Posts mit dem Label AFRIKA AKTUELL werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label AFRIKA AKTUELL werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 17. Januar 2011

UPDATING AFRICA 1/2011

Die ersten beiden Wochen des Jahres 2011 sind außerordentlich ereignisreich gewesen für Afrika – und für seine Menschen voller Gewalt und dennoch voller Hoffnung.

Liberias Präsidentin  Präsidentin Ellen Sirleaf-Johnson /Foto: Official Liberia Government Website

Liberia sehen viele als Staat, der diese Hoffnung in besonderem Maße sichtbar macht: Seine jüngere Geschichte erzählt von 14 Jahren Bürgerkrieg, von Hunderttausenden Toten und Millionen Flüchtlingen. Und von einem Neubeginn, den die Präsidentin Ellen Sirleaf-Johnson auch in ihrer Neujahrsansprache beschwor. Sirleaf hat erst vor wenigen Wochen fast ihr gesamtes Kabinett umgebildet, um auf die Wahlen in diesem Jahr bestmöglich reagieren zu können. Und wie man in Liberia überall hören und lesen kann, hat der Wahlkampf längst begonnen.

Die ersten Stunden des neuen Jahres und eine fröhliche Sylvesterparty wurden für zehn junge Leute in Südafrika zur Todesfalle: Sie starben bei einem Brand und der nachfolgenden Panik in einem Lokal in der Provinzstadt Ipelegeng.
Weitaus höher noch waren die Opferzahlen bei dem grausamen Bombenangriff vor einer koptischen Kirche im ägyptischen Alexandria in der Neujahrsnacht. 43 Menschen starben bei diesem Anschlag völlig neuer Dimension, sie hatten sich mit ihren Familien und Freunden zum Feiertagsgottesdienst zusammengefunden. In Folge des Anschlags brachen in der Stadt und anderswo in Ägypten blutige Unruhen aus. 

Unruhen nach dem Attentat/ Bild, Danke!: Ägypten: Straßenkämpfe in Alexandria nach Bombenattentat 

Zwar wurde von der Polizei von Anfang an vermutet, dass Islamisten das Attentat geplant und ausgeführt hatten, es gab aber tagelang keine Spuren von den Tätern. Erst spät wurden dann Leichenteile gefunden, die dem Täter und schließlich einer ägyptischen Islamistengruppe zugeordnet werden konnten. Neben Bestürzung in der Welt und Angst bei dem ägyptischen Christen hat der Bombenanschlag auch diplomatische Probleme heraufbeschworen: Ägypten zog seinem Botschafter aus dem Vatikan ab und zeigte sich auch Deutschland gegenüber aufgebracht, beides wegen angeblich unangebrachter Kritik. Ende dieser Woche gab es einen weiteren koptischen Toten, der von einem ägyptischen Polizisten in einem Zug erschossen wurde.  

Bombenanschlag in Alexandria in der Neujahrsnacht/ Foto, Danke!: Mehrere Tote bei Anschlag auf ägyptische Kirche 

Leider blieben die ägyptischen Angriffe auf Christen nicht die einzigen: So folgten alsbald Nachrichten über Bombenangriffe und Überfälle auf christliche Dörfer mit vielen Toten aus Nigeria, wo die Polizei dann auch gegen die Islamisten-Sekte Boko Hara vorging und 92 Menschen festnahm. In Somalia machten die Islamalisten weltweit von sich reden, weil sie durch ein neues Gesetz das Händeschütteln zwischen Männern und Frauen unter Androhung der Todesstrafe verboten haben.

Neues Gesetz der Islamisten/ Foto, Danke!: Somalia: Männern und Frauen wird Händeschütteln verboten

Auch das lang erwartete Referendum im Sudan über die Teilung des Staatsgebiets steht unter anderem unter den Vorzeichen islamisch-christlicher Auseinandersetzungen. Der nördliche Teil des Landes ist stark arabisch – und mittlerweile islamistisch – geprägt, während der Süden traditionell von afrikanischen Stämmen mit mittlerweile christlicher Prägung besiedelt war. Da dieser Teil aber wirtschaftlich bislang brach lag, hatten die meisten Menschen ihre Heimat verlassen, um Arbeit in den Städten des Nordens zu suchen. Oder aber sie haben den Sudan fluchtartig aus Angst um ihr Leben verlassen nach den zahllosen Überfällen islamistischer Milizen auf Sudanesen Schwarzer Hautfarbe in den vergangenen Jahren. 

Mit allem Hab und Gut zurück nach Hause/ Foto, Danke!: Südsudanesen kehren aus dem Norden zurück


Die Trennung der beiden Landesteile in zwei souveräne Staaten soll nun nach Willen der Weltgemeinschaft Frieden bringen (Gastbeitrag von Barack Obama!), weshalb Hunderttausende in den Süden zurückgekehrt sind, um dort ihre Stimme abzugeben. Die Wahllokale in Sudans Hauptstadt Khartoum blieben hingegen leer. Auch in Kenya können Flüchtlinge ihre Stimme abgeben, das Land hatte nicht nur jahrelang zahllose sudanesiche Flüchtlinge aufgenommen, es stellt auch viel Geld und große Ressourcen bereit, um dem neuen afrikanischen Staat einen guten Start in eine gute Zukunft zu sichern. 

Auf dem Weg zur Volksabstimmung/ Foto, Danke!: Sudan vor dem Referendum: Ausgerechnet Sudan!


Die für die Trennung erforderlichen Stimmen bei der Volksabstimmung waren schon nach weniger als der Hälfte der zur Verfügung stehenden Zeit zusammen, ob die Separation jedoch wirklich problemlos über die Bühne gehen wird, ist höchst unsicher. Vor und auch während des Referendums hatte es entlang der neuen Grenze immer wieder Kämpfe und viele Tote gegeben, und noch ist auch unklar, wie sich Diktator Bashir nun tatsächlich verhalten wird - nachdem vor kurzem große Ölvorkommnisse in der bislang kargen und armen südlichen Region entdeckt worden waren.
In Mali hat es einen Bombenanschlag auf die französische Botschaft mit zwei Verletzten gegeben, und im Niger wurden zwei junge Franzosen beim Essen aus einem Restaurant entführt. Die Beiden wurden bei einem Befreiungsversuch – auch mit französischen Einheiten – getötet. Immer mehr Entführungen werden aus Afrika gemeldet, was auch mit dem erstarkenden Terrorismus in Zusammenhang steht.

In Sambia sind streikende afrikanische Minenarbeiter von chinesischen Kohlemanagern beschossen worden. Die Chinesen kamen auf Kaution frei, werden nun aber mit zwei für sie bürgenden Botschaftsangehörigen per Haftbefehl gesucht, weil sie nicht zum Gerichtstermin erschienen waren. Dafür erschien nur wenige Tage später Chinas Vizepräsident auf Staatsvisite in Sambia, das eine der am schnellsten wachsenden Ökonomien in der Welt darstellt. Die Chinesen haben sich allein im Jahr 2010 mit einer Milliarde – zum Teil sehr umstrittenen - Investitionen daran beteiligt.

Investoren sucht auch Uganda ganz dringend: Das Land braucht sofort 12 Millarden Dollar zur Bekämpfung des gefährlichen Gelbfiebers, das vor kurzen dort ausgebrochen ist. Die neuesten Statistiken sprechen von über 40 Toten, die Regierung hat eine Spezial-Task-Force in den Norden des Landes geschickt, um Schlimmeres zu verhindern. Zwischenzeitlich war auch der Impfstoff ausgegangen, und die dringend nötigen Impfungen im Nachbarland Elfenbeinküste sind wegen der Unruhen dort bislang nicht eingetroffen oder gar verabreicht.

Laurent Gbagbo  / Foto, Danke!: Bewegung im Machtkampf: Gbagbo stimmt Gesprächen zu
Die Lage in Elfenbeinküste ist nach wie vor ungeklärt,  Präsident Gbagbo weigert sich immer noch, das Wahlergebnis vom Dezember anzuerkennen und zurückzutreten, hat sich aber mittlerweile zu Verhandlungen bereit erklärt. Zuvor hatten ihn sowohl das einstige koloniale „Mutterland“ Frankreich, die EU, die USA, die UNO sowie zahlreiche afrikanische Staaten stark unter Druck gesetzt. In den letzten Tagen hatte es wiederholt Straßenkämpfe, Tote und auch Angriffe auf UN-Mitarbeiter  und UN-Soldaten gegeben. Mittlerweile ist sogar von einer möglichen Koalitionsregierung die Rede, um der Geschichte des Landes gerecht zu werden und endlich Ruhe einkehren zu lassen. Die Lage ist wider Erwarten in den letzten Tagen im Großen und Ganzen verhältnismäßig ruhig geblieben.

Ganz anders in Nordafrika, wo zunächst noch sehr leise Proteste gegen Arbeitslosigkeit und Preiserhöhungen bei Lebensmitteln innerhalb weniger Tage zu Gewaltausbrüchen und zum Sturz der Regierung in Tunesien führten. Verhaltene Unruhe war schon lange zu spüren im Maghreb, doch die Regierungen in Algier und Tunesien hatten bislang alles fest im diktatorischen Griff. In Algerien brach der Protest der zumeist jungen Bürger zuerst offen aus, es gab gewaltsame Auseinandersetzungen auf den Straßen, Geschäfte brannten, ein Jugendlicher starb. Doch obwohl die Zahl der Toten stetig anstieg, Barrikaden brannten und überall Plünderungen stattfanden, führten die Unruhen zunächst in Tunesien und nicht in Algerien zum Klimax. Hier kam es auch zu Selbstverbrennungen, die Polizei schoss in die protestierende Menge, die Armee besetzte die Hauptstadt, es gab Ausgangssperren – und schließlich war Präsident Ben Ali bereit zu Reformen. Doch es war längst zu spät: Über Nacht und trotz Ausnahmezustand und geschlossenem Luftraum verließ der Diktator Tunesien in Richtung Frankreich. Dort allerdings hatte er sich weder angemeldet noch war er willkommen. Seine Maschine tauchte fast ohne Sprit in Malta auf, am nächsten Morgen wurde der verjagte Präsident dann in Saudi-Arabien herzlich willkommen geheißen. Zum Interim-Präsidenten wurde derweil in Tunis der bisherige Parlamentssprecher ernannt, doch die Gewalt hat sich nicht gelegt: Im Touristenort Monastir brannte das Gefängnis - es gab viele Tote - und auch anderswo sollen Gefangene gewaltsam befreit worden sein. Die Gewalttätigkeiten halten auch nach der Flucht des Diktators an. 

Robert Mugabe/ Foto, Danke!: Zimbabwe: Liegt Mugabe im Sterben?


Noch ein anderer Diktator hat überraschend sein Land verlassen - und viele Bürger seines Staates Simbabwe hoffen, ohne Wiederkehr: Robert Mugabe, alt und seit langem an Krebs erkrankt, hat sich innerhalb einer Woche zum zweiten Mal zusammen mit seinem Leibarzt nach Malaysia begeben. Von Sicherheitskreisen des Landes war zu hören, dass sich der Zustand des 87-Jährigen derart verschlechtert habe, dass mit seinem baldigen Ableben zu rechnen sei. 


Hoffnung im Süd-Sudan/ Foto, Danke!: Nach der Abstimmung: Multikulti im Südsudan

Sonntag, 12. Dezember 2010

Dakar 2010: Afrika feiert seine Schönheit und seinen Reichtum

Einladung nach Dakar zum Weltfestival der "Black Arts" /Foto, Mercie! : Tunisia will attend third World Festival of Negro Art in Dakar

Für die letzten Wochen dieses Jahres, in dem viele afrikanische Staaten den 50. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit feiern konnten, hat sich Afrika etwas ganz Besonderes vorgenommen: Seit gestern Abend lässt man bis Sylvester  überall in Senegals Hauptstadt Dakar „die Puppen tanzen“. 

Und da ist wirklich mächtig was los, denn ganz Afrika (und natürlich Besucher aus aller Welt) hat (haben) sich zu Besuch angesagt, um zusammen mit den Senegalesen das „World Festival of Black Arts“ wiederauferstehen zu lassen. 

Foto (c) AFP: Der Perkussionist Doudou Ndiaye Rose auf der Bühne des Leopold Sedar Senghor in Dakar Stadion für den Start der World Festival of Arts Negro, 10. Dezember 2010/SENEGAL: Kontroverse Wiedergeburt des WELT-FESTIVAL DER SCHWARZEN KÜNSTE - FMAN - Sénégal: le Festival mondial des arts nègres réssuscité, 44 ans après Senghor

Im Jahr 1966 gegründet, sollte es einmal DAS Kulturfest Afrikas werden, konzipiert auf Dauer und als festlicher Sammelpunkt der afrikanischen Menschen und Kulturen. Allen anderen Leuten auf der Welt sollte es machtvoll demonstrieren, dass sich der Schwarze Mensch - und auch sein ursprünglicher Kontinent - nicht nur in Armut, Krankheit und Hunger erschöpfen muss, sondern dass er die ewigen Kräfte immer aufs Neue schöpfen kann, aus dem Austausch mit anderen Menschen und aus der vielseitigen und Jahrtausende alten Kultur. Leopold Sedar Senghor, der große Vordenker Afrikas, Poet, Initiator der weltweiten Identitätsfindung Schwarzer Menschen und Präsident Senegals in jenen 1960er Jahren, war der Vater dieses Gedankens und der Schirmherr des daraus entstandenen internationalen Festes. 

Leopold Sedar Senghor
Das gab natürlich Anlass, auf eine schwungvolle Weiterentwicklung und eine anhaltende und respektvolle Wahrnehmung in der Welt zu hoffen, was das zweite Festival in Nigeria zunächst auch zu belegen schien. Doch politische Kontroversen über die Ausrichtung des Festes haben das viel beachtete pan-afrikanische Zusammentreffen bei Musik, Tanz und Theater dann tatsächlich nur diese zwei Mal stattfinden lassen.


Nun aber ist das kulturelle Senghor-Vermächtnis sozusagen auferstanden, 44 Jahre nach seiner Entstehung - allerdings nicht ganz ohne machtvolle, kritische Stimmen. 

Beim 3. (mittlerweile ist es im „Globalen Dorf“ ja nun auch wirklich ein) Worldfestival of Black Arts werden in den nächsten drei Wochen mehr als mehr als 2000 Künstler aus 53 Ländern auftreten, allein 250 international bekannte Musiker haben sich auf den Weg nach Dakar gemacht. Neben Musik stehen die künstlerischen Disziplinen Tanz, Theater, Film, Photografie, Design, Mode und Architektur sowie Geschichte und Sport auf dem übervollen Programm. Die große Eröffnungsfeier am Freitagabend im Leopold Segar Senghor-Fußballstadion konnte mit Afrikas Megastar Hughes Masekela brillieren, und Manu Dibango, Salif Keita, Youssou N'Dour, Grammy-Rapper Akon und Südafrikas Mahotella Queens werden die Fans auch danach noch so richtig in Stimmung bringen. 

Foto (c) AFP: Eröffnungsfeier des Festivals der Schwarzen Künste in Stadion Léopold Sédar Senghor, 10. Dezember 2010 in Dakar/ SENEGAL: Kontroverse Wiedergeburt des WELT-FESTIVAL DER SCHWARZEN KÜNSTE - FMAN - Sénégal: le Festival mondial des arts nègres réssuscité, 44 ans après Senghor

Ganz klar herausgestellt wird bei allen Veranstaltungs-Ankündigungen im Land und rund um den Globus diesmal das „BLACK“. 

Dass die meisten Künstler und die Besucher aus den verschiedensten Staaten und Kulturkreisen des afrikanischen Kontinents kommen, soll zwar durchaus Beleg sein für die Fülle der Einflüsse und die Vielseitigkeit der Künste Afrikas, doch nicht das Gastgeberland Senegal oder die African Union, die als Sponsor auftritt, sind diesmal die alles verbindenden Faktoren.   

Wichtigstes Kriterium in Dakar 2010 ist es Schwarz und stolz darauf zu sein – sowie natürlich lebensfroh, kreativ und offen für alle kulturellen Angebote und für die Menschen auf diesem 3. Worldfestival of Black Arts im Senegal.    

Montag, 1. November 2010

Who dun it???! Ganz kurzer Prozess in Südafrika


Uwe Gemballa/Foto: © reuters/ DANKE!/ www.mibz.com/.../2010/02/Uwe-Gemballa.jp     



Lange Zeit und mit viel Aufwand war nach dem im letzten Februar in Südafrika verschwundenen Deutschen Uwe Gemballa vor Ort gesucht worden.  Die Story des Luxusautohändlers mit den angeblich dubiosen Kontakten zur kriminellen und zur Money-Szene ging weltweit viel-tausendfach durch alle Medien:


Uwe Gemballa vermißt


Uwe Gemballa - Interpol issue 'Yellow Notice' | Cars UK | UK Car News

Uwe Gemballa : Wurde der insolvente Porsche-Tuner Opfer eines ...  


Vermisstenfall Uwe Gemballa : Ermittler aus Südafrika zurück ...

Tech Art Kriminell? Nein! : Porsche 


Viele Leute, die eigentlich gar nichts mit dem Kriminalfall zu tun hatten und die auch nichts Fundamentales zu dessen Aufklärung beizufügen hatten, nutzen das grelle Medien-Scheinwerferlicht um die schillernde Person Gemballa dazu, um sich selbst in Szene zu setzen, während in Südafrika weiter erfolglos nach dem Vermissten gesucht wurde. 

Als Gemballas Leiche dann endlich Ende September gefunden wurde - zwar sorgsam in Folie eingewickelt, doch ganz ohne offensichtliche, äußeren Verletzungen -, war auch das den Journalisten und Klatschtanten  natürlich sofort wieder zahllose internationale Top-Stories wert:

Uwe Gemballa found dead in South Africa  


Uwe Gemballa the famous car tuner has been murdered in South ...

Uwe Gemballa : Mafia-Mord? Porsche-Tuner ermordet - B.Z. Berlin  

Vermisster Porsche-Veredler: Uwe Gemballa tot in Südafrika aufgefunden - Panorama | STERN.DE  


Um so erstaunlicher ist nun das plötzliche Ende der immer wieder gern erzählten Geschichte: die kurze Meldung nämlich, die heute fast unbeachtet durch einige, wenige Zeitungen ging. 
Der angebliche Mörder des Autohändlers sei am vergangenen Freitag in Südafrika festgenommen worden. Noch am selben Tag wurde dem "Täter" nicht nur der Prozess gemacht, er wurde auch sofort - im wahrsten Sinne des Wortes - in einem sehr "kurzen Prozess" für schuldig befunden und zu einer 20-jährigen Haftstrafe verurteilt. 

Allgemein verständlich ist ja durchaus, dass die Verantwortlichen diesen unangenehmen Fall um einen viel-devisenbringenden und gemeuchelten Europäer endlich - und möglichst schnell -  wieder aus den Tagesthemen der Weltpresse heraus haben wollen. Doch stellt sich hier unübersehbar die Frage, wer warum hinter dieser Eil-Verurteilung wirklich steckt und wem sie nützt. Und nachdem man die Aussagen einiger kompetenter Südafrikaner, die sich im juristischen System des Landes am Kap bestens auskennen, gehört hat, muss man wohl ernsthaft daran zweifeln, dass der 28-jährige Südafrikaner Thabiso Mpshe tätsächlich der langgesuchte Mörder von Uwe Gemballa ist:


Südafrika: Mörder von Porsche-Tuner Gemballa verurteilt - Aus aller Welt - FOCUS Online

"...Der 28-jährige Thabiso Mpshe aus Pretoria wurde nach Polizeiangaben am Freitag vom Obersten Gericht in Johannesburg für schuldig befunden. Er sei zu einer 20-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Mpshe war demnach erst am Morgen des Freitags festgenommen worden.

Der Leichnam des 54-jährigen Gemballa war Ende September in Atterdigeville nahe Pretoria in einem Plastiksack gefunden worden, nachdem er seit Anfang Februar als verschollen galt. Der 54-Jährige war kurz nach seiner Ankunft aus Dubai am 8. Februar in Johannesburg verschwunden. Am Tag darauf hatte er nach Angaben der deutschen Polizei seiner Ehefrau telefonisch von einem Unfall berichtet und erzählt, dass er einen hohen Geldbetrag benötige. Er hatte das Telefonat zur Überraschung seiner Frau auf Englisch geführt. Danach verlor sich seine Spur." 

 Rush hush-hush justice for killer
 By SASHNI PATHER and WERNER SWART/Johannesburg Sunday Times
"...The Sunday Times can today reveal exclusively that 28-year-old Thabiso Mpshe of Pretoria was arrested quietly on Friday and appeared in the high court in Johannesburg that afternoon.
As revealed previously in the Sunday Times, the businessman's body was found buried in Atteridgeville just over a month ago, on September 28. 
Police spokesman Colonel Vishnu Naidoo said yesterday: "It is still unclear how Gemballa was murdered, but indications are that he was suffocated. He had no visible injuries."
Naidoo said he was "not at liberty to say" if Mpshe pleaded guilty or whether the prosecution struck a deal with him.
When asked why the arrest in such a high-profile murder case was kept so low key, Naidoo said: "We need to protect any investigation, and it would not be to our benefit to talk about some successes for fear of jeopardising investigations.
"We are happy and satisfied that an arrest was made."
Top criminal attorney William Booth said the hastiness of the conviction and sentence sounded most "unusual".
Booth, chairman of the Criminal Law Committees of the Cape Law Society and the Law Society of South Africa, while not able to comment on this case, said: "It does seem that the police have struck some kind of deal to perhaps take statements and use it later to get to the big fish."
Gemballa, who was in serious financial trouble with the German authorities, evidently came to South Africa on a business trip to set up a local franchise of his company, Gemballa Automobiletechni, which specialises in tuning Porsches and Ferraris for the rich and famous.
National Prosecuting Authority (NPA) spokesman Mthunzi Mhaga said it was not unusual for a criminal case to be disposed of within a day.
"If the person has an attorney (and) witnesses, prosecutors and all the other roleplayers are available, including a judge, the matter can be dealt with within a day.
"This was demonstrated with the World Cup special courts that were set up."
Mhaga said it was commendable that cases could be dealt with so speedily. "If someone is caught red-handed for shoplifting, and if he pleads guilty, and if he has an attorney available, then the case can be finalised in an hour."
But this is also entirely dependent on whether the court roll can accommodate an additional case on the day or not..."

Swift justice in murder of German businessman in South Africa
m&c-news/southafrica
"...Thabiso Mpshe from Pretoria was arrested Friday and 'quietly' brought before the High Court in Johannesburg and promptly convicted of murder and sentenced to 20 years in prison, the newspaper said.
Gemballa, a 54-year-old specialist in customising Porsche and other luxury cars, was reported missing a day after after arriving in Johannesburg on a business trip in early February. His body was found buried in Atteridgeville, west of Pretoria on September 28.
South Africa, a country with a one of the world's highest murder rates of about 46 a day, has a poor track record in solving such crimes quickly..."
Mörder von Porscher-Tuner Gemballa verurteilt   

Vielleicht sollte jetzt die internationale Presse, die mit sovielen Artikeln und Beiträgen über den vermissten Deutschen, sein Umfeld und sein Schicksal gutes Geld verdient hat, mal laut und öffentlich nachfragen, was denn nun eigentlich tatsächlich hinter dem schnell abgehandelten Kriminalfall und dem Schicksal des Thabiso Mpshe steckt.


Und: Nein, wir haben dabei nicht vergessen, dass in Südafrika täglich um die 50 Morde auf der Tagesordnung stehen - und dass in den allermeisten Fällen Schwarze sowohl die Opfer als auch die Täter sind. Erklärungen dafür lassen sich viele finden - in der Geschichte des Landes und seiner momentanen Entwicklung. 

Und: Ja, dagegen muss sehr viel getan werden, auch von Seiten einer klaren und unerschrockenen Berichterstattung der internationalen Medien. 

Doch: In diesem, besondern Fall ist die schnell-angebotene Lösung geradezu absurd  - und ein junger, möglicherweise ja unschuldiger Mann wird dafür bitter bezahlen müssen. 

Bitte: NICHT WEGSCHAUEN!!!

Palace of Justice on Church Square - Pretoria, South Africa
The Wandering Angel from Makati City, Philippines/Wikimedia Commons/ License: Creative Commons Attribution 2.0 Generic
....

Samstag, 30. Oktober 2010

MAMA AFRIKA (1): Massenvergewaltigungen als Kriegswaffe

  Frau und Kind aus einem der überfallenen Dörfer
Frau und Kind aus einem der überfallenen Dörfer

Dass Gewalt gegen Frauen in ausnahmslos jedem Krieg vorkommt und dass diese Form des Angriffs auf den Feind eine ganz besonders demütigende und perverse Art der Kriegsführung ist, das ist seit Jahrhunderten bekannt. Allerdings ist dem Ausmaß  dieser schrecklichen Verbrechen weltweit noch niemals genügend Aufmerksamkeit gezollt worden - ganz im Gegenteil: Selbst wenn einige dieser Vergewaltigungen, dieser Schläge, dieser Morde öffentlich gemacht werden, bleiben die überlebenden Frauen dennoch allein mit ihren Schmerzen und den nachfolgenden medizinischen Katastrophen wie HIV oder AIDS, Verstümmelungen, Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten, kurz: Sendie sind und bleiben allein mit ihrer Verzweiflung, ihrer Schande.

Vor einigen Wochen allerdings haben sich im Kongo nach einer besonders abscheulichen Vergewaltigungswelle zahlreiche betroffene Frauen zusammengeschlossen, um diesem unwürdigen Ritual endlich die Stirn zu bieten und um sich gegenseitig Kraft und Unterstützung zu geben.

In dem seit Jahrzehnten von Bürgerkriegen und Rebellionen gebeuteltem Westafrika - rund um den Kongo, Ruanda, Burundi und Uganda - sind Kriegsverbrechen und damit auch Vergewaltigungen seit eh und je an der Tagesordnung. Allerdings befinden sich auch seit langem die vielgelobten Blauhelme, die Friedenstruppen der Vereinten Nationen also, dort vor Ort, um wenigstens das Allerschlimmste zu verhindern.
Da musste denn selbst Generalsekretär Ban-Ki Moon nicht nur von einem schrecklichen Scheitern seiner Friedenstruppen sprechen, sondern auch von einer Mitschuld der Vereinten Nationen an den Massakern.

In der internationalen Presse wurde fast gleichzeitig der umfassende UN-Untersuchungsbericht zu den vorangegangenen Bürgerkriegen Westafrikas veröffentlicht, was in der Presse gelegentlich Konfusion darüber auslöste, welches der Massaker in welchem Jahr da nun gerade abgehandelt wurde. Sich so schrecklich viele Tote, so furchtbare Greueltaten auch noch hochgerechnet und multipliziert vorzustellen, das war für viele, auch gutmeinende Europäer dann wohl doch zuviel. Man ging zur Tagesordnung über.

Aber auch vor Ort in Afrika fand der UN-Massaker-Bericht ein starkes Echo: Die betroffenen Staaten protestierten lautstark. Allerdings gegen den Untersuchungsbericht der Vereinten Nationen - und nicht etwa gegen die dort präzise aufgelisteten Grausamkeiten oder aber gegen die Rebellenmilizen, gegen die marodierenden Rest-Armeen und gegen die verantwortlichen Regierungen Westafrikas mit ihren nimmersatten Machthabern.

Allein, dass die Opfer all dieser wirklich grausamsten Gewalt mittlerweile begonnen haben, sich lautstark und kraftvoll bemerkbar zu machen, macht Mut und gibt Hoffnung für die Zukunft Afrikas. Die verletzten und geschändeten Frauen jedenfalls wollen nicht auf immer und ewig Opfer bleiben, sie wünschen sich für sich und ganz besonders für ihre Töchter und Söhne ein anderes Afrika. Einen Kontinent, der nicht nur durch Kriege, Gewalt und Hungersnöte von sich reden macht, sondern einen, den man aus vollem Herzen und liebevoll "unsere Mama Afrika" nennen wird.

Mittwoch, 29. September 2010

Er kämpft um ein neues, ein anderes Nigeria: Nobelpreisträger Wole Soyinka

Foto: Soyinka gewann 1986 den Literaturnobelpreis - ©APA (epa)/Nobelpreisträger gründet Partei in Nigeria - Politik - Aktuelle Nachrichten - Vorarlberg Online
NIGERIA???

Nigeria [niˈgeːri̯a] (amtlich auf Englisch: Federal Republic of Nigeria [naɪˈdʒɪərɪə] - Bundesrepublik Nigeria) ist ein Bundesstaat in Westafrika, der an Benin, Niger, Tschad und Kamerun grenzt. Es ist mit Abstand das bevölkerungsreichste Land Afrikas und versucht sich nach Jahren der Militärdiktatur an seiner Demokratisierung und wirtschaftlichen Entwicklung. Nigeria konnte bisher seine reichen Erdölvorkommen nicht zur erfolgreichen Armutsbekämpfung nutzen. Korruption, Gewalt und ethnische Konflikte zwischen dem muslimischen Norden und dem christlich-animistischen Süden sind die Haupthemmnisse, um Nigerias Bevölkerung ein besseres Leben zu ermöglichen.

Nigeria – Wikipedia

So beginnt bei Wikipedia die Beschreibung Nigerias, das beides ist: hoffnungsvoll geliebtes Heimatland für seine Bürger vor Ort und für sehr viele im Ausland lebende NigerianerInnen zum einen.  Und zum anderen brodelnder Hexenkessel mit Ölpest- und Ölreichtum, Verseuchungen durch Blei und Chemie, mächtigen internationalen Investoren und deshalb Korruption in Politik, Wirtschaft und Alltag, mit Armut, Hunger und mit viel zu vielen Menschen, die Tag für Tag in gigantischen Slums ums Überleben kämpfen müssen.

WOLE SOYINKA ???

Akinwande Oluwole Soyinka (* 13. Juli 1934 in Abeokuta, Nigeria) ist ein nigerianischer Schriftsteller. Ihm wurde am 16. Oktober 1986 mit der Begründung, er gestalte „in breiter kultureller Perspektive und mit poetischen Obertönen das Drama des menschlichen Seins“ als erstem Vertreter afrikanischer Literatur der Nobelpreis für Literatur zuerkannt. Seit 1994 ist Soyinka Goodwill-Botschafter der UNESCO.

Soyinka hat eine aktive Rolle in Nigerias politischer Geschichte gespielt. Im Jahr 1967 wurde er während des nigerianischen Bürgerkriegs (siehe Biafra-Krieg) für seine Versuche zur Erzielung eines Friedens zwischen den sich bekriegenden Parteien von der Bundesregierung festgenommen und zu Einzelhaft verurteilt. Während des Aufenthaltes im Gefängnis schrieb er Dichtungen, die er unter dem Namen Poems from Prison veröffentlichte. Er wurde 22 Monate später freigelassen, nachdem die internationale Aufmerksamkeit auf seine Gefangenschaft gelenkt wurde. Seine Erfahrungen im Gefängnis verarbeitete er in seinem Buch Der Mann ist tot: Gefängnisvermerke.
Soyinka ist ein unverblümter Kritiker vieler nigerianischer Regierungen und diverser Diktaturen weltweit, zum Beispiel des Mugabe-Regimes in Simbabwe. In zahlreichen Schriften bezieht er sich auf den „drückenden Stiefel und die Irrelevanz der Farbe des Fußes, der ihn trägt“. Durch diesen Aktivismus hat er sich oft großem persönlichen Risiko ausgesetzt, etwa während der Herrschaftszeit des nigerianischen Diktators General Sani Abacha (1993 bis 1998). Während Abachas Diktatur ging Soyinka freiwillig ins Exil. Er lebte hauptsächlich in den USA, wo er Gastprofessuren an mehreren Universitäten innehatte. 1998 kehrte er nach Nigeria zurück, blieb aber weiterhin auch in den USA tätig. 2004 wurde er Inhaber eines Lehrstuhls für Vergleichende Literaturwissenschaften an der Emory University in Atlanta. Soyinka ist derzeit Inhaber der Elias Ghanem Professur für Kreatives Schreiben an der englischen Abteilung der Universität von Nevada, Las Vegas.
Im Jahr 2005 wurde er eine der Speerspitzen der PRONACO, eines Verbundes nigerianischer Organisationen, der sich die Ausarbeitung einer neuen Verfassung für Nigeria zum Ziel gesetzt hat.


Wole Soyinka – Wikipedia

Nun, nachdem für das Jahr 2011 endlich demokratische Wahlen für Nigeria angekündigt worden sind, hat Wole Soyinka eine eigene Partei gegründet:

Nobelpreisträger gründet Partei in Nigeria - Politik - Aktuelle Nachrichten - Vorarlberg Online

"...Auf einer Veranstaltung am Samstag in Lagos stellte Soyinka die Plattform seiner Demokratischen Front für eine Volksföderation vor.
Die Partei wirbt mit ihrer Mittellosigkeit - ein Umstand, der im ölreichen Nigeria, wo Bestechung und Korruption an der Tagesordnung sind, äußerst ungewöhnlich ist. Auf der Veranstaltung in Lagos blieben dann auch einige Sitze leer. Auch das ist eine Seltenheit in der nigerianischen Politik, wo für Veranstaltungen oft ein bezahltes Publikum angeheuert wird..."

Nobelpreisträger im nigerianischen Wahlkampf
von Adrian Kriesch/DW-World.de (Deutsche Welle)

"...Der nigerianische Literaturnobelpreisträger kritisiert seit Jahren die politischen Führungsschichten in seinem Land. Jetzt will er auch direkt in die Politik eingreifen. Am vergangenen Wochenende wurde Soyinka zum Vorsitzenden einer von ihm mit gegründeten Partei gewählt. Auch wenn die Partei von einem fortschrittlicheren Nigeria ohne korrupte Führung träumt, Experten glauben nicht an einen Erfolg bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr.
Die Partei "Democratic Front for a People's Federation" (DFPF), zu deutsch "Demokratische Front für einen Bund des Volkes", entstand ursprünglich aus einer Protestbewegung gegen Nigerias ehemaligen Militärdiktator Sani Abacha. Ein Jahr nach dessen Machtergreifung 1993 klagte Wole Soyinka am Bundesgericht in Lagos, um Abachas Regime für illegal zu erklären. Die Klage scheiterte, Soyinka flüchtete ins Ausland und half beim Aufbau der Gegenbewegung im Exil. Nach Abachas Tod 1998 blieb die Bewegung am Leben und setzte sich weiter für Gleichheit und gegen korrupte Eliten ein.  

Seit Jahren prangert Soyinka die Missstände in Nigeria an
...Das Feld von unten aufrollen, das ist Soyinkas Idee. Das Programm seiner Partei ist fortschrittlich, setzt auf Industrialisierung und eine gerechtere Sozialpolitik. Dabei will sich die Partei nicht am Wettbewerb der, wie Soyinka sagt, "reichen Säcke in der politischen Landschaft" beteiligen. Sie distanziert sich von jeglicher Form der Korruption. Das passt auch zum Ton der literarischen Werke von Soyinka, der immer wieder scharf gegen die politische Führung schoss. Doch in der Politik will er sich zurücknehmen und nicht selbst für die Präsidentschaft kandidieren. Er sei als Berater im Hintergrund und zeige Ideen auf, vermittle, fördere den Nachwuchs. "Sie müssen verstehen, dass sie die Chance haben, das Schicksal unserer Nation zu gestalten."

Nigeria: Wole Soyinka Launches New Political Party
By Charles Ajunwa/allAfrica.com

"It's my duty to remind people that look I am an old man of 76 and I don't have as much time as you have. I was going to tell MEND look if within a week you haven't made up your mind on whether to be involved, I am pulling out as an observer because I hate to see a wasted opportunity...."
Soyinka also stunned the gathering when he announced the formation of a new political party called Democratic Front for Peoples Federation (DFPF).
Having acknowledged that his generation cannot provide political direction for the country, he said that DFPF is out to cater for the needs of all Nigerians. He also said that the new party is for the progressive elements in the country, adding that the party's convention would take place on the 25th of September 2010 in Lagos.
"Just to respond in my own way by a return gift especially to the young generation. I have given up on my own generation completely. So this gift is actually for the young generation. Let me announce it to you today that a group of us have been working for the past few years to set up a political party and the party, after being denied recognition for a number of years is now recognized.
"Those of you who have nowhere to lay your head, this party is strictly for those with nowhere to lay their head, who haven't found kindred spirit in any of the political parties and for those who have discovered that they are in the wrong political party.

"I don't think that you have to turn your back completely on whatever progressive party you belonged to. But it's going to be a good meeting ground for the young especially for the progressives and I must continue to stress it's an organ of collaboration for progressives first whether as direct members or indirect members," Soyinka said.
Nobelpreisträger Wole Soyinka 2008/Chidi Anthony Opara/Wikimedia Commons

Ribadu while delivering his lecture said the youths hold the key to Nigeria's future noting that his great sense of optimism is borne from the fact that the youths have the power to turn things around for good in Nigeria....
...
Ribadu who described Soyinka as a mentor said that he would continue to follow Soyinka anywhere he is. "He is somebody I loved deeply. I will continue to follow to learn from him.
The former EFFCC boss said that Nigerians should learn to be fair to one another. "Let's start promoting justice, patriotism and through them we have security and if you have security you will have peace. And if you have peace you start getting development. This is the line I think we should take."
Fayemi who also said that he is proud of Soyinka noted that the literary guru all his life had stood for justice. "And the first thing Professor Wole Soyinka tells you at any point in time is that justice is the first condition of humanity. And everything he has done in all his life, is about making a difference to ordinary people whether in his intellect or in his activism or in his policies. He is a worthy ambassador of this country and we are all proud of him."

Nobel Laureate to Start New Political Party in Nigeria‎
By Laura Adibe / Black Voices/USA

"...Ribadu also described how public officials illegally transferred nearly $10 billion from the country to different foreign bank accounts around the world in 2005 -- all while there were and still are considerable changes that need to be made to Nigeria's infrastructure.
This is one of the reasons why I always call attention to the fact that where there is corruption taking place within governments on the African continent, you better believe there is some foreign nation reaping the benefits at the expense of the suffering masses. African leaders are not the only ones lining their pockets. Puppet leadership has served to the detriment of the continent, because you have these "leaders" propped up to smile and make promises all while selling their constituency to the highest bidder.
The continent is rich in natural resources. Imagine if the people were to have control over their own resources -- land, minerals, their DNA. You would see a more sustainable and thriving Africa, and it would be quite clear to see who has been profiting from Africa's exploitation since the Scramble for Africa, an all-out land grab of the continent by European powers in the latter part of the 19th century.
Young people and women have often been the driving forces behind social movements and organizations - from the Black Panther Party to the Student Nonviolent Coordinating Committee to the independence movements across Africa, and if there is change to happen in Nigeria, the younger generation will be the driving force behind that change too.
Aware of this point, Ribadu called on the youth to rescue Nigeria so that the country could "take its place in the international community in the decades ahead. The time to do something is now. No other time will be right. The time to get it right has come. We must do something to save our country."


Nobel Laureate to Start New Political Party in Nigeria‎

Nigeria: Of Political Leaders and Madness - Wole Soyinka

“Between Truths and Indulgences” by Wole Soyinka 

Between Truths and Indulgences, Part Two

Nigeria: I'm Fed Up With Rallies -- Soyinka
Nigeria: Presidential System Has Failed the Nation, Says Soyinka
Nigeria: Nobel Laureate Soyinka Warns of Anarchy


Nigeria: Soyinka Presents 3-Point Plan to Jonathan


Nigeria: Soyinka Calls for Civil Disobedience Over Yar'Adua
Nigeria: Impeach Yar'Adua, Says Soyinka
Nigeria: Soyinka Marches for Good Governance
Nigeria: Soyinka Donates Award's Cash to Supreme Court 
Nigeria: Wole Soyinka And Mystery Gunman At Radio Station, By German Journalist 

West Africa: Wole Soyinka on Obama and Nigeria 

Zimbabwe: Soyinka Accuses Mugabe, Bashir of Atrocities
Africa: Mandela, Soyinka , Tutu for AU-Nepad Summit  

Africa: The Top 25 African Writers
Buchmesse Kapstadt

DW-World.de (Deutsche Welle)Soyinka kämpft gegen Korruption und für ein demokratischeres Land
 

Fotos: Thank you! Dankeschön!
1. Wole Soyinka gewann 1986 den Literaturnobelpreis - ©APA (epa)/Nobelpreisträger gründet Partei in Nigeria - Politik - Aktuelle Nachrichten - Vorarlberg Online
2. Seit Jahren prangert Soyinka die Missstände in Nigeria an/ DW-World.de (Deutsche Welle)Nobelpreisträger im nigerianischen Wahlkampf
3. Wole Soyinka 2008/Chidi Anthony Opara/ Creative Commons License 2.0/Wikimedia Commons
4. Nobel Laureate to Start New Political Party in Nigeria‎
     Getty Images/Black Voices/Thank you!
5.Soyinka kämpft gegen Korruption und für ein demokratischeres Land /DW-World.de (Deutsche Welle) Danke!


....

Sonntag, 20. Juni 2010

FOCUS AFRICA - nicht nur ein Blick auf die Fußball-WM 2010 (4)



Fußball-WM 2010: Stotterstart für Afrikas Teams  

Africa's World Cup Getting Less African


WM 2010 in Südafrika: Begeisterung am Kap schwächelt
von Ralph Krüger/DPA/STERN.de


...Doch im Gastgeberland selbst hat die Begeisterung über die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden einen mächtigen Dämpfer bekommen, seit das heimische Team vor dem WM-Aus steht. Die Wirkung des 3:0-Siegs von Uruguay über Südafrika verglichen heimische Kolumnisten mit der "Hindenburg"-Zeppelinkatastrophe: "Danach war nur noch Stille"....
Straßenhändler wagen kaum noch, die heimische Flagge an den Ampeln zum Verkauf anzupreisen - der zuvor allgegenwärtige Fan-Artikel verkommt zum Ladenhüter. "Autofahrer werden ausfällig und aggressiv, wenn ich meine Nationalflagge zum Verkauf anpreise", sagt einer von ihnen. Die von der Politik angeheizten Erwartungen der Bevölkerung sind bitterer Enttäuschung gewichen - selbst die anderen afrikanischen Teams haben mit Ausnahme von Ghana bisher enttäuscht.
Karikaturisten entdecken angesichts des nationalen Blues einen neuen Verwendungszweck der umstrittenen Vuvuzela: Ein "Bafana Bafana"-Fan mit Makarapa-Kopfbedeckung begeht mit ihr Harakiri. "Der ultimative Verwendungszweck der Vuvuzela", meinte dazu der "Saturday Star". Kein Wunder, dass selbst der Übervater der Nation, Ex-Präsident Nelson Mandela, vor diesem Hintergrund über seine Stiftung dazu aufruft, nicht nachzulassen beim WM-Enthusiasmus....



World Cup In South Africa A Source Of Pride For Black Players

Bildstrecke: WM 2010: Artisten am Ball: Ballerinas und Tanzbären



Afrikas Teams: »Ein schwarzer Stern leuchtet nie«
  von Bartholomäus Grill/ZEIT.online

...Die Reihe der tragischen WM-Niederlagen ist damit noch nicht zu Ende. Japan und Korea 2002: Senegal scheidet im Viertelfinale durch ein Golden Goal gegen die Türkei aus. Deutschland 2006: Die Elfenbeinküste wird der Todesgruppe zugelost und unterliegt mit viel Pech gegen Argentinien und die Niederlande. Die Ghanaer verlieren das Achtelfinale gegen Brasilien, obwohl sie das Spiel dominieren. Mit einer klügeren Taktik hätten sie die müde Seleção durchaus schlagen können.
Aber was macht Odemwingie? Er zögert, versucht, mit einem eleganten Übersteiger den Verteidiger auszutricksen – und verstolpert den Ball. Eine große Chance, leichtfertig vertan durch einen egoistischen Akteur, der seine Kollegen nicht mehr wahrnimmt und ganz alleine glänzen will. Mit Alleingängen aber lässt sich keine WM gewinnen – den Sonderfall Messi einmal ausgenommen.
Schon beim Auftaktspiel der Südafrikaner konnte man studieren, woran es afrikanischen Fußballern häufig mangelt: Sie agieren zu langsam, zu lässig, zu leichtsinnig....
Zum organisatorischen Chaos im Umfeld kommt die fehlende innere Ordnung der Mannschaften hinzu: Die Spieler halten sich nicht an taktische Vorgaben, unterschätzen ihre Kontrahenten und treten allzu selbstgefällig auf. Und wenn es nicht läuft, hadern und streiten sie.
Das aktuellste Beispiel lieferten die Nigerianer bei ihrer Schlappe gegen Argentinien.
Im Kral ist nur für einen Bullen Platz, lehrt ein Sprichwort der Zulu. In der Elf der Ivorer sind zu viele Bullen: Drogba, Eboué, Kalou, die Gebrüder Touré. »Wir haben große Spieler, aber kein großes Team«, bekennt Kolo Touré. Beim Wind-und-Regen-Match gegen Portugal hatte die Elfenbeinküste nur mittelmäßig gespielt, sich aber trotzdem nicht unterkriegen lassen. Die Devise: Nur kein Tor kassieren. »Wenn man gegen Deco und Ronaldo ungestüm angreift, ist das tödlich«, erklärte der schwedische Trainer Sven-Göran Eriksson.
So bleiben also nach dem Stand der Dinge nur drei Mannschaften vom afrikanischen Sixpack übrig, die für Überraschungen sorgen könnten: Südafrika, Ghana und die Elfenbeinküste. Bafana Bafana braucht allerdings ein kleines Wunder und die akustische Massenwaffe namens Vuvuzela, um sich für die Runde der letzten sechzehn zu qualifizieren. Für die Ivorer schlägt die Stunde der Wahrheit gegen Brasilien. Der kompakte Auftritt der Ghanaer gegen Serbien weckt vorerst die größte Hoffnung....Woran liegt es, dass die Afrikaner immer wieder an sich selbst scheitern? Es gibt Schlüsselszenen, in denen die Schwächen ihres Fußballs wie unter einem Brennglas sichtbar werden. Eine war bei der Begegnung von Nigeria und Argentinien in Johannesburg zu beobachten. Da rannte Mitte der zweiten Halbzeit Osaze Odemwingie auf der linken Seite auf das Tor der »Gauchos« zu. In der Strafraummitte gestikulierte der frei stehende Yakubu Aiyegbeni. Gib ab! Hat er vermutlich geschrien, aber das konnte man im Orkan der Vuvuzelas natürlich nicht hören. Odemwingie hätte den Ball quer passen müssen, dann wäre womöglich der Ausgleich gefallen, und die Super Eagles hätten dem WM-Mitfavoriten Argentinien mit viel Dusel einen Punkt geklaut....

Wie gesagt: noch ist längst nicht alles verloren für Afrikas Mannschaften. Heute nun werden uns die Männer von der Elfenbeinküste zeigen, ob sie für ganz Afrika siegen können. Mitdabei auf dem Spielfeld sind auch die Brüder Kolo und Yaya Touré, bei denen wir schon einmal zum Tee eingeladen waren


Stolz und bescheiden - Tee bei den Tourés
 Autor: Alexander Göbel/DW-World.de
 

Yaya Touré 
(Elfenbeinküste) gegen  Hassen Yebda (Algerien) beim Afrika Cup. 
(Foto:ap)
Arsenals 
ivorischer Abwehrspieler Kolo Touré am 13.09.2006 in der Hamburger 
AOL-Arena. (Foto: dpa)   Kolo / Yaya 

Kolo und Yaya Touré sind nicht nur Superstars bei Manchester City und Barca: Die Brüder sind auch die wichtigsten Stützen der Mannschaft der Elfenbeinküste. Aber auch der Vater der beiden profitiert vom Ruhm der Söhne.

Mory Touré hat zum Tee geladen, in sein bescheidenes Reihenhäuschen in Youpougon, einem Arbeiterviertel von Abidjan. Doch der Tee muss warten – zuerst wird gebetet. In seinem hellblauen Festtags-Boubou kniet der greise Familienvater auf dem Teppich im Wohnzimmer. An der nackten Wand neben dem winzigen Fernseher hängen zwei gerahmte Poster. Sie zeigen die beiden großen Söhne des Hauses: Kolo Touré, 29, Innenverteidiger bei Manchester City. Und Yaya Touré, 27, Mittelfeldregisseur beim FC Barcelona – der erste Spieler der Elfenbeinküste, der mit seiner Mannschaft die Champions League gewonnen hat. Vater Touré hat die Poster so aufgehängt, dass er "beide im Blick hat, wenn ich für sie bete". 
Stolz ist Mory Touré natürlich auf alle seine zehn Kinder – aber Allah dankt er besonders für seine beiden Fußballer. Ganz ohne Starallüren haben sie es an die internationale Spitze geschafft und nebenbei die ganze Familie gerettet. Denn als Feuerwehrmann, Tankwart und später als Fahrer für das Militär brachte Papa Touré nie genug Geld nach Hause.
Deswegen hatte er nicht lange gezögert, als Talentscouts vor der Tür standen, um Kolo und Yaya in das renommierte Fußball-Internat von ASEC Mimosas aufzunehmen – dem FC Bayern der Elfenbeinküste. "Ich hatte riesige Geldprobleme", sagt Mory Touré. Kolo, der Älteste habe das immer gespürt. Und schon als er zehn Jahre alt war, habe er sich entschieden, alles zu tun, damit es seinen Eltern einmal besser gehe. "Und als er dann seinen ersten Profi-Vertrag unterschrieb, da dachte er nicht ans Geld, sondern daran, dass er damit seiner Familie helfen kann."  Mory Touré bekommt noch immer feuchte Augen, wenn er davon schwärmt, wie Kolo damals bei Arsenal London darauf bestand, dass der Verein seinen Eltern ein Haus finanziert. In diesem kleinen Haus wohnen die Tourés seit zehn Jahren. Längst wollten die Fußball-Stars ihrem Vater eine neue, schönere Bleibe schenken, weil die Berühmtheit zur Last geworden ist: "Ständig klopfen wildfremde Leute an meiner Tür und wollen Geld, sie kommen mit Rechnungen und Prokjektideen. Die Leute denken, ich hätte Geld, ich sei so was wie der Bankier meiner Söhne."...


Côte d'Ivoire: Overview - Cote d'Ivoire at World Cup

Der "andere große" Spieler der Ivorer ist Didier Drogba, in Afrika DIE Ikone des Fußballs. Noch vor dem ersten Spiel stand halb Afrika Kopf, weil nicht feststand, dass Didier verletzungsbedingt überhaupt würde spielen können:


Didier Drogba: Drogba, der Hoffnungsträger

WM 2010: PORTUGAL - ELFENBEINKÜSTE 0-0, INTERVIEW DIDIER DROGBA - "Je n'ai pas eu d'appréhension"  

Didier Drogba: Held der Elfenbeinküste


Didier Drogba: Der Heilsbringer
Von Christian Eichler /FAZ.NET


Der wichtigste Ivorer - auf und abseits des Platzes: Didier
 Drogba
 ...Fußball ist keine Religion in Afrika“, heißt es auf einem Plakat in Kapstadt, „aber Fußball ist alles, was eine Religion sein sollte.“ Was Fußball in Afrika auslösen kann, zeigt die Rede, die Didier Drogba 2005 in einer Umkleidekabine hielt. Die Elfenbeinküste hatte sich wenige Minuten zuvor erstmals für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Plötzlich sahen die jubelnden Menschen daheim auf den Fernsehschirmen das Bild aus der Kabine ihres Teams. Live auf Sendung ergriff Drogba das Wort: „Ivorerinnen und Ivorer, wir haben heute bewiesen, dass alle Bewohner der Elfenbeinküste zusammenleben, dass wir gemeinsam für ein Ziel spielen können, die WM-Qualifikation. Ich flehe euch auf meinen Knien an: Lasst nicht zu, dass unser reiches Land durch einen Krieg verwüstet wird.“ Dann gingen Drogba und seine Mitspieler auf die Knie. „Ich bitte euch: Legt die Waffen nieder. Organisiert Wahlen, und alles wird gut.“ 2002 war im Land ein mörderischer Stammes- und Bürgerkrieg ausgebrochen. Nach Drogbas Rede kam es zu einem Waffenstillstand. Er währte zwar nicht lange. Aber zwei Jahre später, als endlich eine dauerhafte friedliche Einigung gefunden schien, waren es abermals Drogba und der Fußball, die ihr Glaubwürdigkeit einhauchten. Einen Tag nach seiner Wahl zu Afrikas „Fußballer des Jahres“ besuchte Drogba den Staatspräsidenten und flog kurz darauf in die Rebellen-Hauptstadt Bouaké, um anzukündigen, dass dort das Nationalteam bald wieder spielen werde. Diese Partie war für das skeptische Volk der Beweis, dass der Krieg wirklich vorbei sei. Drogba sagte später: „Da dachte ich, die Elfenbeinküste sei neu geboren worden.“
Von der Glaubwürdigkeit von Drogbas Rede ans Volk schwärmte vor der WM in Südafrika Willi Lemke, der Sonderberater für Sport des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, die 2007 Drogba zu ihrem „Goodwill-Botschafter“ ernannte: „So stark wird kein Politiker das rüberbringen können, wie das der Sport kann.“ Allerdings unterliegen auch Fußballmärchen der politischen Realität, und selbst Drogba konnte nicht verhindern, dass sein Land nach Ende des Krieges politisch instabil und wirtschaftlich zerrüttet blieb....


Vor dem Spiel gegen Portugal: Afrika bangt um Didier Drogba

Fifa: Drogba darf mit Schutz-Schiene spielen  

Fußball-WM 2010: Afrika im Glück: Didier Drogba darf spielen

Côte d'Ivoire: Drogba's Absence Opens Door

WM-Auftakt der Elfenbeinküste: Stürmerstar Drogba darf mit Spezialmanschette spielen




ELFENBEINKÜSTE – PORTUGAL ELFENBEINKÜSTE Trainer: Sven-Göran Eriksson PORTUGAL Trainer: Carlos Queiroz

Fußball-WM: Elfenbeinküste - Portugal: Duell der Hoffnungsträger

Fußball-WM 2010: Elfenbeinküste und Portugal trennen sich torlos

Torlos in Port Elizabeth: Elfenbeinküste und Portugal überzeugen nicht

Elfenbeinküste remis gegen Portugal

Côte d'Ivoire: Thrilling Elephants Forced Into World Cup Draw

Fußball-WM: Elfenbeinküste - Portugal: Spitzenspiel mit magerem Ergebnis

Ronaldo trifft nicht - torlos gegen Elfenbeinküste

Elfenbeinküste gegen Portugal: Unentschieden in der Todesgruppe

Elfenbeinküste-Portugal: Viel Lärm um Wenig


Fußball-WM: Portugal - Elfenbeinküste: Niemand staunt 

Elfenbeinküste-Portugal: Vom Winter gelähmt 


Côte d'Ivoire: Elephants Dominated Much of First World Cup Game 


Video | Elfenbeinküste und Portugal ohne Tore



Côte d'Ivoire: Drogba to Lead World Cup Attack Against Fearsome Brazil


Im Gespräch: Mamadou Geye: Das Finale? Kamerun - Elfenbeinküste!
 FAZ.NET/Hintergründe/ Die Fragen stellte Thomas Scheen.

15. Juni 2010 
Mamadou Geye ist Fußballkommentator beim südafrikanischen Fernsehsender SuperSport. Der gebürtige Ivorer gilt als einer der besten Kenner der afrikanischen Fußballszene und genießt in Südafrika aufgrund seiner ebenso pointierten wie temperamentvollen Kommentare Kultstatus.

Welche Bedeutung hat die erste Weltmeisterschaft auf dem Kontinent für den afrikanischen Fußball?

Dieses Turnier ist eine schöne Form der Anerkennung für das, was Afrika für den internationalen Fußball geleistet hat. Wir exportieren seit langer Zeit unsere besten Spieler, die dann in Europa für Furore sorgen. Ein bisschen davon bekommen wir gerade zurück. Die Weltmeisterschaft in Südafrika ist nicht zuletzt eine Verbeugung der Welt vor unseren Talenten.

Wenn afrikanische Spieler ihr Glück in Europa suchen, dann auch deshalb, weil sie zu Hause an der Unfähigkeit und der Korruption der nationalen Verbände scheitern. Kann die WM dies ändern?

Daran glaube ich fest. Diese Weltmeisterschaft ist eine Veranstaltung auf einem sehr hohen professionellen Niveau. Wir Afrikaner lernen hier jeden Tag unerhörte Dinge. Wir sehen, wie man zielorientiert arbeitet. Das ist speziell für die junge Generation wie eine Offenbarung. Dieses neue Wissen wird sich nach der WM nicht einfach wieder einsperren lassen. Es wird den Generationswechsel in den nationalen Verbänden beschleunigen, weil die Alten sich nach dieser WM vielen unbequemen Fragen stellen müssen.

Südafrika als Austragungsort hat sich einiges an Kritik gefallen lassen müssen. Das Land sei brandgefährlich und nicht in der Lage, ein solches Großereignis zu organisieren. Trifft Sie das als Afrikaner?

Natürlich trifft mich das, und ich finde, das geht entschieden zu weit. Mexiko hat zweimal eine WM ausgerichtet, und das ist bestimmt nicht das sicherste Land der Welt. Für mich grenzt das Ganze an Diskriminierung. Afrika ist das Schmuddelkind der Weltgemeinschaft, und genauso wird es behandelt. Auch deshalb ist diese WM so wichtig für den Kontinent: Das Turnier wird unser Schaufenster sein, und was die Welt dort zu sehen bekommt, wird ihr gefallen.

Südafrika hat diese WM als die „Weltmeisterschaft für Afrika“ beworben, sich dann aber knauserig bei der Zuteilung von Visa für afrikanische Fans gezeigt. Wie passt das zusammen?

Das ist leider wahr. Von den knapp drei Millionen Tickets wurden nur 40 000 auf dem Kontinent verkauft. Wenn Südafrika über seine Grenze schaut, sieht es immer gleich Amerika oder Europa, jedoch nie Nigeria oder Kenia. Aber das ist nicht weiter schlimm. Afrika hat akzeptiert, dass Südafrika das Einfallstor zum Kontinent ist. Wir werden alle vom Imagegewinn dieser Weltmeisterschaft profitieren.

Die afrikanischen Mannschaften haben allesamt starke Gruppengegner. Ghana spielt gegen Deutschland und Serbien, Elfenbeinküste gegen Brasilien und Portugal, um nur zwei Mannschaften zu nennen. Gehen die Afrikaner wieder einmal nach der Vorrunde unter?

Wenn es um individuelle Spieler geht, ist keine andere Mannschaft so stark wie Kamerun, Elfenbeinküste oder Nigeria. Schauen Sie sich an, welche Leistung ein Drogba bei Chelsea abliefert, ein Eto'o bei Inter Mailand und ein Baki bei Marseille. Zudem, und das ist entscheidend, wird dieses Turnier in Stadien ausgetragen, in denen das Publikum überwiegend schwarz sein wird. Das wird die Entscheidung der Schiedsrichter beeinflussen, und die Afrikaner werden vor einer solchen Kulisse alles geben, wozu sie in der Lage sind.

Ihr Tipp für das Finale?

Kamerun - Elfenbeinküste.

Jetzt mal ernsthaft.

Das ist mein voller Ernst! Unser Ansporn als Afrikaner ist es, bei der ersten Weltmeisterschaft auf dem Kontinent den Pokal auf dem Kontinent zu halten. Ihr werdet euch noch wundern, wie wir spielen werden!


Bei zwei afrikanischen Mannschaften ist der Ausstieg leider klar:

Wieder stirbt die Hoffnung
WM 2010: Dänemark - Kamerun: Zähmung der Löwen  
WM 2010 in Südafrika: "Danish Dynamite" schießt Kamerun raus
WM 2010 - Gruppe E: Kameruns "Löwen" zerfleischen sich selbst
Dänemark wirft die "Löwen" aus dem Turnier  
What Was Cameroon's Coach Thinking?
1:2 gegen Dänemark: Kamerun als erstes Team ausgeschieden 
Kamerun unter Druck: Samuel Eto'o und die unversöhnbaren Löwen 
Cameroon: Tensions Boil in Lions Camp at World Cup 
Fußball-WM: Dänemark schaltet Kamerun aus
WM-Pressestimmen: „Wir werfen uns vor ihm in den Staub - wir leben!“
Kamerun - Dänemark: Dem Zickendrama folgt das WM-Aus 
Cameroon: Africa's World Cup Hopes Fade as Indomitable Lions Lose

Nigeria: Super Eagles Lose Again
WM 2010 - Nigeria: 1000 Morddrohungen nach Roter Karte  
WM 2010 - Gruppe B: Nigeria schenkt Griechen den Sieg

20. Juni: Spektakelfußball war gestern

Fußball-WM 2010: "Afrikanischen Mannschaften fehlt die Professionalität"
von Ulf Zimmermann, SID /STERN.de

....Den ausgewiesenen Experten Otto Pfister, der in Afrika acht Nationalteams trainiert hat, wundert diese Zwischenbilanz nicht. "Die afrikanischen Mannschaften sind einfach nicht professionell genug. Da fehlt die Organisation und Logistik, die Ausbildung von Trainern oder die medizinische und leistungsdiagnistische Betreuung wie in Deutschland", sagt der 72-Jährige dem SID.
Als weiteres Problem sieht der Fußballlehrer, der bei der WM-Endrunde in Deutschland vor vier Jahren Togo betreut hatte, vor allem die Vorbereitung. Kamerun habe Testspiele über einen Agenten arrangieren lassen, um Geld zu verdienen. "Die sind drei Wochen durch halb Europa getingelt. Von Frankreich nach Österreich, dann nach Portugal, dann nach Belgrad, um dann sechs Tage vor dem WM-Start noch in die Heimat zu reisen", sagte Pfister.
Der Veteran, der während der WM als Co-Kommentator für das Schweizer Fernsehen arbeitet, listete weitere Probleme auf. Funktionäre, "nicht alle", ohne Fachkompetenz mischen sich in sportliche Belange ein. Die Prämienfrage sei bis ins Turnier hinein teilweise nicht geklärt und die Stars wie Samuel Eto'o oder Didier Drogba müssten Rollen spielen, die sie gar nicht können. "Die werden bei ihren Vereinen in Europa doch streng kontrolliert. Ein Jose Mourinho gibt Samuel Eto'o strikte Anweisungen, was er zu tun hat. In Kamerun ist er der Star und kann tun, was er will", erklärt Pfister.
So würde es zahllose weitere Gründe dafür geben, warum durchschlagender Erfolg ausbleibe. Einen afrikanischen Weltmeister, da ist sich Pfister sicher, werde die Fußball-Welt in Südafrika nicht erleben. Viel zu schwach seien fast alle Torhüter. "Weltmeister wird Argentinien, Spanien oder England. Und Afrika muss weiter warten", sagt Pfister: "Wenn ich dann lese: Eines Tages wird eine afrikanische Mannschaft Fußball-Weltmeister, dann denke ich bei mir: Eines Tages vielleicht, aber nicht in den nächsten zehn Jahren. Sicher nicht."...


Na ja, das kann man auch ganz anders sehen!
Zum Schluß vielleicht doch noch mal was zum Schmunzeln?!


Ach Ivorer!

Fotos: DANKE!  
Der wichtigste Ivorer - auf und abseits des Platzes: Didier Drogba: FAZ.net
Die Toures: FAZ.Net
Header: Public Domain/Wikimedia Commons 
Nelson Mandela: Nelson Mandela WM 2010/Chaouki Kamboua/Creative Commons Attribution ShareAlike License 3.0/Wikimedia Commons
.....

Voodoo-Altar in Benin

Voodoo-Altar in Benin
Foto: Voodoo-Altar 08/D. Schwarz/Creat. Comm. Lic. 3.0/Wikimedia C.

Nubische Pharaonen

Nubische Pharaonen
Foto: Wufei 07/Public Domain/Wikimedia Commons

Gegenwartskunst aus Afrika

Gegenwartskunst aus Afrika
Nostra Immagine / Twice 25 & Rinina 25 / GNU-Fr. Doc. Lic.1.2 / Wiki. Com.

Ein kleines Souvenir vielleicht?!

Afrikas Musik