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Samstag, 26. Juni 2010

FOCUS AFRICA - Nicht nur ein Blick auf die Fußball-WM 2010 (6): Wie bei den Mauern von Jericho...



Aus gegebenem Anlaß veröffentlichen wir heute hier einen kompletten Artikel der Tageszeitung junge Welt und möchten darauf hinweisen, dass es sich immer lohnt, auch dort auf die Suche nach guten Artikeln zu gehen. Gerade was Rassismus, 3. Welt und Unterdrückung angeht,  widmet sich die junge Welt oft Themen, die in anderen Medien gar keine Beachtung finden.
(Foto: AP)
Mumia Abu Jamal ist Afroamerikaner, der wegen des angeblichen Mordes an einem Polizisten in der Todeszelle saß. International wird seit vielen Jahren von zahlreichen Organisationen und Einzelpersonen für seine Freilassung gekämpft. Mittlerweile ist eine Wiederaufnahme seines Prozesses in Aussicht, weil das Oberste US-Bundesgericht (zum ersten mal überhaupt!) so entschied.
Seine vielen Gefängnisjahre hat Mumia u.a. dazu genutzt, ein Jura-Studium abzuschließen und seinen ursprünglichen Beruf (Radio-Journalist) so zu erweitern, dass er sich als Autor von Büchern und Artikeln weltweit einen Namen machen konnte.
In der Tageszeitung junge Welt hat er eine regelmäßige, wöchentliche Kolumne.

Artikel Abu-Jamals
 
26.06.2010: Fanfare der Unterdrückten (Tageszeitung junge Welt) 

Vom Ursprung der Vuvuzela als Instrument der »Nazarite Church« – einer Kirche der Schwarzen

Von Mumia Abu-Jamal


Die Geräuschkulisse, erzeugt von Zehntausenden Vuvuzelas, ist zum Erkennungszeichen der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika geworden. Wie jeder Zuschauer mittlerweile weiß, ist die Vuvuzela ein Blasinstrument. Es ähnelt mittelalterlichen Fanfarentrompeten und weist wie diese eine langgezogene enge Mensur auf, die in einem weiten Schalltrichter endet. Anders als viele Blasinstrumente wird sie allerdings ohne Ventile gespielt. Der nur begrenzt variable Ton entsteht mittels einer bestimmten Lippentechnik beim Anblasen.

Vor allem unter den Fußballfans Südafrikas erfreut sich die Vuvuzela schon seit geraumer Zeit großer Beliebtheit. Einzeln geblasen klingt das Geräusch wie das Trompeten eines Elefanten, wird das Instrument aber von vielen Fans gleichzeitig benutzt, hört es sich wie ein angriffslustiger Hornissenschwarm an.

Doch hat die Vuvuzela ursprünglich nichts mit Fußball und dem Enthusiasmus ausgelassener Fußballfans zu tun. Anspruch auf die Urheberschaft als Teil ihrer religiösen Rituale erhebt die Shembe-Bewegung, deren Anfänge im frühen 19. Jahrhundert liegen. Unter der Führerschaft des südafrikanischen Geistlichen Isaiah Shembe entstand eine Bewegung, deren Wesen eine unverkennbare Mischung aus Zulukultur und christlichem Glauben ist. In ihrem Mittelpunkt steht die strikte Befolgung der biblischen zehn Gebote.

Isaiah Shembe gründete die Nazarite Church, auch Nazareth Baptist Church genannt, im Jahr 1910. Sie gehört zu den African Initiated Churches. Dieser Oberbegriff umfaßt alle christlichen Gemeinschaften Afrikas, die nicht von ausländischen Missionaren, sondern eigenständig von Afrikanern initiiert wurden. Heute zählt die Nazarite Church vier Millionen Mitglieder in der südlichen Region Afrikas. Sie ist eine der größten unabhängigen Kirchen des Kontinents mit über 7000 Tempeln. Ihr religiöses Zentrum ist KwaZulu-Natal, das traditionelle Heimatland des Stammes der Zulu an der Ostküste Südafrikas.

Einmal im Jahr pilgern Tausende und Abertausende Gläubige der Nazarite Church zum heiligen Berg Nhlangagazi. Hier soll Isaiah Shembe vor gut hundert Jahren seine Offenbarung durch den heiligen Geist erfahren haben, weshalb sich seine Gemeinde dort in treuer Gefolgschaft versammelt und wie ihr zweites großes Vorbild Jesus von Nazareth den Pilgerweg barfuß zurücklegt.

»Shembe ist der Prophet Afrikas für Afrika«, erklärte Chencey Sibisi, Generalsekretär der Nazarite Church. »Die weiße Kolonialregierung des Apartheidstaates konnte sich nicht vorstellen, daß eine von einem Schwarzen gegründete Kirche Bestand haben würde, aber es gibt uns immer noch.« Davon legte die große Gemeinde im Januar 2010 erneut Zeugnis ab, als 300000 Männer und Frauen, in weiße Gewänder gekleidet, zu ihrem heiligen Berg pilgerten. Sie kamen nicht nur aus Südafrika, sondern auch aus Mocambique, Malawi und anderen Ländern der Region. Weithin erschallte das tiefe Dröhnen ihrer Vuvuzelas, denn die Shemba-Anhänger blasen nur ihre tiefen Töne an.

Als die Fußballweltmeisterschaft näherrückte und sich die kommer­zielle Vermarktung der Vuvuzela abzeichnete, drohte die Nazarite Church zunächst damit, gerichtlich gegen die Zweckentfremdung ihres religiösen Instruments vorzugehen. Doch die Drohung wurde nicht wahrgemacht. Vielleicht ahnten weise Verantwortliche dieser Kirche, daß die Ausbreitung der Vuvuzela unter Millionen von sportbegeisterten Fußballpilgern nicht mehr aufzuhalten war.

Dabei drängt sich ein Vorschlag auf: Jetzt, da die Vuvuzelas weltweit so billig auf den Markt geworfen werden, sollten wir sie massenhaft horten, um sie nach dem Ende des Fußballspektakels rund um den Erdball zur Fanfare der Unterdrückten zu machen und mit ihr den Herrschenden auf unseren Demos und bei unseren Protesten lautstark den Marsch zu blasen.

Übersetzung: Jürgen Heiser
Berlin: Geburtstagsgruß für Mumia Abu-Jamal

»Mumia weiß, daß er umgebracht werden soll«

02.10.2009: Es hat sich nichts geändert (Tageszeitung junge Welt)

Verurteilter Journalist: Mumia Abu-Jamal - Hoffnung hinter Gittern

Todeskandidat Mumia Abu-Jamal: Selbst Obama kann nicht helfen - taz.de 

Mumia Abu-Jamal droht erneut Todesstrafe

USA: Prozess gegen Abu-Jamal wird neu aufgerollt 

Website der Verteidigung Mumia Abu-Jamals

Mumia Abu-Jamal – Wikipedia 










Pro und Contra: Der Sound der WM: Vuvuzela

WM 2010: Vuvuzela-Diskussion empört Afrikaner 

Fußball-WM 2010: "Neo-Kolonialisten" gegen Vuvuzelas 

Who's Making Money From All Those Vuvuzelas?

Vuvuzelas Is a South African Thing. You Wouldn't Understand  

 Bildstrecke: WM 2010: Vuvuzelas: Krieg der Tröten
 

FOTOS: DANKE! 
Vuvuzelas: Gruppendynamische Tröte: Zusammen brummt's noch schöner. - Foto: AFP Vuvuzela: Die Stimmung ist gekippt
Mumia Abu Jamal: DW-Welt.de
 Mumia Abu-Jamal droht erneut Todesstrafe
Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Fast drei Jahrzehnte hinter Gittern: Mumia Abu-Jamal, hier im Juli 1995

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Donnerstag, 24. Juni 2010

FOCUS AFRICA - Nicht nur ein Blick auf die Fußball-WM 2010 (5): ANGRIFF vor ANPFIFF

 English version: Attention & Respect: Encounter: A beerbottle, a young African man and little old me


Zum Warten auf den Bus hatte ich mich an diesem heißen Spätnachmittag auf die Bank im dafür vorgesehenen Häuschen gesetzt. Um mich herum flutete der Berliner Berufsverkehr, jede Menge Deutschland-Fahnen, -Flaggen und Fläckchen bestimmten das Straßenbild in Berlins City wenige Stunden vor dem Anpfiff des WM-Spiels Ghana gegen Deutschland.

Irgendjemand hatte auf einem Sitz im Wartehäuschen eine leere Bierflasche stehen gelassen. Na, dachte ich gerade noch, hoffentlich wirke ich jetzt nicht wie 'ne alte Schnapsdrossel - so müde und erschöpft wie ich mich fühlte in der asphalt-flirrenden Hitze und den Abgas-Odeur der Großstadt.

Der junge Schwarze Mann kam, sanfte Kurven - zum Ausweichen vor den Passanten und den Straßenschildern - ziehend, auf einem Fahrrad auf dem Bürgersteig auf mich zu. Vor mir hielt er an und fragte, ob das meine Flasche sei, was ich ich sofort verneinte. Also war ich doch tatsächlich mit dieser doofen Bierflasche in offensichtliche Verbindung zu bringen, dachte ich noch - als ein Bus um die Ecke bog. "Nein, die können Sie mitnehmen!" rief ich dem jungen Mann noch zu und stand schnell auf, um die paar Schritte zur Haltestelle zu gehen, meine Gedanken schon beim Einsteigen und meiner nächsten Destination.

"Bitte, nein!", sagte der junge Afrikaner ganz sanft und mit einem schüchternen Lächeln, dazu machte er eine beschwichtigende Handbewegung. "Bitte, keine Angst haben, ich nehme nur die Flasche!" Ich muß ihn wohl ziemlich entgeistert angeschaut haben, weil ich zunächst seinem Gedankengang gar nicht folgen konnte - und weil ja der Bus schon vorfuhr. "Nein, ich habe keine Angst! Ich wollte nur nach meinem Bus schauen....!," habe ich schnell geantwortet - und spürte schon im gleichen Augenblick die Unmöglichkeit, die Ungeheurlichkeit dieses Moments, der einen Wimpernschlag später auch schon verflogen war.

Die Busfahrt über versuchte ich zu ergründen, was denn dieses Besondere eigentlich gewesen war. Ich hatte einen jungen Afrikaner in Berlin gesehen, der offensichtlich die Straßenpapierkörbe nach Flaschen absuchte. Das tun hier mittlerweile viele Menschen - und lange schon sind das keine offensichtlich Obdachlosen mehr: Rentnerinnen, sauber und geschmackvoll angezogen, Kinder, die sich was kaufen wollen außer der Reihe und ganz normale Mittelstandsmänner, die dann schnell so tun, als sei ihnen was in den Papierkorb gefallen, das sie jetzt suchen müssen.

Gut, Afrikaner waren mir bislang in diesem Zusammenhang noch nicht aufgefallen, aber das war ganz sicher nicht von Bedeutung. Tatsache war aber, dass der junge Mann ganz offensichtlich davon ausgegangen war, dass ich Angst vor ihm hätte, weil ich schnell aufgestanden war, als er sich mir und der Bierflasche genähert hatte. Ob er meine schnelle, verlegene Entgegunung überhaupt gehört hatte, konnte ich nicht mit Sicherheit sagen. Eines aber wusste ich genau: Was immer ich auch sonst gesagt hätte, es wäre nicht ausreichend gewesen. Es hätte Zeit gebraucht und ein richtiges Gespräch, um sich soweit anzunähern, dass eine Verständigung jenseits der Betroffenheit und der Angst - welcher Art auch immer - möglich gewesen wäre.
Ich hätte mich gern mit ihm unterhalten, dem jungen Mann aus Afrika, denn er muß ein sehr netter und sensibler Mensch sein: hat er mich fremde, ältere Frau doch vor meiner eigenen Angst (vor ihm!) schützen wollen.

Als ich noch in der selben Nacht am PC über folgende Meldung der Polizei stolperte, habe ich die Komplexität, den Irrwitz dieses besonderen Augenblicks am Nachmittag aber erst wirklich erkannt: ER hätte es sein müssen, der sich fürchtet. Und ich hätte es sein müssen, die sich ihm zuwendet - um ihn zu schützen. Und/oder um ihm zu erklären, warum es so ist, dass sich junge Afrikaner und andere Schwarze Menschen (mitten im geschäftigen Berlin, umgeben von unzähligen Leuten in der abendlichen U-Bahn) in meinem Land fürchten müssen. Vor verrückten Schlägern - und vor der Deutschen Polizei.

Aber ich kann es mir ja selber nicht erklären.

Pressemeldung der Berliner Polizei

Eingabe: 23.06.2010 - 12:40 Uhr

Mann fremdenfeindlich beleidigt und geschlagen

Mitte

# 1849

Zwei Männer haben gestern Abend in Gesundbrunnen einen Afrikaner fremdenfeindlich beleidigt und anschließend geschlagen.
Anlässlich des bevorstehenden WM-Vorrundenspiels zwischen Deutschland und Ghana machten die beiden betrunkenen Männer im Alter von 42 und 43 Jahren im U-Bahnabteil der Linie U8 lautstark abfällige Bemerkungen über Afrikaner und beleidigten den ebenfalls im Waggon sitzenden 31-Jährigen wegen seiner Hautfarbe. Als der Mann den Zug gegen 20 Uhr 15 am U-Bahnhof Osloer Straße verlassen wollte und dabei einen der beiden „Pöbler“ anrempelte, schlugen die Täter mit Fäusten auf ihn ein. Nachdem die Schläger sich anschließend entfernen wollten, zerschlug der 31-Jährige eine Flasche, verfolgte und bedrohte sie. Alarmierte Polizeibeamte beruhigten kurz darauf die Situation und nahmen die 42- und 43-Jährigen fest. Nachdem bei ihnen eine Blutentnahme vorgenommen wurde, kamen sie wieder auf freien Fuß. Gegen sie wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung ermittelt. Gegen den 31-Jährigen, der sich (?) bei den Angriffen leicht verletzte, wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung eingeleitet.

Mein Kommentar: 
Eigentor und Abpfiff für Deutschland!!!




Sonntag, 20. Juni 2010

FOCUS AFRICA - nicht nur ein Blick auf die Fußball-WM 2010 (4)



Fußball-WM 2010: Stotterstart für Afrikas Teams  

Africa's World Cup Getting Less African


WM 2010 in Südafrika: Begeisterung am Kap schwächelt
von Ralph Krüger/DPA/STERN.de


...Doch im Gastgeberland selbst hat die Begeisterung über die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden einen mächtigen Dämpfer bekommen, seit das heimische Team vor dem WM-Aus steht. Die Wirkung des 3:0-Siegs von Uruguay über Südafrika verglichen heimische Kolumnisten mit der "Hindenburg"-Zeppelinkatastrophe: "Danach war nur noch Stille"....
Straßenhändler wagen kaum noch, die heimische Flagge an den Ampeln zum Verkauf anzupreisen - der zuvor allgegenwärtige Fan-Artikel verkommt zum Ladenhüter. "Autofahrer werden ausfällig und aggressiv, wenn ich meine Nationalflagge zum Verkauf anpreise", sagt einer von ihnen. Die von der Politik angeheizten Erwartungen der Bevölkerung sind bitterer Enttäuschung gewichen - selbst die anderen afrikanischen Teams haben mit Ausnahme von Ghana bisher enttäuscht.
Karikaturisten entdecken angesichts des nationalen Blues einen neuen Verwendungszweck der umstrittenen Vuvuzela: Ein "Bafana Bafana"-Fan mit Makarapa-Kopfbedeckung begeht mit ihr Harakiri. "Der ultimative Verwendungszweck der Vuvuzela", meinte dazu der "Saturday Star". Kein Wunder, dass selbst der Übervater der Nation, Ex-Präsident Nelson Mandela, vor diesem Hintergrund über seine Stiftung dazu aufruft, nicht nachzulassen beim WM-Enthusiasmus....



World Cup In South Africa A Source Of Pride For Black Players

Bildstrecke: WM 2010: Artisten am Ball: Ballerinas und Tanzbären



Afrikas Teams: »Ein schwarzer Stern leuchtet nie«
  von Bartholomäus Grill/ZEIT.online

...Die Reihe der tragischen WM-Niederlagen ist damit noch nicht zu Ende. Japan und Korea 2002: Senegal scheidet im Viertelfinale durch ein Golden Goal gegen die Türkei aus. Deutschland 2006: Die Elfenbeinküste wird der Todesgruppe zugelost und unterliegt mit viel Pech gegen Argentinien und die Niederlande. Die Ghanaer verlieren das Achtelfinale gegen Brasilien, obwohl sie das Spiel dominieren. Mit einer klügeren Taktik hätten sie die müde Seleção durchaus schlagen können.
Aber was macht Odemwingie? Er zögert, versucht, mit einem eleganten Übersteiger den Verteidiger auszutricksen – und verstolpert den Ball. Eine große Chance, leichtfertig vertan durch einen egoistischen Akteur, der seine Kollegen nicht mehr wahrnimmt und ganz alleine glänzen will. Mit Alleingängen aber lässt sich keine WM gewinnen – den Sonderfall Messi einmal ausgenommen.
Schon beim Auftaktspiel der Südafrikaner konnte man studieren, woran es afrikanischen Fußballern häufig mangelt: Sie agieren zu langsam, zu lässig, zu leichtsinnig....
Zum organisatorischen Chaos im Umfeld kommt die fehlende innere Ordnung der Mannschaften hinzu: Die Spieler halten sich nicht an taktische Vorgaben, unterschätzen ihre Kontrahenten und treten allzu selbstgefällig auf. Und wenn es nicht läuft, hadern und streiten sie.
Das aktuellste Beispiel lieferten die Nigerianer bei ihrer Schlappe gegen Argentinien.
Im Kral ist nur für einen Bullen Platz, lehrt ein Sprichwort der Zulu. In der Elf der Ivorer sind zu viele Bullen: Drogba, Eboué, Kalou, die Gebrüder Touré. »Wir haben große Spieler, aber kein großes Team«, bekennt Kolo Touré. Beim Wind-und-Regen-Match gegen Portugal hatte die Elfenbeinküste nur mittelmäßig gespielt, sich aber trotzdem nicht unterkriegen lassen. Die Devise: Nur kein Tor kassieren. »Wenn man gegen Deco und Ronaldo ungestüm angreift, ist das tödlich«, erklärte der schwedische Trainer Sven-Göran Eriksson.
So bleiben also nach dem Stand der Dinge nur drei Mannschaften vom afrikanischen Sixpack übrig, die für Überraschungen sorgen könnten: Südafrika, Ghana und die Elfenbeinküste. Bafana Bafana braucht allerdings ein kleines Wunder und die akustische Massenwaffe namens Vuvuzela, um sich für die Runde der letzten sechzehn zu qualifizieren. Für die Ivorer schlägt die Stunde der Wahrheit gegen Brasilien. Der kompakte Auftritt der Ghanaer gegen Serbien weckt vorerst die größte Hoffnung....Woran liegt es, dass die Afrikaner immer wieder an sich selbst scheitern? Es gibt Schlüsselszenen, in denen die Schwächen ihres Fußballs wie unter einem Brennglas sichtbar werden. Eine war bei der Begegnung von Nigeria und Argentinien in Johannesburg zu beobachten. Da rannte Mitte der zweiten Halbzeit Osaze Odemwingie auf der linken Seite auf das Tor der »Gauchos« zu. In der Strafraummitte gestikulierte der frei stehende Yakubu Aiyegbeni. Gib ab! Hat er vermutlich geschrien, aber das konnte man im Orkan der Vuvuzelas natürlich nicht hören. Odemwingie hätte den Ball quer passen müssen, dann wäre womöglich der Ausgleich gefallen, und die Super Eagles hätten dem WM-Mitfavoriten Argentinien mit viel Dusel einen Punkt geklaut....

Wie gesagt: noch ist längst nicht alles verloren für Afrikas Mannschaften. Heute nun werden uns die Männer von der Elfenbeinküste zeigen, ob sie für ganz Afrika siegen können. Mitdabei auf dem Spielfeld sind auch die Brüder Kolo und Yaya Touré, bei denen wir schon einmal zum Tee eingeladen waren


Stolz und bescheiden - Tee bei den Tourés
 Autor: Alexander Göbel/DW-World.de
 

Yaya Touré 
(Elfenbeinküste) gegen  Hassen Yebda (Algerien) beim Afrika Cup. 
(Foto:ap)
Arsenals 
ivorischer Abwehrspieler Kolo Touré am 13.09.2006 in der Hamburger 
AOL-Arena. (Foto: dpa)   Kolo / Yaya 

Kolo und Yaya Touré sind nicht nur Superstars bei Manchester City und Barca: Die Brüder sind auch die wichtigsten Stützen der Mannschaft der Elfenbeinküste. Aber auch der Vater der beiden profitiert vom Ruhm der Söhne.

Mory Touré hat zum Tee geladen, in sein bescheidenes Reihenhäuschen in Youpougon, einem Arbeiterviertel von Abidjan. Doch der Tee muss warten – zuerst wird gebetet. In seinem hellblauen Festtags-Boubou kniet der greise Familienvater auf dem Teppich im Wohnzimmer. An der nackten Wand neben dem winzigen Fernseher hängen zwei gerahmte Poster. Sie zeigen die beiden großen Söhne des Hauses: Kolo Touré, 29, Innenverteidiger bei Manchester City. Und Yaya Touré, 27, Mittelfeldregisseur beim FC Barcelona – der erste Spieler der Elfenbeinküste, der mit seiner Mannschaft die Champions League gewonnen hat. Vater Touré hat die Poster so aufgehängt, dass er "beide im Blick hat, wenn ich für sie bete". 
Stolz ist Mory Touré natürlich auf alle seine zehn Kinder – aber Allah dankt er besonders für seine beiden Fußballer. Ganz ohne Starallüren haben sie es an die internationale Spitze geschafft und nebenbei die ganze Familie gerettet. Denn als Feuerwehrmann, Tankwart und später als Fahrer für das Militär brachte Papa Touré nie genug Geld nach Hause.
Deswegen hatte er nicht lange gezögert, als Talentscouts vor der Tür standen, um Kolo und Yaya in das renommierte Fußball-Internat von ASEC Mimosas aufzunehmen – dem FC Bayern der Elfenbeinküste. "Ich hatte riesige Geldprobleme", sagt Mory Touré. Kolo, der Älteste habe das immer gespürt. Und schon als er zehn Jahre alt war, habe er sich entschieden, alles zu tun, damit es seinen Eltern einmal besser gehe. "Und als er dann seinen ersten Profi-Vertrag unterschrieb, da dachte er nicht ans Geld, sondern daran, dass er damit seiner Familie helfen kann."  Mory Touré bekommt noch immer feuchte Augen, wenn er davon schwärmt, wie Kolo damals bei Arsenal London darauf bestand, dass der Verein seinen Eltern ein Haus finanziert. In diesem kleinen Haus wohnen die Tourés seit zehn Jahren. Längst wollten die Fußball-Stars ihrem Vater eine neue, schönere Bleibe schenken, weil die Berühmtheit zur Last geworden ist: "Ständig klopfen wildfremde Leute an meiner Tür und wollen Geld, sie kommen mit Rechnungen und Prokjektideen. Die Leute denken, ich hätte Geld, ich sei so was wie der Bankier meiner Söhne."...


Côte d'Ivoire: Overview - Cote d'Ivoire at World Cup

Der "andere große" Spieler der Ivorer ist Didier Drogba, in Afrika DIE Ikone des Fußballs. Noch vor dem ersten Spiel stand halb Afrika Kopf, weil nicht feststand, dass Didier verletzungsbedingt überhaupt würde spielen können:


Didier Drogba: Drogba, der Hoffnungsträger

WM 2010: PORTUGAL - ELFENBEINKÜSTE 0-0, INTERVIEW DIDIER DROGBA - "Je n'ai pas eu d'appréhension"  

Didier Drogba: Held der Elfenbeinküste


Didier Drogba: Der Heilsbringer
Von Christian Eichler /FAZ.NET


Der wichtigste Ivorer - auf und abseits des Platzes: Didier
 Drogba
 ...Fußball ist keine Religion in Afrika“, heißt es auf einem Plakat in Kapstadt, „aber Fußball ist alles, was eine Religion sein sollte.“ Was Fußball in Afrika auslösen kann, zeigt die Rede, die Didier Drogba 2005 in einer Umkleidekabine hielt. Die Elfenbeinküste hatte sich wenige Minuten zuvor erstmals für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Plötzlich sahen die jubelnden Menschen daheim auf den Fernsehschirmen das Bild aus der Kabine ihres Teams. Live auf Sendung ergriff Drogba das Wort: „Ivorerinnen und Ivorer, wir haben heute bewiesen, dass alle Bewohner der Elfenbeinküste zusammenleben, dass wir gemeinsam für ein Ziel spielen können, die WM-Qualifikation. Ich flehe euch auf meinen Knien an: Lasst nicht zu, dass unser reiches Land durch einen Krieg verwüstet wird.“ Dann gingen Drogba und seine Mitspieler auf die Knie. „Ich bitte euch: Legt die Waffen nieder. Organisiert Wahlen, und alles wird gut.“ 2002 war im Land ein mörderischer Stammes- und Bürgerkrieg ausgebrochen. Nach Drogbas Rede kam es zu einem Waffenstillstand. Er währte zwar nicht lange. Aber zwei Jahre später, als endlich eine dauerhafte friedliche Einigung gefunden schien, waren es abermals Drogba und der Fußball, die ihr Glaubwürdigkeit einhauchten. Einen Tag nach seiner Wahl zu Afrikas „Fußballer des Jahres“ besuchte Drogba den Staatspräsidenten und flog kurz darauf in die Rebellen-Hauptstadt Bouaké, um anzukündigen, dass dort das Nationalteam bald wieder spielen werde. Diese Partie war für das skeptische Volk der Beweis, dass der Krieg wirklich vorbei sei. Drogba sagte später: „Da dachte ich, die Elfenbeinküste sei neu geboren worden.“
Von der Glaubwürdigkeit von Drogbas Rede ans Volk schwärmte vor der WM in Südafrika Willi Lemke, der Sonderberater für Sport des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, die 2007 Drogba zu ihrem „Goodwill-Botschafter“ ernannte: „So stark wird kein Politiker das rüberbringen können, wie das der Sport kann.“ Allerdings unterliegen auch Fußballmärchen der politischen Realität, und selbst Drogba konnte nicht verhindern, dass sein Land nach Ende des Krieges politisch instabil und wirtschaftlich zerrüttet blieb....


Vor dem Spiel gegen Portugal: Afrika bangt um Didier Drogba

Fifa: Drogba darf mit Schutz-Schiene spielen  

Fußball-WM 2010: Afrika im Glück: Didier Drogba darf spielen

Côte d'Ivoire: Drogba's Absence Opens Door

WM-Auftakt der Elfenbeinküste: Stürmerstar Drogba darf mit Spezialmanschette spielen




ELFENBEINKÜSTE – PORTUGAL ELFENBEINKÜSTE Trainer: Sven-Göran Eriksson PORTUGAL Trainer: Carlos Queiroz

Fußball-WM: Elfenbeinküste - Portugal: Duell der Hoffnungsträger

Fußball-WM 2010: Elfenbeinküste und Portugal trennen sich torlos

Torlos in Port Elizabeth: Elfenbeinküste und Portugal überzeugen nicht

Elfenbeinküste remis gegen Portugal

Côte d'Ivoire: Thrilling Elephants Forced Into World Cup Draw

Fußball-WM: Elfenbeinküste - Portugal: Spitzenspiel mit magerem Ergebnis

Ronaldo trifft nicht - torlos gegen Elfenbeinküste

Elfenbeinküste gegen Portugal: Unentschieden in der Todesgruppe

Elfenbeinküste-Portugal: Viel Lärm um Wenig


Fußball-WM: Portugal - Elfenbeinküste: Niemand staunt 

Elfenbeinküste-Portugal: Vom Winter gelähmt 


Côte d'Ivoire: Elephants Dominated Much of First World Cup Game 


Video | Elfenbeinküste und Portugal ohne Tore



Côte d'Ivoire: Drogba to Lead World Cup Attack Against Fearsome Brazil


Im Gespräch: Mamadou Geye: Das Finale? Kamerun - Elfenbeinküste!
 FAZ.NET/Hintergründe/ Die Fragen stellte Thomas Scheen.

15. Juni 2010 
Mamadou Geye ist Fußballkommentator beim südafrikanischen Fernsehsender SuperSport. Der gebürtige Ivorer gilt als einer der besten Kenner der afrikanischen Fußballszene und genießt in Südafrika aufgrund seiner ebenso pointierten wie temperamentvollen Kommentare Kultstatus.

Welche Bedeutung hat die erste Weltmeisterschaft auf dem Kontinent für den afrikanischen Fußball?

Dieses Turnier ist eine schöne Form der Anerkennung für das, was Afrika für den internationalen Fußball geleistet hat. Wir exportieren seit langer Zeit unsere besten Spieler, die dann in Europa für Furore sorgen. Ein bisschen davon bekommen wir gerade zurück. Die Weltmeisterschaft in Südafrika ist nicht zuletzt eine Verbeugung der Welt vor unseren Talenten.

Wenn afrikanische Spieler ihr Glück in Europa suchen, dann auch deshalb, weil sie zu Hause an der Unfähigkeit und der Korruption der nationalen Verbände scheitern. Kann die WM dies ändern?

Daran glaube ich fest. Diese Weltmeisterschaft ist eine Veranstaltung auf einem sehr hohen professionellen Niveau. Wir Afrikaner lernen hier jeden Tag unerhörte Dinge. Wir sehen, wie man zielorientiert arbeitet. Das ist speziell für die junge Generation wie eine Offenbarung. Dieses neue Wissen wird sich nach der WM nicht einfach wieder einsperren lassen. Es wird den Generationswechsel in den nationalen Verbänden beschleunigen, weil die Alten sich nach dieser WM vielen unbequemen Fragen stellen müssen.

Südafrika als Austragungsort hat sich einiges an Kritik gefallen lassen müssen. Das Land sei brandgefährlich und nicht in der Lage, ein solches Großereignis zu organisieren. Trifft Sie das als Afrikaner?

Natürlich trifft mich das, und ich finde, das geht entschieden zu weit. Mexiko hat zweimal eine WM ausgerichtet, und das ist bestimmt nicht das sicherste Land der Welt. Für mich grenzt das Ganze an Diskriminierung. Afrika ist das Schmuddelkind der Weltgemeinschaft, und genauso wird es behandelt. Auch deshalb ist diese WM so wichtig für den Kontinent: Das Turnier wird unser Schaufenster sein, und was die Welt dort zu sehen bekommt, wird ihr gefallen.

Südafrika hat diese WM als die „Weltmeisterschaft für Afrika“ beworben, sich dann aber knauserig bei der Zuteilung von Visa für afrikanische Fans gezeigt. Wie passt das zusammen?

Das ist leider wahr. Von den knapp drei Millionen Tickets wurden nur 40 000 auf dem Kontinent verkauft. Wenn Südafrika über seine Grenze schaut, sieht es immer gleich Amerika oder Europa, jedoch nie Nigeria oder Kenia. Aber das ist nicht weiter schlimm. Afrika hat akzeptiert, dass Südafrika das Einfallstor zum Kontinent ist. Wir werden alle vom Imagegewinn dieser Weltmeisterschaft profitieren.

Die afrikanischen Mannschaften haben allesamt starke Gruppengegner. Ghana spielt gegen Deutschland und Serbien, Elfenbeinküste gegen Brasilien und Portugal, um nur zwei Mannschaften zu nennen. Gehen die Afrikaner wieder einmal nach der Vorrunde unter?

Wenn es um individuelle Spieler geht, ist keine andere Mannschaft so stark wie Kamerun, Elfenbeinküste oder Nigeria. Schauen Sie sich an, welche Leistung ein Drogba bei Chelsea abliefert, ein Eto'o bei Inter Mailand und ein Baki bei Marseille. Zudem, und das ist entscheidend, wird dieses Turnier in Stadien ausgetragen, in denen das Publikum überwiegend schwarz sein wird. Das wird die Entscheidung der Schiedsrichter beeinflussen, und die Afrikaner werden vor einer solchen Kulisse alles geben, wozu sie in der Lage sind.

Ihr Tipp für das Finale?

Kamerun - Elfenbeinküste.

Jetzt mal ernsthaft.

Das ist mein voller Ernst! Unser Ansporn als Afrikaner ist es, bei der ersten Weltmeisterschaft auf dem Kontinent den Pokal auf dem Kontinent zu halten. Ihr werdet euch noch wundern, wie wir spielen werden!


Bei zwei afrikanischen Mannschaften ist der Ausstieg leider klar:

Wieder stirbt die Hoffnung
WM 2010: Dänemark - Kamerun: Zähmung der Löwen  
WM 2010 in Südafrika: "Danish Dynamite" schießt Kamerun raus
WM 2010 - Gruppe E: Kameruns "Löwen" zerfleischen sich selbst
Dänemark wirft die "Löwen" aus dem Turnier  
What Was Cameroon's Coach Thinking?
1:2 gegen Dänemark: Kamerun als erstes Team ausgeschieden 
Kamerun unter Druck: Samuel Eto'o und die unversöhnbaren Löwen 
Cameroon: Tensions Boil in Lions Camp at World Cup 
Fußball-WM: Dänemark schaltet Kamerun aus
WM-Pressestimmen: „Wir werfen uns vor ihm in den Staub - wir leben!“
Kamerun - Dänemark: Dem Zickendrama folgt das WM-Aus 
Cameroon: Africa's World Cup Hopes Fade as Indomitable Lions Lose

Nigeria: Super Eagles Lose Again
WM 2010 - Nigeria: 1000 Morddrohungen nach Roter Karte  
WM 2010 - Gruppe B: Nigeria schenkt Griechen den Sieg

20. Juni: Spektakelfußball war gestern

Fußball-WM 2010: "Afrikanischen Mannschaften fehlt die Professionalität"
von Ulf Zimmermann, SID /STERN.de

....Den ausgewiesenen Experten Otto Pfister, der in Afrika acht Nationalteams trainiert hat, wundert diese Zwischenbilanz nicht. "Die afrikanischen Mannschaften sind einfach nicht professionell genug. Da fehlt die Organisation und Logistik, die Ausbildung von Trainern oder die medizinische und leistungsdiagnistische Betreuung wie in Deutschland", sagt der 72-Jährige dem SID.
Als weiteres Problem sieht der Fußballlehrer, der bei der WM-Endrunde in Deutschland vor vier Jahren Togo betreut hatte, vor allem die Vorbereitung. Kamerun habe Testspiele über einen Agenten arrangieren lassen, um Geld zu verdienen. "Die sind drei Wochen durch halb Europa getingelt. Von Frankreich nach Österreich, dann nach Portugal, dann nach Belgrad, um dann sechs Tage vor dem WM-Start noch in die Heimat zu reisen", sagte Pfister.
Der Veteran, der während der WM als Co-Kommentator für das Schweizer Fernsehen arbeitet, listete weitere Probleme auf. Funktionäre, "nicht alle", ohne Fachkompetenz mischen sich in sportliche Belange ein. Die Prämienfrage sei bis ins Turnier hinein teilweise nicht geklärt und die Stars wie Samuel Eto'o oder Didier Drogba müssten Rollen spielen, die sie gar nicht können. "Die werden bei ihren Vereinen in Europa doch streng kontrolliert. Ein Jose Mourinho gibt Samuel Eto'o strikte Anweisungen, was er zu tun hat. In Kamerun ist er der Star und kann tun, was er will", erklärt Pfister.
So würde es zahllose weitere Gründe dafür geben, warum durchschlagender Erfolg ausbleibe. Einen afrikanischen Weltmeister, da ist sich Pfister sicher, werde die Fußball-Welt in Südafrika nicht erleben. Viel zu schwach seien fast alle Torhüter. "Weltmeister wird Argentinien, Spanien oder England. Und Afrika muss weiter warten", sagt Pfister: "Wenn ich dann lese: Eines Tages wird eine afrikanische Mannschaft Fußball-Weltmeister, dann denke ich bei mir: Eines Tages vielleicht, aber nicht in den nächsten zehn Jahren. Sicher nicht."...


Na ja, das kann man auch ganz anders sehen!
Zum Schluß vielleicht doch noch mal was zum Schmunzeln?!


Ach Ivorer!

Fotos: DANKE!  
Der wichtigste Ivorer - auf und abseits des Platzes: Didier Drogba: FAZ.net
Die Toures: FAZ.Net
Header: Public Domain/Wikimedia Commons 
Nelson Mandela: Nelson Mandela WM 2010/Chaouki Kamboua/Creative Commons Attribution ShareAlike License 3.0/Wikimedia Commons
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Samstag, 19. Juni 2010

FOCUS AFRICA - nicht nur ein Blick auf die Fußball-WM (3)



Nelson Mandela ist weltweit nicht nur der Inbegriff des südafrikanischen Freiheitskampfs und die Ikone des post-rassistischen Staates am Kap - er verkörpert auch die Hoffnung, mit dieser ersten Fußball-WM auf afrikanischem Boden endlich ein positiveres Bild prägen zu können vom "Schwarzen" Kontinent und seiner mehr als eine Milliarde Menschen:

Nelson Mandela: World Cup 2010 Will Show Positive Side of Africa 
 by Lola Adesioye/Black Voices/Black Spin


Speaking to the AP, a group of some of the world's most world-changing statesmen known as "the Elders" and brought together by Nelson Mandela, expressed their excitement at the potential impact that the World Cup could have on the continent's image and global perception, suggesting that this was an opportunity for Africa to be seen in a positive light.
As anyone with a genuine understanding of and interest in Africa knows, there is so much more to the continent than the poverty, HIV/AIDs, spam e-mail and corruption stories that are reported most often in the Western media. For example, very rarely does the world get to hear about the technological advancements that are being made - many by African entrepreneurs and technologists - and the massive technological opportunities that are available in Africa. Google, which launched in Africa in 2008, has recognized this, saying at the time of launch that it was "laying the foundation for a looming market share battle on the continent."
How many know about the growth of Africa's fashion industry, which has seen African fashion start to play an important role in New York Fashion Week, leading to Africa Fashion Week being held in New York this July?
How many know about Nollywood, the Nigerian movie industry, which is now the third largest in the world? What about the growing youth-orientated music and entertainment industry, which is seeing some African musicians winning awards overseas?
There's also the "brain gain" that has been taking place in recent years as Africans who have left Africa to study or work abroad, as well as Africans who were raised in the Diaspora, have returned to their native lands. With the recession taking its toll in the West, many young Africans have gone back to Africa, taking with them ideas, perspectives and opportunities and using them to expand and develop Africa.

Nicht erst der tragische Tod seiner Urenkelin am Vorabend der WM-Eröffnung  hinderte Nelson Mandela daran, an der Eröffnungszeremonie teilzunehmen. Schon seit langem gilt der 91-Jährige als sehr schwach und krank, tritt nur noch selten in der Öffentlichkeit auf. Deshalb konnte auch von Anfang an nicht mit seinem Erscheinen vor Ort gerechnet werden - anders als es die Veranstalter und die FIFA - wahrscheinlich aus Werbegründen - immer wieder verlauten ließen.Dennoch weiß jeder in Südafrika, dass man dem großen, alten Mann nun auch die Ausrichtung des World-Cups verdankt:

 Die WM in Afrika : Undenkbar ohne Nelson Mandela
 süeddeutsche.de

...Dabei ist kaum ein Mann besser geeignet, am 11. Juni im Stadion «Soccer City» in Johannesburg die erste Fußball- WM auf afrikanischem Boden zu eröffnen, als der 91 Jahre alte Friedensnobelpreisträger. Schließlich hat Südafrika die WM vor allem ihm zu verdanken. Denn ohne den erfolgreichen Kämpfer gegen das rassistische Apartheid- System und großen Versöhner mit der weißen Minderheit wäre die WM wohl nicht so schnell nach Afrika gekommen. «Es werden seine Weltmeisterschaften sein», betont auch Blatter.
Aber Südafrikas Ikone der Freiheit ist gebrechlich und krank. Es gibt Berichte, denen zufolge er zuweilen auch in Gesellschaft wie abwesend wirke. Vor wenigen Wochen sah sich die Mandela-Stiftung gezwungen, angesichts vieler Gerüchte über den Gesundheitszustand des 91-Jährigen zu betonen, dass er wohlauf sei.
Zumindest konnte der als leidenschaftlicher Sportfan bekannte Mandela zumindest in seinem Haus in Johannesburg die WM-Trophäe willkommen heißen. Mandela sei «das Symbol des neuen, demokratischen Südafrika. Für uns war von klar, dass die Trophäe ... als erstes zu ihm gebracht werden musste», betonte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke. Mandela habe gemeint, er hoffe, Südafrika werden den Cup gewinnen.
Zuletzt hatte «Madiba», wie Mandela genannt wird, am 15. Mai 2004 mit Freudentränen in den Augen den Pokal in Händen gehalten - in Zürich bei der Vergabe der WM an die Kap-Republik.
Mandela tritt nur noch sehr selten in der Öffentlichkeit auf. Zuletzt nahm er am 11. Februar an den Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag seiner Befreiung aus dem Gefängnis teil. 27 Jahre hatte der Freiheitskämpfer in Haft verbracht, bevor er die Welt veränderte - und letztendlich die Spiele nach Südafrika bringen konnte....


 Die Welt blickt nach Südafrika
 Markus M. Haefliger, Durban/NNZ.online

...Unsicher ist die Teilnahme von Nelson Mandela. Nachdem es geheissen hatte, der bald 92-Jährige sei für eine Mitwirkung zu schwach, sicherte seine Enkelin am Dienstag einen kurzen Besuch Mandelas im Stadion zu. Das Eröffnungsspiel werde sich ihr Grossvater allerdings am Fernsehen anschauen. Am Donnerstag sagte ein Sprecher des Organisationskomitees dann, die Präsenz des ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas werde von dessen Tagesform abhängig sein. Da allen Beteiligten, auch Mandela selber, klar sein dürfte, dass eine WM ganz ohne ihn nur eine halbe Sache ist, darf auf seine Teilnahme gewettet werden...

Rundfunk: Mandela wird zur WM-Eröffnung kommen 

South Africa: Mandela Will Be at Opener to World Cup

Nelson Mandela To Make Appearance At World Cup Opening Ceremony 

Nelson Mandela nimmt nicht an Eröffnungsfeier teil
 Tagesspiegel.de/dpa/

...Der 91-Jährige nehme sich den tragischen Unfalltod seiner Urenkelin Zenani sehr zu Herzen, sagte ein Sprecher der Stiftung. Das 13 Jahre alte Mädchen war am frühen Morgen bei einem Autounfall ums Leben gekommen.
Der Wagen, in dem sie unterwegs war, hatte sich auf dem Rückweg vom WM-Auftaktkonzert in Soweto überschlagen. Die Fahrerin wurde festgenommen, weil sie unter Alkoholeinfluss stand. Sie wird noch an diesem Freitag wegen fahrlässiger Tötung vor einem Untersuchungsrichter erscheinen....


Mandelas Urenkelin stirbt bei Autounfall

Nach Tod der Urenkelin: Mandela sagt Teilnahme an Eröffnungsfeier ab  

Mandela trauert um Urenkelin Zenani - Nachrichten Videos - Panorama - WELT ONLINE 

Beisetzung: Nelson Mandela trauert um Urenkelin  
 STERN.de/ Plus Video


Es sind Bilder, die den Fußball vergessen lassen: Am Donnerstag ist in Johannesburg Zenani Mandela, die Urenkelin des ehemaligen Präsidenten, beigesetzt worden. Das Mädchen war vergangene Woche, wenige Stunden vor Eröffnung der WM in Südafrika, bei einem Autounfall ums Leben gekommen.




Mandela Appears Frail At Great-Granddaughter’s Funeral 

 Nelson Mandela Attends Great-Granddaughter's Funeral


South Africa: Mandela Attends Great-Granddaughter's Funeral

NELSON MANDELA BEERDIGT URENKELIN TROTZ WM 2010 SÜDAFRIKA - Afrique du Sud: Nelson Mandela aux funérailles de son arrière-petite-fille 



 
Südafrika: Wie krank ist Mandela?
von Bartholomäus Grill/ZEIT.online


....In die Enttäuschung des Publikums mischte sich Verständnis und Angst um den alten Mann. In der Nacht zuvor war seine Urenkelin Zenani tödlich verunglückt, ausgerechnet auf der Heimfahrt von einem Popkonzert in Soweto, bei dem Shakira und andere Stars den Weltcup besungen hatten. Die Familie trauert, während das Land feiert. Doch viele fragen sich, wie viel der 92-jährige Mandela von der familiären Tragödie und der nationalen Euphorie noch wahrnimmt. Wie krank ist Mandela?
Bei den seltenen öffentlichen Auftritten an der Seite seiner Frau Graça Machel wirkte Mandela zuletzt sehr gebrechlich, manchmal auch abwesend. Interview-Anfragen werden kategorisch abgelehnt, selbst hohe Staatsgäste hat der Ex-Präsident nur noch in Ausnahmefällen empfangen. Madiba, wie ihn die Südafrikaner nach seinem Clannamen nennen, hat sich in sein Haus im Johannesburger Stadtteil Houghton in den Kreis seiner Familie zurückgezogen.
Manchmal zeigt er sich noch bei Empfängen seiner Nelson Mandela Foundation. Teilnehmer berichten, dass er oft mehrmals die gleiche Frage stelle – Anzeichen einer fortschreitenden Senilität. Auch diverse Krankheiten, eine Folge seiner 27 Jahre im Gefängnis, sollen Mandela immer stärker zusetzen. Weil aber die Bulletins über seinen wahren Gesundheitszustand gehütet werden wie Staatsgeheimnisse, kursieren wilde Gerüchte: Mandela, so spekulieren manche, lebe gar nicht mehr, doch sein Tod solle bis zum Ende der WM geheim bleiben, um die kollektive Partystimmung nicht zu verderben.
Die großen Tageszeitungen des Landes rechnen damit, dass Mandela das Jahresende nicht mehr erleben wird. Die Nachrufe sind bereits geschrieben. Im Umland seines Heimatdorfes Qunu sind sämtliche Unterkünfte durch Journalisten seit einem Jahr ausgebucht. Die Medien wollen ganz vorn dabei sein, wenn Mandela bestattet wird, wenn das Land und die Welt um eine ihrer ganz großen Heldenfiguren trauern. Aber in diesen Tagen hoffen alle Südafrikaner, ihren geliebten Madiba noch einmal zu erleben: wenn er, und kein anderer, den Cup an das beste Fußballteam der Welt überreicht.



Nelson Mandela: Der Diener des südafrikanischen Volkes | Politik | ZEIT ONLINE
von Wolfgang Drechsler/ZEIT.online



 ...Doch beinahe wäre alles ganz anders gekommen: De Klerk wollte Mandela eigentlich geheim nach Johannesburg fliegen und dort in die Freiheit entlassen. Doch der berühmteste Gefangene der Welt beharrte auf Kapstadt – seine Zwangsheimat für die letzten 10.000 Tage. Schließlich gab de Klerk nach: Der letzte weiße Staatschefs Südafrikas beharrte am Ende nur auf dem Datum, aber erlaubte Mandela den Gang aus den Gefängnismauern.
Es war schon lange nach 16 Uhr, als es schließlich so weit war: Hand in Hand mit seiner Frau Winnie, die unmittelbar zuvor aus Johannesburg eingeflogen war, schritt Nelson Mandela mit gereckter Faust durch das offene Tor des Victor-Verster-Gefängnisses in eine für ihn völlig neue Welt. Fast wäre die Lage bereits dort eskaliert: Während die Journalisten bei seinem Anblick nach vorne drängten, griff die Polizei nach den Gewehren. Doch dann sei etwas Außergewöhnliches geschehen, erinnert sich Carolus: "Ganz plötzlich fassten wir uns alle an den Händen – die Polizei, die Genossen, die Gefängniswärter. Und wir weinten, während Mandela auf uns zuschritt. Es war ein unglaublicher Moment."
Auf dem Rathausplatz in Kapstadt, wo Mandela seine erste Rede an die Nation halten sollte, war die Lage ebenfalls angespannt. Viele der inzwischen fast 100.000 Menschen waren schon am frühen Morgen auf die Grand Parade unterhalb des Tafelbergs gekommen, doch gab es hier weder Wasser noch Toiletten. Je länger Mandela auf sich warten ließ, desto gereizter wurde die Stimmung. Ein erster Versuch von Mandelas Entourage, mit seinem Mercedes zum Hinterausgang des Rathauses zu gelangen, schlug fehl. Dutzende Menschen umringten sein Fahrzeug, aber niemand erkannte ihn. Wie sollten sie auch? Das letzte Foto war fast 30 Jahre alt – und hatte wenig Ähnlichkeit mit dem Mann, der dort im Auto saß....
...Schließlich akzeptierten Carolus und das Mandela-Empfangskomitee die Hilfe der verhassten Polizei, um Mandela durch einen Hintereingang ins Rathaus zu schleusen. Als letztes Hindernis erwies sich nun ausgerechnet der US-Bürgerrechtler Jesse Jackson, der alles dransetzte, gemeinsam mit Mandela auf den Balkon des Rathauses zu treten. "Es war sehr schwierig, Jackson in die Schranken zu weisen, so versessen klebte er an Mandela", erinnert sich der Kapstädter Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu. Am Ende konnte der Amerikaner nur körperlich an seinem Vorhaben gehindert werden... 
...Mit den letzten Sonnenstrahlen trat Mandela schließlich vor die inzwischen geschrumpfte Menge – und bemerkte, dass er seine Brille im Gefängnis vergessen hatte. Zum Glück hatte Ehefrau Winnie eine ähnliche Brillenschärfe und reichte ihm ihre Gläser: "Freunde, Genossen, liebe Mitbürger, ich grüße euch in Namen von Frieden Demokratie und Freiheit. Ich stehe vor Euch nicht als Prophet, sondern als einfacher Diener des Volkes" waren seine ersten Worte an die Welt.
Sein Auftritt war würdevoll – und bereits damals zeigte er keinerlei Anzeichen von Verbitterung. Am Tag nach der Freilassung jubelte der bekannte burische Poet Breyten Breytenbach: "Sein Körper und Geist sind intakt und von Stolz und Liebe getränkt. Er wird siegen. Er wird versagen. Er wird leben – und er wird sterben. Aber Nelson Mandela hat eine Tür geöffnet." Gleichwohl wurde Mandela schnell mit der harten Realität des gespaltenen Landes konfrontiert. Hatten nicht wenige in ihm einen politischen Messias gesehen, der die tiefe Kluft zwischen den Rassen am Kap leicht überbrücken würde, so wurde nun deutlich, dass selbst Mandela die Probleme Südafrikas nicht mit Handauflegen heilen könnte. Oft wurde ihm frenetisch applaudiert, doch selten wirklich zugehört.
Der Rest ist längst Geschichte: Mandela führte seinen ANC nach einer vierjährigen Verhandlungsphase zu einem überwältigenden Wahlsieg und wurde erster schwarzer Präsident des früheren Rassenstaates. Nach nur vier Jahren trat er zurück und setzte auch damit ein Zeichen für Afrika, wo Staatschefs für gewöhnlich im Amt sterben. Vor allem sein unermüdliches Bemühen um die Aussöhnung der Menschen wird dem Freiheitskämpfer als sein größtes Verdienst angerechnet....
 ....Nach Mandelas Rückzug verblasste das Gefühl der Zusammengehörigkeit zunehmend. Sein Nachfolger Thabo Mbeki gab Mandelas Versöhnungspolitik frühzeitig auf und hat die Nation mit seiner Politik der Afrikanisierung neu gespalten. Und auch der neue Präsident Jacob Zuma glänzt eher durch immer neue sexuelle Eskapaden denn durch Führungsstärke. Nicht wenige drängen Mandela ob der Grabenkämpfe im ANC und dessen moralischen Zerfalls sein Schweigen zu brechen. Doch der Vater der Nation bleibt stumm. "Sie sollen ihn lassen", meint der angesehene Kommentator Barney Mthomboti. Mandela habe sein Werk verrichtet. "Es ist an der Zeit, dass Südafrika und seine Menschen sich an den 11. Februar vor 20 Jahren zurückerinnern und neue Kraft daraus schöpfen. Denn einen wie Mandela wird es nie wieder geben."

20 Jahre Freiheit für Nelson Mandela: Der Unbeugsame

20 Jahre Freiheit Nelson Mandelas: Der ewige Held

Mandela's light

Meeting Mandela 

Nelson Mandela - Der Kämpfer gegen die Rassentrennung in Südafrika

Video | Nelson Mandelas Magie ist ungebrochen

Interaktiv | Nelson Mandela und die Apartheid 

Nelson Mandela:Meine afrikanische Lieblingsmärchen 

ILLUSTRIERTES KINDERBUCH (mit Malbüchern) ÜBER NELSON MANDELA (frz) - Mandela, expliqué aux enfants dans un bel album solidaire


FOTOS: DANKE/THANK YOU!
Header: Nelson Mandela WM 2010/Chaouki Kamboua/Creative Commons Attribution ShareAlike License 3.0/Wikimedia Commons 
Mandela with Cup: Black Voices/Black Spin
Mandela trauert um seine Urenkelin Zenani: AFP/tagesspiegl.de
Beerdigung Urenkelin: stern.de
Wie krank ist Mandela?: News one/AP
Zelle auf Robben Island: Paul Mannix/Flickr/Creative Commons ShareAlike License 2.0/Wikimedia Commons


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Donnerstag, 17. Juni 2010

FOCUS AFRICA - nicht nur ein Blick auf die Fußball-WM 2010 (2)



Während es auf obrigem Werbe-Foto in Südafrika und hierzulande auf deutschen Public Viewing-Partys so richtig heiß hergeht, ist am Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft plötzlich ein ungewöhnlich kalter Winter ausgebrochen:


Africa: Europeans Battle South Americans in Freezing African Rain


Kältewelle schockt Fußball-WM: Zieht euch warm an!
Von Klaus Bellstedt, Centurion/stern.de

...Der südafrikanische Winter hat die Fußball-WM vor allem in den Höhenlagen von Johannesburg, Pretoria oder Bloemfontein, wo die Temperaturen von 18 auf fünf Grad einbrachen, spätestens seit Dienstag fest im Griff. Am Mittwoch waren zahlreiche Bergpässe in der Ostkap-Provinz nach Schneefällen gesperrt. Nahe der Karoo-Stadt Graaff-Reinet bauten Urlauber Rundfunkberichten zufolge sogar Schneemänner. Aber auch der Süden des Landes ist betroffen: In Kapstadt und Umgebung sind Regen und einstellige Temperaturen angesagt. 
Bereits am Montag hatte es beim Spiel Italien gegen Paraguay in Kapstadt in Strömen geregnet. Und es gibt auch schon erste WM-Kälte-Opfer: Einer der sonnenverwöhnten Italiener zog sich beim 1:1 eine Blessur zu, die ganz gerne auch mal bei kühlem Wetter passiert. Keeper "Gigi" Buffon klemmte sich den Ischias-Nerv ein. Bastian Schweinsteiger wird von einem Infekt der oberen Atemwege geplagt. Zum Anpfiff der Partie der Südafrikaner am Abend gegen Uruguay wurde vom "SA Weather Service" eine Temperatur von ein Grad minus vorausgesagt. Frost bei einer Fußball-Weltmeisterschaft, das gab es zuletzt 1978 in Argentinien... 
Nun kommt die Kälte in ihrer Wucht zwar überraschend, aber dass auf der Südhalbkugel jetzt eben Winter ist, wusste man beim DFB natürlich schon vorher. In der Vorbereitung hatten sich Bundestrainer Joachim Löw und sein Team auf die erste Winter-WM eingestellt - soweit das eben auf Sizilien und in Südtirol möglich ist. Zeugwart Thomas Mai versuchte, „auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein“. Darum wurden neben dicken Jacken und Mützen sogar Handschuhe mit nach Südafrika geschleppt. Weiße und schwarze Trikots gibt es auch in der Ausführung mit langen Ärmeln.
Raus aus den Pantoffeln, rein in die Pantoffeln: Dicke Jacken und Handschuhe wird die deutsche Mannschaft beim zweiten Gruppenspiel in Port Elizabeth am Freitag um 13.30 Uhr gegen Serbien nicht brauchen. Am Indischen Ozean werden dann Sonne und 21 Grad erwartet - so ähnlich also wie in Durban beim WM-Auftakt der Deutschen. Der extreme Klimawechsel kann dann tatsächlich zum Problem für die Spieler werden, weil der Organismus dadurch erneut stark belastet wird. „Für den Körper ist es viel leichter, sich von warmen Temperaturen an kältere zu adaptieren als umgekehrt“, sagte DFB-Mannschaftsarzt Anfang letzter Woche. Die Akklimatisierung läuft für die deutsche Mannschaft also gewissermaßen in die falsche Richtung - was das Spiel gegen Serbien betrifft....



 
Winterspiele: Südafrika erlebt die kälteste WM aller Zeiten
 WELT.online

...Zur Kälte kommt auch noch teilweise monsunartiger Regen. Während ein Schauer wie vor dem Spiel der Italiener gegen Paraguay am Montag in Kapstadt bei sommerlichen Temperaturen noch seinen Reiz haben mag, war er bei fünf Grad eine wahrlich kalte Dusche. Wegen anhaltender Niederschläge musste in der Küstenstadt Knysna gar das Training der dänischen Nationalmannschaft abgesagt werden, beide Trainingsplätze waren völlig überschwemmt.Während also Fans und Spieler einträchtig bibbern und die Medien die ersten Sichtungen von Schneemännern vermelden, können sich die Fernsehzuschauer in Deutschland freuen. Das Vuvuzelagetröte hat wegen der Kälte zuletzt deutlich nachgelassen. Hier braucht man seine Kraft derzeit für andere Dinge....
Und es soll noch schlimmer werden. „Extreme Kälte“ kündigte der südafrikanische Wetterdienst für die Provinzen Gauteng mit Johannesburg und der Hauptstadt Pretoria sowie Free State mit dem Spielort Bloemfontein an. „Wir erwarten starken Frost“, sagte Meteorologin Elke Brouwers. Nun mag der Begriff „starker Frost“ aus dem Mund einer Südafrikanerin eine andere Bedeutung haben als bei einem deutschen Kollegen. Aber für eine – aus europäischer Sicht – Sommerveranstaltung ist es wirklich lausig kalt am Kap der Guten Hoffnung. Auch im Hotel „Velmore Grande“ in der Nähe von Pretoria.
Dick verpackt schlichen die deutschen Spieler über das Gelände, obwohl auch am Mittwoch die Sonne vom makellos blauen Himmel schien. Doch ihre Kraft ist begrenzt, im Schatten schaffen es die Temperaturen kaum über zehn Grad. Sobald die Sonne untergegangen ist, und das tut sie gegen 18 Uhr, überfällt der Frost das Land. Kein Wunder, dass die Nationalspieler in den vergangenen Tagen das Angebot von Hoteldirektor Heinz Mulder gern annahmen. „Wir haben ihnen zusätzliche Heizelemente für ihre Zimmer zur Verfügung gestellt“, sagte Mulder WELT ONLINE. Es sei tatsächlich ungewöhnlich kalt derzeit, aber die Spieler hätten es warm und kuschelig in ihren Zimmern, beteuerte Mulder. Delegationsmitgliedern, die in einem anderen Hotelteil als dem neu erbauten Spielertrakt untergebracht sind, berichten hingegen von Heizlüftern, die vergebens gegen die einströmende Kaltluft ankämpfen. Das Problem ist, dass in Südafrika die meisten Häuser keine umfangreichen Heizungssysteme haben wie in Mitteleuropa, nur elektrisch betriebene Radiatoren oder Gasöfen. Bei einer Betriebsdauer von rund zwei Monaten im Jahr würde sich eine solche Installation nicht rechtfertigen. Auch die Fensterisolation ist entsprechend lax in einem Land, in dem man die meiste Zeit versucht, die Hitze aus den Häusern herauszukriegen statt hinein.

Die Winter-WM

WM-Wetter: Winterjacke statt Sommermärchen

Südafrika: Wintereinbruch bei der Fußball-WM 

WM-Fans auf Abwegen: Ski-Spaß unter Afrikas Sonne



Doch obwohl man sich wegen der niedrigen Temperaturen am Besten sehr warm anzieht beim Live-Besuch der Spiele, ist es seit dem Anpfiff der WM 2010 dennoch recht heiß hergegangen in einigen der neuen Stadien. Grund ist der Streik der Stadionarbeiter, der zunächst von Polizeikräften mit Schlagstöcken, Tränengas und auch mit Schußwaffen bekämpft worden war. Dass sich dabei teilweise noch Zig-Tausende Menschen in den Sportarenen befanden, schien niemanden zu stören bei der Staatsmacht und auch nicht bei der FIFA:


Demo gegen Unterbezahlung in Südafrika: Polizei schießt auf Stadionarbeiter
TAZ.de/dpa


....Einer der Demonstranten hatte erklärt, sie würden pro Tag 190 Rand (18 Euro) verdienen. Versprochen worden seien ihnen aber 1500 Rand (140 Euro). Bereits beim Confederations Cup vor einem Jahr hatte es Proteste von Mitarbeitern privater Sicherheitsfirmen gegeben, weil ihnen weniger als der zugesagte Lohn gezahlt worden war. Die WM-Organisatoren hatte damals darauf hingewiesen, dass sie lediglich die Firmen engagierten, aber keinen Einfluss auf deren Geschäftsgebahren hätten....
Tumultartige Szenen gab es nach dem 4:0-Auftaktsieg des deutschen Fußballteams gegen Australien in Durbans Moses Mabidha Stadion. Bewaffnete Bereitschaftspolizei ging mit Gummigeschossen und Blendgranaten gegen demonstrierende Ordnungskräfte vor, die eine angemessene Bezahlung forderten... 

Fußball-WM in Südafrika: Ordnungskräfte streiken für höhere Löhne

WM-Ordner streiken - Polizei reagiert brutal


Ordner setzen Streik fort - Keine Fifa-Hilfe 

Durban: Bereitschaftspolizei geht gegen Ordnungskräfte vor

Unterbezahlung bei der Fußball-WM: Stadionarbeiter protestieren weiter 

South Africa: World Cup Stadium Workers' Strike Spreads  

WM 2010 STREIK DER WACHLEUTE. POLIZEI ÜBERNIMMT - Grève des stadiers: la police prend le contrôle de quatre stades du Mondial 

Fußball-WM 2010: Polizei übernimmt Kontrolle in Stadien


"Die Weltmeisterschaft wackelt": Südafrika kämpft mit Streiks


Nun ist eingetreten, was die Südafrikaner schon im Vorfeld der WM am Allermeisten gefürchtet haben: Es wird gestreikt. In den letzten Wochen vor der Eröffnung der WM hatten immer mehr Gewerkschaften, Angestellte und Arbeiter mit Arbeitsniederlegungen gedroht und ihrer Arbeit angemessene Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen gefordert:

15 Prozent mehr Lohn gefordert: Transportstreiks im Fußball-WM-Land 

South Africa: Unions May Strike During World Cup 

South Africa: Public Sector Threatens World Cup Strike Action

South Africa: Transport Strike Threatens Fuel Supply

South Africa: Public Servants Threaten Strike at World Cup


WM 2010: Streiks in Südafrika: Kratzer auf dem Jubelbild
Von Thomas Hummel, Johannesburg/sueddeutsche.de



Proteste, Streiks, Sitzblockaden - in Südafrika geschieht, was die Organisatoren fürchten: Die sozialen Probleme des Landes beeinflussen die Fußball-WM. Dem Turnier drohen massive Störungen.
In der sehr vitalen Radiolandschaft in Johannesburg dauerte es nicht lange, und die Sender riefen ihre Hörer zu Diskussionen auf. Sie stellten eine Frage, die derzeit Südafrika spaltet: Dürfen Arbeiter während der Fußball-Weltmeisterschaft streiken? In vier Stadien haben Angestellte von privaten Sicherheitsfirmen in den vergangenen drei Tagen die Arbeit niedergelegt und besonders vor und nach einigen Partien einigen Ärger ausgelöst. Busfahrer in Johannesburg stoppten ihre Fahrzeuge, um sich über Überstunden zu beschweren. Wesentlich gravierender ist allerdings, dass die Arbeiter des halbstaatlichen Energieversorgers Eskom mit Streik drohen.
Das Gesetz lässt in Südafrika einen Streik zu allen Zeiten zu, die Ausstände sind also legal. Was das Land mehr beschäftigt, ist indes die moralische Frage, schließlich schaut die ganze Welt derzeit auf Südafrika und die Nation sorgt sich um nichts mehr, als für diese Welt ein gutes Bild abzugeben. Für viele passen da Arbeitsniederlegungen nicht dazu. WM-Chef-Organisator Danny Jordaan klagte: "Wir haben Respekt vor den Rechten der Arbeiter, aber es ist inakzeptabel, die Abläufe an einem Spieltag zu stören."Dabei wirft dieser Konflikt ein Licht auf die gesellschaftlichen Probleme des Landes, den außergewöhnlichen Abstand zwischen Arm und Reich und den bisweilen schäbigen Umgang mit seinen Angestellten.
Beim Streik am Moses-Mabhida-Stadion in Durban wurde bekannt, dass die privaten Sicherheitsdienste neue Mitarbeiter für die WM eingestellt hatten. Die Verträge laufen zumeist über drei Monate - beinhalten aber kein Gehalt. Ein Gewerkschaftssprecher sagte, dass die meisten Unternehmen, die mit der Fifa einen Vertrag haben, den Mitarbeitern mündlich ein gewisses Tagesgehalt versprochen hätten, ihnen nun aber wesentlich weniger ausbezahlen. Demnach seien 500 Rand (50 Euro) pro Tag vereinbart, am Ende bekämen die Arbeiter nur 190 Rand (19 Euro).
Manche hätten sogar gar nichts erhalten, weil das Geld per Briefumschlag überreicht worden sei, und offenbar einige zwei Umschläge abholten, während andere leer ausgingen. Ein Sicherheits-Mitarbeiter in Durban sagte der Times, er habe am Tag des Deutschland-Spiels von morgens 6.30 Uhr bis eineinhalb Stunden nach Mitternacht gearbeitet. "Wir sind keine Sklaven. Die 190 Rand sind eine Beleidigung."
Vor dem Ellis-Park-Stadion sagte ein Angestellter der Zeitung The Citizen, er habe 1200 Rand (120 Euro) für seine schwarze Uniform bezahlen müssen und auch für sein Essen während eines Arbeitstages müsse er selbst aufkommen. Einige seiner Mitarbeiter übernachteten zwischen den Spielen in einem nahegelegenen Stadion, weil sie nicht genug Geld hätten, nach Hause zu fahren. In Johannesburg hatte es in der Nacht zum Mittwoch minus zwei Grad Celsius. Die betroffenen Sicherheitsfirmen gaben zu alldem keinen Kommentar...

Die Spannungen stiegen, als nun bekannt wurde, dass Eskom seinen Managern im Juli hohe Boni auszahlen will. "Wenn sie nicht fähig sind, ihren Mitarbeitern ein anständiges Leben zu ermöglichen, dann sind wir doch überrascht, dass sie nun solche Boni zahlen wollen", sagte ein Gewerkschaftssprecher und fügte an: "Dieses Geld ist von den Menschen gestohlen worden, die für ihre Verhältnisse immense Stromtarife bezahlen müssen, also von den Ärmsten der Ärmsten." Auch Staatspräsident Jacob Zuma bezeichnete die Bonusauszahlungen als "absurd und unsensibel".
Und so geschieht nun das, was die Organisatoren fürchten: Die sozialen Probleme Südafrikas beeinflussen das Turnier und versehen das schöne, bisweilen schöngemalte Bild der ersten WM in Afrika mit Kratzern. In den Radiostationen in Johannesburg jedenfalls solidarisierten sich die meisten Hörer mit den Streikenden. Nur, weil eine WM im Land stattfindet, könnten die Menschen nicht auf ihre Rechte verzichten, war der Tenor.



Südafrikas Angst vor Streiks
Christine Harjes (AP, dpa)/ DW-Welt.de


...Trotz aller Organisation - auch gegen eine weitere Gefahr können sich die Veranstalter wohl kaum schützen: Streiks. Und die könnten den gesamten Ablauf lahmlegen. Am Montag (11.05.2010) gingen mindestens 18.000 Hafen- und Eisenbahnarbeiter in Streik. Am Mittwoche schlossen sich dann mehrere tausend Arbeiter des staatlichen Transport-Konzerns Transnet dem Ausstand ihrer Kollegen an. Sie wollen 15 Prozent mehr Lohn. Eine Forderung, der die Arbeitgeber bisher nicht nachkommen wollen. Ihr Angebot liegt bei 11 Prozent Lohnsteigerung. Die Arbeiter aber wollen solange streiken, bis ihre Forderung erfüllt wird, sagte Ezrom Mabyaba. Er ist der Präsident der Gewerkschaft South African Transport and Allied Workers Union.

Streik 2009 
(Bild: AP)Bildunterschrift: Immer wieder kommt es in Südafrika zu Massenstreiks - wie hier im Juli 2009

Verspätungen und Einschränkungen
Als Folge des Streiks erreichen Waren und Treibstoff verspätet ihr Ziel. Zugreisende müssen erhebliche Einschränkungen hinnehmen. Die Transportarbeiter haben für die WM schon den "größten Streik der Geschichte Südafrikas" angekündigt. Unterdessen haben die WM-Organisatoren an Südafrikas große Gewerkschaften appelliert, während der Fußball-Weltmeisterschaft auf Streiks zu verzichten.




SOZIALE BEWEGUNGEN IN SÜDAFRIKA "STÖREN" WM 2010 - Le Mondial entaché par une série de mouvements sociaux  

Nun darf man aber bei aller WM-Begeisterung nicht vergessen, welche wichtige Rolle gerade  Bürgerproteste, Streiks und auch blutige Kämpfe für Südafrikas Menschen auf dem langen, steinigen Weg in die Freiheit gespielt haben. Gerade gestern jährte sich der Tag und das Ereignis, die den Freiheitskampf der Schwarzen in Südafrika weltweit in die Schlagzeilen brachten: der Aufstand in Soweto.



Videoblog: "Soweto Uprising" - Der Tag des Aufstands 


On This Day: Soweto Uprising Begins With Violence During Student



At World Cup, countries join South Africa in remembering Soweto uprising and ...
 BY Michael Lewis /NYDailynews.com


SOWETO - The photo is iconic to South Africans as it was similar to one of the Kent State killings in the United States 40 years ago. This horrific moment in time educated the world about the horrors and brutality of the apartheid regime.
Sam Nzima's photo shows a boy carrying the body of 12-year-old Hector Pieterson, who was killed when police fired on students protesting the forced study of Afrikaans instead of English.
The Soweto uprising of June 16, 1976 brought an international light to what was transpiring in South Africa. Depending on reports, either 59 or hundreds were killed in confrontations between students and police.
Wednesday is the 34th anniversary of the clash, which will be commemorated across the country on Youth Day.
The uprising and deaths will be remembered in ceremonies around the country and in this township where four million people live.
Because South Africa is hosting the World Cup, the world will be reminded again of the tragedy.
"It is a very important day, especially for the ones in my age group because the people before us, they made a very big defiance," said a native Sowetan who goes by the Zulu name of Sanene.
"They couldn't study in English. They didn't have the chance we did during the apartheid era. That's why we are very grateful for each and every anniversary of Hector's death."
Sibonglie Mabaso, a student at Johannesburg Central College and a tour guide at Nelson Mandela's original house in the township, said that she will celebrate the day by wearing school uniforms to "remember how June 16 used to be like to us."
"Students have fought to change the world to become a better home for all us," she said. "It has changed. We all have to share, going to the same school, having to share everything. That's what it means to me. That's the most important thing. We all had to change."
Michael Letsie, a management major at a Pretoria college, was giving a travel survey near the Hector Pieterson Museum and Memorial on Monday. He had mixed emotions.
"It's kind of sad, but it's a good moment for everyone, especially the youth," he said. "We actually will be singing. We will be running up and down the streets, having that moment, celebrating our heroes."
"It is a very emotional day, but we celebrate it anyway."
Letsie called Pieterson "a hero...especially when you talk over being free as black people."
It took years and years to affect change, but the uprising was the beginning of the end of apartheid.
"It's a buried side to me," Letsie said. "We are all human. We are all human."
Sanene, 25, implored children to stay in school.
"You will have regrets later if you didn't go to school. ... They were fighting for us to get a better education for all."



The image that changed the course of South Africa's history 
CNN

The image that changed the course of South Africa's history



Click to play
June 16, 1976: A student carries Hector Pieterson, with Pieterson's sister at his side



FOTOS: DANKE!
Header: Fans der Fussball Weltmmeisterschaft 2010 in Südafrika (Camps Bay, Kapstadt) Author Audrey & Patrick Scales Creative Commons Attribution 3.0 License/Wikimedia Commons
Stadion-Streiks: TAZ.de/dpa 
Kratzer auf dem Jubelbild: sueddeutsche.de/ap
Südafrikas Angst vor Streiks: DW-Welt.de
Soweto uprising: Sam Nzima  /CNN
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Voodoo-Altar in Benin

Voodoo-Altar in Benin
Foto: Voodoo-Altar 08/D. Schwarz/Creat. Comm. Lic. 3.0/Wikimedia C.

Nubische Pharaonen

Nubische Pharaonen
Foto: Wufei 07/Public Domain/Wikimedia Commons

Gegenwartskunst aus Afrika

Gegenwartskunst aus Afrika
Nostra Immagine / Twice 25 & Rinina 25 / GNU-Fr. Doc. Lic.1.2 / Wiki. Com.

Ein kleines Souvenir vielleicht?!

Afrikas Musik