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Donnerstag, 6. Januar 2011

Farewell, Malangatana Valente Ngwenya, großer Sohn Afrikas!

Malangatana Valente Ngwenya 1936 - 2011 / Foto, Danke!: Janeiro 2010 | K U L T U R I A R T |

Gestern hat Mosambik einen seiner größten Söhne verloren und Afrika einen weltberühmten, hoch gefeierten Maler der Modern Arts: Malangatana Valente Ngwenya starb am Mittwochmorgen in Portugal im Alter von 74 Jahren, wie es heißt nach einer schweren Erkältung.

In Portugal, dem kolonialen „Mutterland“ Mosambiks, hatte sich der Maler seit etwa zwei Monaten aufgehalten, um gegen Fälschungen seiner Werke amtlich vorzugehen. Im Oktober war eine Frau verhaftet worden, die 20 seiner Arbeiten gefälscht haben soll. Malangatana hatte die Weihnachtsfeiertage im Hause seiner Tochter verbracht, von wo er ins Krankenhaus verlegt wurde, als sich seine Erkrankung verschlimmerte.

bei der Arbeit / Foto, Danke!: ENDORSING - Marxa - Picasa-Webalben

Der Junge, der einmal einer der gefeiersten Söhne seines Landes werden sollte, wurde 1936 in einem Dorf in der Nähe der Hauptstadt Maputo als Sohn eines Minenarbeiters geboren, der das Geld für seine Familie hart in den Goldminen Südafrikas erarbeiten musste. Als die Mutter schwer erkrankte, musste der Junge zu einem Onkel ziehen, wo er die Schule nur bis zur dritten Klasse besuchen konnte. Als Jugendlicher verdiente er sich etwas als Balljunge imTennisclub dazu, entdeckte aber bald ganz andere Fähigkeiten bei sich. 
Foto, Danke!: artafrica
Malangatana ließ sich – dem Vorbild einer Tante folgend – zunächst als traditioneller Heiler ausbilden, doch seine Liebe zum Bildermalen, zum Skulpturenformen und Keramiken gewann die Oberhand. Er wandte sich ganz den schönen Künsten zu und spielte Theater, machte Musik und schrieb Gedichte – doch niemals legte er bei all diesen künstlerischen Exkursionen den Pinsel ganz aus der Hand - besonders als er in einem Mann aus dem Tennisclub einen engagierten Mentor fand.
Three Figures / Foto, Danke!: Michael Stevenson - 'Take your road and travel along'
1960 fand Malangatanas erste eigene Ausstellung statt, 1963 wurden seine ersten Gedichte veröffentlich, die bald auch Aufnahme fanden in der Sammlung „Modern Poetry from Africa“. 
Eine Auswahl seiner poetischen Arbeiten hier: Amazon.com: "Malangatana Valente Ngwenya": Key Phrase page
Doch der junge Poet bekam wegen seiner Sympathiebekundungen für die Freiheitsbewegung Frelimo Schwierigkeiten mit den Kolonialmachthabern, musste 18 Monate im Gefängnis absitzen, bis ihn ein Kunst-Stipendium den Weg in die Freiheit und nach Portugal öffnete. Nach Ende der Kolonialherrschaft konnte der junge Künstler in sein Heimatland zurückkehren, wo er sich nun offen politisch engagierte und bald zu einer Ikone des modernen Mosambik in der Welt wurde.

Foto, Danke: Junho 2010 - ESTOU NA SESTA

Auch in Deutschland hat Malangatana viele Freunde. Einer ist der Maler Harald Heinke, der seit vielen Jahren mit dem Mosambikaner zusammengearbeitet hat.
Dass Malangatanas Arbeiten einen größeren Bekanntheitsgrad in Afrika und Südamerika, in Portugal und in Brasilien haben, mag mit der Sprache verbunden sein, doch auch international errang der Maler aus Mosambik hohe Anerkennung und erhielt viele Auszeichnungen als Repräsentant der Modern Art. Seine Werke sind dauerhaft u.a. in Washington D.C. ausgestellt (National Museum of African Art), und in Südamerika entstand ein Dokumentarfilm über seine Arbeit.

Filmplakat zum Film von Isabel Noronha/ Foto; Danke!: meu blog na web: Abril 2009

1997 wurde er von der UNESCO zum „Artist of Peace“ ernannt. In seiner Laudatio sagte UNESCO-Generaldirektor Frederico Mayor über Malangatana:  " He is much more than a creator, much more than an artist - someone who demonstrates that there is a universal language, the language of art, which allows us to communicate a message of peace, of refusal of war.".  

The Farewell / Foto, Danke!: Michael Stevenson - 'Take your road and travel along'

Farewell, Malangatana Valente Ngwenya!



Donnerstag, 16. Dezember 2010

Afrikanisches Familienleben in bunten Bildern

Die neue Kult-Serie in Westafrika:  Bino and Fino | A fun, educational, multi-lingual children's cartoon set in modern Africa /Pic:Thanks!

Vor zwei Wochen haben wir einen Blick auf die 10 besten African-American Cartoons geworfen. Vielleicht interessiert es Sie ja, ob es mittlerweile auch in Afrika nennenswerte, künstlerische Bewegungen auf diesem Feld gibt, ob es auch dort neue Black Cartoons zu bestaunen gibt und wer die Leute sind, die auch für den vielseitigen Kontinent neue "Images of Blackness" erschaffen wollen.

Einer dieser jungen Kreativen ist Adamu Waziri, von Beruf Architekt, aber auf dem Gebiet der bunten Bilder seit Kindertagen so engagiert, dass er mittlerweile ein Studio in Abuja, Nigeria, gegründet hat....


Hier bitte weiterlesen - und viele afrikanische Cartoons anschauen!

Sonntag, 12. Dezember 2010

Dakar 2010: Afrika feiert seine Schönheit und seinen Reichtum

Einladung nach Dakar zum Weltfestival der "Black Arts" /Foto, Mercie! : Tunisia will attend third World Festival of Negro Art in Dakar

Für die letzten Wochen dieses Jahres, in dem viele afrikanische Staaten den 50. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit feiern konnten, hat sich Afrika etwas ganz Besonderes vorgenommen: Seit gestern Abend lässt man bis Sylvester  überall in Senegals Hauptstadt Dakar „die Puppen tanzen“. 

Und da ist wirklich mächtig was los, denn ganz Afrika (und natürlich Besucher aus aller Welt) hat (haben) sich zu Besuch angesagt, um zusammen mit den Senegalesen das „World Festival of Black Arts“ wiederauferstehen zu lassen. 

Foto (c) AFP: Der Perkussionist Doudou Ndiaye Rose auf der Bühne des Leopold Sedar Senghor in Dakar Stadion für den Start der World Festival of Arts Negro, 10. Dezember 2010/SENEGAL: Kontroverse Wiedergeburt des WELT-FESTIVAL DER SCHWARZEN KÜNSTE - FMAN - Sénégal: le Festival mondial des arts nègres réssuscité, 44 ans après Senghor

Im Jahr 1966 gegründet, sollte es einmal DAS Kulturfest Afrikas werden, konzipiert auf Dauer und als festlicher Sammelpunkt der afrikanischen Menschen und Kulturen. Allen anderen Leuten auf der Welt sollte es machtvoll demonstrieren, dass sich der Schwarze Mensch - und auch sein ursprünglicher Kontinent - nicht nur in Armut, Krankheit und Hunger erschöpfen muss, sondern dass er die ewigen Kräfte immer aufs Neue schöpfen kann, aus dem Austausch mit anderen Menschen und aus der vielseitigen und Jahrtausende alten Kultur. Leopold Sedar Senghor, der große Vordenker Afrikas, Poet, Initiator der weltweiten Identitätsfindung Schwarzer Menschen und Präsident Senegals in jenen 1960er Jahren, war der Vater dieses Gedankens und der Schirmherr des daraus entstandenen internationalen Festes. 

Leopold Sedar Senghor
Das gab natürlich Anlass, auf eine schwungvolle Weiterentwicklung und eine anhaltende und respektvolle Wahrnehmung in der Welt zu hoffen, was das zweite Festival in Nigeria zunächst auch zu belegen schien. Doch politische Kontroversen über die Ausrichtung des Festes haben das viel beachtete pan-afrikanische Zusammentreffen bei Musik, Tanz und Theater dann tatsächlich nur diese zwei Mal stattfinden lassen.


Nun aber ist das kulturelle Senghor-Vermächtnis sozusagen auferstanden, 44 Jahre nach seiner Entstehung - allerdings nicht ganz ohne machtvolle, kritische Stimmen. 

Beim 3. (mittlerweile ist es im „Globalen Dorf“ ja nun auch wirklich ein) Worldfestival of Black Arts werden in den nächsten drei Wochen mehr als mehr als 2000 Künstler aus 53 Ländern auftreten, allein 250 international bekannte Musiker haben sich auf den Weg nach Dakar gemacht. Neben Musik stehen die künstlerischen Disziplinen Tanz, Theater, Film, Photografie, Design, Mode und Architektur sowie Geschichte und Sport auf dem übervollen Programm. Die große Eröffnungsfeier am Freitagabend im Leopold Segar Senghor-Fußballstadion konnte mit Afrikas Megastar Hughes Masekela brillieren, und Manu Dibango, Salif Keita, Youssou N'Dour, Grammy-Rapper Akon und Südafrikas Mahotella Queens werden die Fans auch danach noch so richtig in Stimmung bringen. 

Foto (c) AFP: Eröffnungsfeier des Festivals der Schwarzen Künste in Stadion Léopold Sédar Senghor, 10. Dezember 2010 in Dakar/ SENEGAL: Kontroverse Wiedergeburt des WELT-FESTIVAL DER SCHWARZEN KÜNSTE - FMAN - Sénégal: le Festival mondial des arts nègres réssuscité, 44 ans après Senghor

Ganz klar herausgestellt wird bei allen Veranstaltungs-Ankündigungen im Land und rund um den Globus diesmal das „BLACK“. 

Dass die meisten Künstler und die Besucher aus den verschiedensten Staaten und Kulturkreisen des afrikanischen Kontinents kommen, soll zwar durchaus Beleg sein für die Fülle der Einflüsse und die Vielseitigkeit der Künste Afrikas, doch nicht das Gastgeberland Senegal oder die African Union, die als Sponsor auftritt, sind diesmal die alles verbindenden Faktoren.   

Wichtigstes Kriterium in Dakar 2010 ist es Schwarz und stolz darauf zu sein – sowie natürlich lebensfroh, kreativ und offen für alle kulturellen Angebote und für die Menschen auf diesem 3. Worldfestival of Black Arts im Senegal.    

Samstag, 20. November 2010

Kino Arsenal: AFRIKAMERA bis Sonntag noch in Berlin

Der alte Mann und die Schranke. Das 3. Filmfestival »Afrikamera« in Berlin

Mit der Deutschlandpremiere des Spielfilms »Un homme quie crie« (Tschad/F/Belgien 2010, Foto) wird heute in Berlin das 3. Filmfestival »Afrikamera« eröffnet. Der Film erzählt, wie eine Familie im Tschad an den Verhältnissen zerbricht. Nein, nicht schon wieder eine Opfer-Geschichte aus Afrika!? »Un homme quie crie« ist anders. Es geht um Adam, der als Bademeister in einem Luxushotel in die Jahre gekommen ist. Chinesische Investoren übernehmen das Haus. Der Bademeister wird zum Parkplatzwächter degradiert, muß fortan eigenhändig Schranken für drängelnde, hupende Autofahrer heben. Die Hölle auf Erden, zumal in einem Land, das kurz vor einem Bürgerkrieg steht. Hotelbademeister wird Adams Sohn Abdel. Die beiden überwerfen sich. Als Abdel zwangsrekrutiert wird, versucht Adam nicht einmal, ihn freizukaufen. Falls er auf seinen alten Job spekuliert, geht die Rechnung auf. Gegenüber Abdels schwangerer Freundin gibt sich der Alte betrübt. Es kommt, wie es kommen muß, und Abdel wird von seinem Vater beerdigt. Die Leiche treibt einen Fluß hinunter. Ein Happy-end fällt aus. Der Film des Regisseurs Mahamat-Saleh Haroun bleibt ruhig; gedämpft untermalt das Plätschern der Wellen im Swimmingpool alltäglichen Wahnsinn. »Un homme quie crie« ist ein gutes Beispiel dafür, daß Afrikas »postindependence generation« sich vom »Kino der Parolen« verabschiedet hat, ohne das Kind mit dem Bad auszuschütten und belanglos zu werden. Beim »Afrikamera«-Festival (man spricht das e wie in Kamera) sind bis Sonntag acht weitere Filme zu sehen, darunter eine Satire über den kongolesischen Diktator Mobutu, eine Dokumentation über den Rastafari-Mythos Haile Selassie (letzter äthiopischer Kaiser) und eine über die erste frei gewählte Staatschefin des Kontinents, Ellen Johnson Sirleaf (Liberia).
 


index (Homepage Afrikamera)
 
 
 
Offizielles Logo der AFRIKAMERA
 

Voodoo-Altar in Benin

Voodoo-Altar in Benin
Foto: Voodoo-Altar 08/D. Schwarz/Creat. Comm. Lic. 3.0/Wikimedia C.

Nubische Pharaonen

Nubische Pharaonen
Foto: Wufei 07/Public Domain/Wikimedia Commons

Gegenwartskunst aus Afrika

Gegenwartskunst aus Afrika
Nostra Immagine / Twice 25 & Rinina 25 / GNU-Fr. Doc. Lic.1.2 / Wiki. Com.

Ein kleines Souvenir vielleicht?!

Afrikas Musik