkeit in Somalia wiederhergestellt werden. Membe dankt sodann Westerwelle für seine Bereitschaft, die Ausbildung somalischer Polizisten in Tansania finanziell zu unterstützen. Westerwelle reagiert nicht. Sein Sprecher wird später erläutern, sein Chef habe zugesagt, eine entsprechende Anfrage zu prüfen.
Membe aber bleibt bei seiner Lesart: Westerwelle habe ihm eine Zusage gegeben, bekräftigt er nach der Pressekonferenz. Dann widmet Membe sich der Wirtschaft, lobt die Chinesen, die keine Fragen und keine Bedingungen stellten, sondern einfach kräftig in den Kontinent investierten.
Das deutsche Regierungsdoppelpack reist am selben Abend nach Südafrika weiter. In Johannesburg hält Westerwelle beim Dinner der Außenhandelskammer Südliches Afrika im Country Club eine Rede und deutet das neue Afrikakonzept an, das die Bundesregierung zurzeit erarbeitet. „Wir nehmen den Kontinent doch allzu oft als Kontinent der Krisen, Konflikte und Katastrophen wahr“, sagt er. Nichts sei falscher als dieses negative Afrika-Bild. Und dann sagt er noch: Europa und sein Nachbarkontinent hätten eine Vielzahl gemeinsamer Werte und Interessen."



Von Johannes Dieterich/FR-Online.de
"...Schließlich sind die Parteifreunde an solchen Komplikationen auch selber schuld. Sie waren es, die unbedingt als Doppelpack in Afrika auftreten wollten: Das individuelle Maßnehmen wurde dadurch eher erschwert. Auch die Protokollabteilungen wurden vom fünftägigen Afrika-Aufenthalt des Duos vor ungewohnte Herausforderungen gestellt: Etwa als in Pretorias Präsidentenamt partout nur zwei Rednerpulte aufzutreiben waren, und Minister Niebel vor der Presse wie eine funktionslose dritte Säule in einem Torbogen zu stehen kam.Von ihrer Tandem-Fahrt versprachen sich die beiden Minister der Ressorts, die erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik von derselben Partei besetzt sind, eine besser abgestimmte Außen- und Entwicklungspolitik. Dagegen befürchten Kritiker die totale FDP-isierung der auswärtigen Beziehungen, was deren Reduktion auf eine Förderung des Außenhandels bedeuten könne. Wenn Westerwelle eine Reise tut, pflegt er tatsächlich wie eine Magnetnadel die deutschen Handelskammern in den jeweiligen Ländern anzusteuern - was auch in Südafrika nicht anders war. Außerdem stand noch ein Innovationszentrum in Pretoria, sowie ein Besuch auf der Gefängnisinsel Robben Island auf dem Programm.
Ein Township oder gar ein Hüttendorf, die Lebensmittelpunkte von 99 Prozent der Bevölkerung des Kontinents, bekam der Außenminister während seiner ersten offiziellen Afrikareise indessen nicht zu Gesicht. Überhaupt wäre es verwegen zu behaupten, dem FDP-Chef sei der unbequeme Erdteil in den fünf Tagen seines Besuchs irgendwie näher gekommen: Selbst seine vor der Johannesburger Handelskammer gehaltene erste größere Afrika-Rede fiel uninspiriert und innovationslos aus. Auch die Afrikaner haben den in überraschend flüssigem Englisch parlierenden Vizekanzler nicht unmittelbar ins Herz geschlossen: Die Tatsache, dass der Besucher einer Partei angehört, deren wirtschaftsliberale Ideologie für die jüngste katastrophale Krise zumindest mitverantwortlich gemacht wird, sichern dem FDP-Chef keine Sympathien. Ideologische Fragen würden bei Begegnungen auf Regierungsebene nicht debattiert, sagte Südafrikas Vizepräsident Kgalema Motlanthe nach einem Gespräch mit dem liberalen Gespann - um dann noch hinzuzufügen, dass er die soziale Marktwirtschaft für eine der besten deutschen Errungenschaften und "Karl Marx für den größten Denker aller Zeiten" halte. Das wollte der XXL-Gast doch nicht auf sich sitzen lassen: Marx sei gewiss "ein großer deutscher Denker" gewesen, räumte Westerwelle ein: In seiner Partei hätte er allerdings nichts zu suchen...." 
Das Duo Liberale kann mit Afrika nicht viel anfangen  / Von Johannes Dieterich, Johannesburg/ Stuttgarter Zeitung
"...Weniger Berührungsängste scheint Parteifreund Niebel zu haben: Zumindest in Südafrika kann er sogar auf seinen umstrittenen Kopfschutz, die Bundeswehrkappe, verzichten. Ohne Westerwelle wagt er sich auf den Fischmarkt in Daressalam (Tansania) und fällt mit seinem über 100 Teilnehmern umfassenden Tross über das Kapstädter Township Kayelitsha herein, wo er von der Bevölkerung mit "My President"-Gesängen empfangen wurde. "Das machen Sie ganz prima", sagt der Minister.
Niebel fordert schließlich "viele gemeinsame Projekte" zwischen Deutschland und Südafrika bei der Entwicklung des Kontinents: Von der Auflösung des Ministeriums, die noch im Wahlkampf auf seiner Fahne stand, ist keine Rede mehr. Einzelheiten der "Afrikapolitik aus einem Guss" sind auch aus ihm nicht herauszulocken: "Sollte es mehr als die Förderung des Außenhandels sein", meint ein kritischer Delegationsteilnehmer, "dann ist das bei dieser Reise nicht deutlich geworden.""
Deutschland in Südafrika zu Gast bei Freunden
von Ute Schaeffer/DW-world.de

"...Im Rahmen der bi-nationalen Regierungskommission wurden diesmal auch die bilateralen entwicklungspolitischen Regierungsverhandlungen durchgeführt. Mit 112 Millionen Euro wird die Bundesregierung in den kommenden zwei Jahren das Schwellenland Südafrika unterstützen. Das sei nicht nur gemessen an der Höhe der Gelder ein sehr gutes Ergebnis, betonte Entwicklungsminister Dirk Niebel, sondern vor allem auch wegen der vereinbarten neuen Vorhaben, die dahinter stünden. So soll Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit mit Südafrika in den kommenden zwei Jahren der Bereich erneuerbare Energien sein – mit einem Finanzvolumen von 75 Millionen Euro. "Das dient nicht nur einer besseren Energieversorgung Südafrikas und somit der Chance auf Wirtschaftswachstum und eine bessere Armutsbekämpfung", sagte Niebel. "Das dient ausdrücklich auch hervorragender Technologien, die man zum Beispiel in Deutschland erwerben kann."Die klaren Wirtschaftsinteressen Deutschlands, die hinter einem solchen Schwerpunkt stehen, versteckt der Entwicklungsminister nicht. Dann aber hebt er auf das zweite entwicklungspolitische Vorhaben ab, mit dem Südafrika im Bereich der Gesundheitspolitik unterstützt werden soll. Erstmals wurde die Bekämpfung von HIV/AIDS als gemeinsamer Entwicklungsschwerpunkt festgelegt...."
Afrika -Reise nach Tansania, Südafrika und Djibouti: Deutsche AIDS-Stiftung ...  Pressemitteilung zur Afrikareise der Minister

Fortsetzung Artikel DW-world.de:
"...Unterschiedliche Einschätzungen gab es nur bei wenigen Themen – wie zum Beispiel bei der Frage, wie die Lage in Simbabwe einzuschätzen sei. Während der südafrikanische Vizepräsident Kgalema Motlanthe den Journalisten die Frage danach erst gar nicht beantwortete, machte der deutsche Außenminister die Kritik am Regime Mugabe deutlich. "Wir betrachten die Lage unverändert mit einer großen Sorge", sagte Westerwelle...."

Westerwelle dankt deutschen Soldaten am Horn von Afrika 
Minister der FDP auf Anti-Piraten-Mission 

Dschibuti: Westerwelle: Piraterie beenden  

Deutsche Minister in Dschibuti
Autor: Hartmut Lüning/DW-World.de
"...Außerdem traf Westerwelle seinen dschibutischen Amtskollegen Mahmud Ali Jussuf, der Unterstützung für das deutsche Streben nach einem nichtständigen Sitz in einem neu strukturierten UN-Sicherheitsrat zusicherte. Sowohl in diesem Gespräch als auch in einer Unterredung mit Dschibutis Präsident Ismail Omar machte Westerwelle deutlich, dass jetzt alles getan werden müsse, um die Geiselnahmen durch Piraten aus dem Nachbarland Somalia zu beenden. Dazu sei es aber auch erforderlich, die international anerkannte Übergangsregierung in Somalia zu stabilisieren. gemeinsam mit Außenminister Westerwelle die deutschen Soldaten besuchen wollen. Allerdings musste Westerwelle wegen des kurzfristig verschobenen Gespräches mit dem Präsidenten seinen Besuch bei den Soldaten vorziehen, während Niebel noch den Bau eines SOS-Kinderdorfs in Dschibuti vereinbarte. Frühestens 2012 soll dafür der Grundstein gelegt werden. An das spendenfinanzierte Kinderdorf soll ein mit öffentlichen Mitteln unterstütztes Gesundheitszentrum angeschlossen sein. Dschibuti erhält wegen des relativ hohen durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens keine direkte Entwicklungshilfe aus Deutschland.Im Sommer soll zudem eine eigene deutsche Botschaft in Dschibuti eröffnet werden, um die wachsende strategische Bedeutung des Landes am Übergang vom Roten Meer zum Golf von Aden zu unterstreichen. Noch wird Dschibuti diplomatisch von der deutschen Botschaft im Nachbarland Äthiopien betreut. Auch Dschibuti will eine eigene Vertretung in Berlin einrichten..."

Deutsches Ministerduo in Afrika
von Ute Schaeffer/DW-world.de

"...Ein Signal sollte sie sein, die erste gemeinsame Reise von Außenminister Westerwelle und Entwicklungsminister Niebel. Ein Signal nach innen: in Richtung der eigenen Ministerien und deren Apparaten, sich künftig enger abzustimmen. Und ein Signal nach außen, in Richtung der Partnerländer. Das ist beides wichtig. Denn in den vergangenen zwei Legislaturperioden hatten sich beide Ministerien gerne hinter ihren eigenen Papierbergen und Strategierunden verschanzt. Die Abstimmung war unzureichend....

....Afrika wird die nächste Region sein, für die es ein solch gemeinsames Politikkonzept aller Ressorts geben soll. Damit werden Fehler der Vergangenheit im Umgang mit Afrika korrigiert. So wurden in den neunziger Jahren Botschaften und Goethe-Institute in Afrika geschlossen, das Engagement Deutschlands stark zurückgefahren. Politik mit Afrika – das war unter schwarz-gelben wie rot-grünen Bundesregierungen lange nur Entwicklungspolitik. Die ersten zehn Jahre nach der Wiedervereinigung war Deutschland außenpolitisch mit sich und den Nachbarn in Osteuropa befasst. Afrika nahm da nur einen Platz am Rande ein. Das war falsch.
Und wenig weitsichtig – denn damit manövrierte sich Deutschland ins Abseits. Selbst beim langjährigen Partner Südafrika hat China inzwischen Deutschland auf Platz zwei bei den Handelspartnern verdrängt. Die USA wollen im Jahr 2020 ein Drittel ihres Ölbedarfs durch Afrika decken. Kein internationales Thema lässt sich ohne Afrika lösen – von der Frage, ob Deutschland Ende des Jahres einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat erhält, bis zum Klimagipfel. Und Unruhen, wie die in Zentralnigeria oder die Piraterie vor dem Horn von Afrika, sind ein klares Zeichen: Afrikas politische Probleme sind Risiken für die Sicherheit Europas. 
Die Achsen der Weltpolitik haben sich dramatisch verschoben. Eine angemessene Politik gegenüber den Schwellen- und Entwicklungsländern muss Außen- und Wirtschaftspolitik, Sicherheit und Entwicklung zusammenbringen. Insofern ist die Absicht gut, aber die Praxis noch nicht erprobt. Ob die Abstimmung wirklich funktioniert, wird sich erst bei Streitfragen zeigen: Wie lässt sich, zum Beispiel in Afghanistan, wirkungsvoll der Druck erhöhen, wenn die Regierung die entwicklungspolitischen Ziele nicht erreicht? Was passiert, wenn aus sicherheitspolitischen Überlegungen weiter entwicklungspolitische Gelder in autoritäre oder korrupte Länder gepumpt werden? Dann muss es klare Konsequenzen geben, an die sich auch alle Ressorts halten. Das könnte in der Tat Deutschland außenpolitisch stärker machen, wenn das denn so passiert.
Einstweilen aber ist das Ganze erst mal nur eine politische Absicht, ein Signal an die Öffentlichkeit, hinter dem sich eine große realpolitische Baustelle verbirgt."
Die Wirtschaftsdelegation auf Westerwelles Afrika-Reise

Donnerstag, 8. April 2010

THEMA: Schwarz gegen Weiß? Südafrika, die WM und die alten Kampfeslieder (2)

 

Ein schneller Prozess für die beiden des Mordes am Rassistenführer Eugene Terreblanche angeklagten schwarzen Landarbeiter soll eine Eskalation der Stimmung zwischen Schwarz und Weiß verhindern helfen. Die Zeit drängt, denn es sind nur noch wenige Wochen bis zur Fußballweltmeisterschaft am Kap, wo Südafrika für den ganzen Kontinent glänzen will und muss. Doch die alten Wunden der Apartheid heilen sehr viel langsamer als ursprünglich gedacht und neue Verletzungen kommen tagtäglich hinzu. Dazu ein Bericht der Deutschen Welle:

Schwarz gegen Weiß? - Zwist in Südafrika 
Autor: Adrian Kriech/DW.de

""Ich habe gegen die weiße Vorherrschaft gekämpft", ruft Nelson Mandela den jubelnden Massen nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis 1994 zu. Und er fügt hinzu: "Ich habe gegen die schwarze Vorherrschaft gekämpft. Ich habe den Traum einer demokratischen und freien Gesellschaft gelebt, in der alle gemeinsam in Harmonie leben können." Der spätere Präsident Südafrikas hatte eine Vision. Nach 27 Jahren im Gefängnis und jahrzehntelanger Unterdrückung wollte er die Rassentrennung endgültig beenden, auch in den Köpfen der Menschen.
Seine Vision konnte er bis heute nicht verwirklichen, wie der Direktor des südafrikanischen Instituts für Gerechtigkeit und Versöhnung in Kapstadt, Fanie du Toit, weiß: "Wir hatten gedacht, dass die Kraft des Versöhnungsprozesses, die zu diesem Zeitpunkt besonders stark war, die Apartheid in einer relativ kurzen Zeit überwinden könnte. Aber jetzt sehen wir, dass es ein Kampf ist, für den wir ein paar Jahrzehnte kämpfen müssen."Fanie du Toit muss es wissen. Sein Institut hat letztes Jahr eine Umfrage veröffentlicht. Danach trauen vier von zehn Südafrikanern Menschen einer anderen Hautfarbe nicht. Fast die Hälfte der Südafrikaner haben danach keine echten sozialen Beziehungen mit Andersfarbigen. Viele Menschen lebten auch nach der Apartheid im selben Umfeld wie zuvor, so du Toit weiter. Es gebe ganze Stadtviertel nur für Schwarze und Stadtviertel für Weiße. Und die sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede hätten sich sogar verschlimmert. Ein weißer Südafrikaner verdient heute im Schnitt mehr als sieben Mal so viel wie ein Schwarzer.
Armut und Ungleichheit führen zu Konflikten – das nutzen einige Politiker aus. So provoziert der Führer der Jugendorganisation der Regierungspartei ANC, Julius Malema, immer wieder, singt öffentlich alte Lieder, die zum Töten der Buren aufrufen. Für Moeletsi Mbeki nur ein Versuch, von den wesentlichen Themen abzulenken. Moeletsi Mbeki ist der Bruder des ehemaligen Präsidenten Thabo Mbeki und leitet das Südafrikanische Institut für Internationale Angelegenheiten. Die Partei habe die wirtschaftlichen Versprechen nicht erfüllen können, die sie die vergangenen 16 Jahre gepredigt habe, so Mbeki weiter. "Darum sucht der ANC nach Sündenböcken, um sie für das eigene Unvermögen verantwortlich zu machen. Und einer der Sündenböcke ist offensichtlich: Die Weißen werden für das Versagen der eigenen Wirtschaftspolitik verantwortlich gemacht.""
Nach Mord an Burenführer: Spannungen nehmen zu

Zwei Landarbeiter in Südafrika angeklagt


Mord an Burenführer: Spannungen vor Prozess in Südafrika 


Terre'Blanche Murder Reveals South Africa Racial Divide



ANC youth wing defies party's call not to sing 'Shoot the Boer'

"Shoot the boers" - das Lied zum Mord 

ANC does a U-turn on Malema gag order
 

Extremisten heizen Klima in Südafrika an 

Supremacist's murder: 'Guys who killed him are our heroes' 



Terreblanches Volk: Die Buren sind der "einzige weiße Stamm Afrikas" 

Mord an Terre Blanche: Rechtsextreme ziehen Drohungen zurück

Das Ende eines Relikts
von Adrian Flint und Jil Payne/Übersetzung: Holger Hutt/Der Freitag"
"...Malema verkörpert alle Schwächen, mit denen Südafrika nach dem Ende der Ära Mandela zu kämpfen hat. Verhätschelt, bockig und offenbar nur gegenüber sich selbst verantwortlich, ist er die Antithese zu Mandelas Idee der Versöhnung. Die Kontroverse, die dem Verbot von „kill the boer“ vorausging und die Ermordung Terre’Blanches stehen stellvertretend für den Tod des Optimismus in Südafrika. Wir beklagen nicht den Verlust Terre’Blanches, wir beklagen den Verlust der Vision dessen, was beinahe Wirklichkeit geworden wäre.
In diesem Jahr sind die Augen der Welt auf Südafrika gerichtet. Nicht nur für das Land selbst, sondern für das gesamte südliche Afrika und vielleicht für das ganze Afrika südlich der Sahara ist von entscheidender Bedeutung, dass das Turnier zu einem Schaufenster all dessen wird, was seit 1994 erreicht wurde. Wer unter Thatcher aufwuchs und die Poll Tax Riots miterlebte, ist auch ein Kind der Kampagne zur Beendigung der Apartheid. Der Verlust des Idealismus in Südafrika trifft nicht nur die Südafrikaner, sondern alle, die glaubten, einen Anteil an der Verwirklichung des Post-Apartheid-Traumes zu haben.
Auch wenn Südafrika 2010 für alles Positive stehen sollte, was im Afrika des 21. Jahrhunderts möglich ist, gibt es große Unterschiede zwischen 1995 und 2010. Trotz aller Romantik war 1995 eine Phase echter Hoffnung, Erwartung und Antizipation. Das Südafrika von 2010 ist zunehmend zynisch, kurzsichtig und gespalten. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass der Geist der Rainbow Nation der Verdrossenheit eines zunehmend übersättigten und selbstgefälligen ANC entrissen wird, der wie so viele Befreiungsbewegungen nach der Übernahme der Regierungsverantwortung Gefahr läuft, seinen moralischen Kompass zu verlieren."



Fußball-WM 2010: Wie sich Südafrika um Sicherheit bemüht


Blog Impressionen aus der Regenbogennation  

"...Dubul' ibhunu oder: Ag sies, Südafrika
In der südafrikatypischen, farbzentrierten Kakophonie tut eine Stimme wie die von Taxifahrer Moses gut. "Terreblanche war ein schlechter Mann, aber sie hätten ihn nicht töten sollen. Wir müssen lernen, zusammen zu leben." Das wird dem Land jetzt wieder etwas schwerer fallen. Die Rechten werden den alten Ewiggestrigen jetzt zum Märtyrer machen. Dabei fiel der Mann doch eher durch Slapstickeinlagen denn durch politischen Einfluss auf: Unvergessen die durchlöcherte grüne Unterhose, in der der selbsternannte "General" beim Schäferstündchen fotografiert wurde, oder sein Sturz vom Pferd bei einer AWB-Kundgebung in der Hauptstadt Pretoria. Und ANC-Malema, der sich in seiner Rolle als Verbal-Amokläufer gefällt, dürfte seinen Kultstatus unter radikalen Schwarzen ebenfalls weiter ausbauen. Beides ist schlecht für Südafrika..."


"Alles braai oder was ?
In Südafrika drohen während der WM schwere rassistische Unruhen" schreibt der FOCUS gewohnt plakativ und übertrieben nach der Ermordung von Terreblanche. Das ist natürlich grob fahrlässige Stimmungsmache. Den FOCUS-Leuten scheint nicht klar zu sein, dass Südafrika ein Korrektiv gegen Rassenunruhen hat, das es am Ostermontag noch mal schnell durchgespielt hat: Das Braai.
 Ein Braai, so deutlich muss das mal gesagt werden, ist das EINE gemeinsame Brauchtum, das schwarze, weiße und farbige Südafrikaner teilen. Auch wenn es schmerzt: Das Bindeglied des Vielvölkerstaates Südafrika (vgl. "Regenbogennation") ist ... ein Berg Grillfleisch. Ein Braai, so steht es zurecht bei Wikipedia, muss unbedingt mit Holz befeuert werden. Elektrogrills oder Briketts sind geächtet und können den Ausschluss auf Lebenszeit aus der Braai-Fraternity nach sich ziehen. Holzfeuer haben schließlich gegenüber Holzkohlefeuer den Vorteil, dass das Anfeuern länger dauert, sprich: in der Zwischenzeit mehr Bier getrunken werden kann.
Lammfleisch, Schweinefleisch, Rindfleisch, Straußenfleisch, Gnu- oder Springbokfleisch... Hauptsache Fleisch, und Hauptsache...Braai. Wäre Südafrika nur halb so flächendeckend mit Krankenhäusern wie mit Braaiplätzen ausgestattet - dem Land ginge es gut. Und so kommt es, dass sich Südafrikaner aller Farben an einem Strand oder in einem Park treffen. Beim lockeren "Tausche Boerewoers gegen Straußenfilet" oder "unsere Kühltasche ist undicht, können wir unsere Bierdosen in eurem Eimer parken" kommt sich die Regenbogennation an einem solchen heißen, trägen und alkoholgeschwängerten Kap-Nachmittag ganz nah und glaubt sich für einen Moment versöhnt. (Das Gefühl ist am nächsten Morgen meist wieder weg!)..."

FOTO: Nelson Mandela mit Frederik de Klerk 1992 in Davos/Copyright World Economic Forum/Creative Commons Attribution ShareAlike 2.0 Generic license/Wikimedia Commons

Voodoo-Altar in Benin

Voodoo-Altar in Benin
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Nubische Pharaonen

Nubische Pharaonen
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Gegenwartskunst aus Afrika

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Ein kleines Souvenir vielleicht?!

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