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Montag, 20. Dezember 2010

Zu Weihnachten: Ein bisschen AFRIKA er-lesen?!



Relevante und wirklich interessante Bücher aus und über Afrika zu finden, ist trotz diverser Bücherportale, Buchversand on- oder offline und umfangreich bestückte Lieblings-Büchereien um die Ecke gar nicht so leicht. Sicher, wer sich mit romantischen Sonnenuntergangs- und Lovestories  á la „…ich hatte eine Farm in Afrikaaa…“ zufrieden geben will, der kann überall und reichlich fündig werden. Doch wer mehr erfahren will über die Lebensweise und die Schicksale von Afrikanern auf ihrem Kontinent oder in der Diaspora, der ist meist auf guten Rat und auf Empfehlungen angewiesen.

Seit einiger Zeit haben wir hier in unserem Magazin auf das Bücherportal AfrikaRoman-Literaturportal verlinkt, das in seriöser und unaufdringlicher Form auf interessante Neuerscheinungen zum Thema hinweist und mit Besprechungen schon länger erschienener Bücher die persönliche Leseauswahl etwas erleichtert.

Seit kurzem nun kann man auch hier einen Blick auf das Angebot von amazon.de und sein Afrika-Buch-Angebot werfen, was wir durch aktuelle Einblicke in Richtung England und Frankreich in Kürze noch vertiefen wollen.
Zur Zeit im Schnäppchen-Angebot sind u.a. zwei sehr interessante Bücher, die auch vom Preis her völlig unproblematisch sein dürften.


Töchter Afrikas. Schwarze Frauen erzählen: Amazon.de: Koyo Kouoh, Holger Ehling: Bücher


Gruppenfoto am Ufer des Flusses: Amazon.de: Emmanuel B Dongala, Giovanna Waeckerlin Induni: Bücher


Aber auch andere Blogs - viele davon in unserer Blogliste vertreten -  bieten regelmäßig Buchvorstellungen und/oder Buchbesprechungen an. Ein gelegentlicher Blick dorthin ist also durchaus Erfolg versprechend. Heute – kurz vor den allerletzten Geschenken und den ruhigen Stunden zum Lesen an den Feiertagen also - haben wir hier schnell noch ein paar Afrikabuch-Tipps für Sie zusammengestellt.

Unsere Kollegen von Africanet.info empfehlen u.a. diese zwei Bücher:


My Four Worlds von Smart Eze


"Wenn er von seinen Reisen erzählt, dann entstehen bei den Zuhörenden sofort Bilder von entfernten Landschaften und kuriosen Begegnungen. In vier Sprachen zu Hause, bringt er von jeder Reise neue Worte mit, zu jedem Wort weiß er eine Geschichte zu erzählen.
Er erinnert sich an Details, die andere als Belanglosigkeiten einstufen. Dieses andere Sehen hat er viele Jahre perfektioniert.
Nach Kaffee und frischem Gebäck roch es an jenem Morgen im Büro von Bruno Kreisky, als dieser ihn empfing. Nein, kein Staatsbesuch, es war der Wunsch eines jungen Mannes, Arbeit zu finden. Mutig griff er zum Telefonhörer und war dann doch erstaunt, dass der Kanzler persönlich abhob und ihn einlud. Erst wenige Monate zuvor, im Dezember 1979 promovierte er an der Universität Wien. Zahlreiche Medien widmeten ihm Artikel, ein blinder Afrikaner, der ein Studium abgeschlossen hatte, erregte Aufmerksamkeit...."

Lesen Sie hier bitte weiter: My Four Worlds von Smart Eze

www.afrikanet.info // FRAUEN

"Am 16. Januar 2006 ist ganz Liberia auf den Beinen. Die erste gewählte Präsidentin des Kontinents, Ellen Johnson Sirleaf, wird in Monrovia vereidigt. „Niemand hätte erwartet, dass ich Präsidentin würde“, schreibt Ellen Johnson Sirleaf in ihrer 2009 erschienen Biographie „Mein Leben für Liberia“. 
Einer Familienüberlieferung zufolge, gab es eine Person, die ihr Großes prophezeite. Bei ihrer Geburt 1938, besuchte ein weiser, alter Mann die Familie und prophezeite der kleinen Ellen, dass sie einmal ganz nach oben kommen werde. Immer dann, wenn Ellen Johnson Sirleafs Leben aus den Fugen geriet, wurde diese Geschichte mit Gelächter in der Familie erzählt..." 

Lesen Sie hier bitte weiter: www.afrikanet.info // FRAUEN

Auch die Literaturportale der großen Zeitungen widmen sich hin und wieder Afrika, hier einige besonders empfehlens- und lesenswerte Rezensionen der letzten Monate:


Sommer des Lebens: Amazon.de: J. M. Coetzee, Reinhild Böhnke: Bücher

Montag, 13. Dezember 2010

Heißumkämpft in Lagos: die MAMA's

Afrikas Rapper T-Pain / Photo, Thanks!: Daily Independent


Wussten Sie, dass es neben den stets im Focus stehenden amerikanischen MTV-Music-Awards und den europäischen - jedes Jahr in London vergeben - seit drei Jahren auch die MAMAS gibt? 
Das ist das afrikanische Pendant und steht für MTV Africa Music Awards with Airtel (MAMA).


Das afrikanische Land und die Stadt, die es schafft, die feierliche Verleihung schließlich auszurichten, tut im Vorfeld natürlich alles, um das Event zu sich nach Hause zu holen, denn die Awards sind ein ganz gewaltiger Wirtschaftsfaktor in den aufstrebenden Staaten des Kontinents. Ist der Coup dann tatsächlich gelungen, hält alles den Atem an - und wartet mit zitternden Nerven auf das, was da wohl kommen wird.

Gestern wurden die begehrten Trophäen in Nigerias Finanz-Hauptstadt Lagos vergeben, was bedeutet, dass Afrika einen weiteren aktuellen Anlass hat, seine international immer mehr ins Scheinwerferlicht tretenden Musiker überschwänglich zu feiern. Und mächtig umjubelt wurden sie dann auch, die diesjährigen Sieger, dabei zum ersten Mal mit Fally Ipupa ein Teilnehmer und dann gleich Sieger aus der Demokratischen Republik Kongo. Auch der allererste Preis war eine echte Überraschung, denn er ging zu ersten Mal an die Kategorie "Gospel" und damit an den Kenyaner Daddy Owen: 

  Gefeierter Sieger: der Kenyaner Daddy Owen / Foto, Thanks!: CBC News - Music - Nigerian pride runs high at MTV Africa awards


MAMA 2010 WINNERS IN FULL
Best Anglophone – Daddy Owen (Kenya)
Best Francophone – Fally Ipupa (DRC)
Best Lusophone – Cabo Snoop (Angola)
Artist of the Year- 2Face (Nigeria)
Best Female – Sasha (Nigeria)
Best Male – 2Face (Nigeria)
Best Video – Fally Ipupa (DRC): “Sexy Dance”
Best Group – P-Square (Nigeria)
Brand New Act – Mo Cheddah (Nigeria)
Best Performance – Big Nuz (South Africa)
Song of the Year – Liquideep (South Africa): “Fairytale”
MAMA Legend – Miriam Makeba (South Africa)
Best International – Eminem (USA).


http://vanguardngr.com/entertainment/wp-content/uploads/2010/12/Fally-Ipupa.jpg
Fally Ipupa / Photo: Thanks!:

Die Verleihung fand in Lagos’ riesiger, brodelnder "Eko Expo Hall" statt, und auch für’s Festprogramm hatte man die Crème de la Crème der populären Musikszene Afrikas aufgefahren, so das Online-Magazin Vanguard Entertainment:

Among the performers at the 2010 MTV Africa Music Awards with Airtel were: 2Face (Nigeria), Banky W (Nigeria), Barbara Kanam (DRC), Big Nuz (South Africa), Cabo Snoop (Angola), Daddy Owen (Kenya), Diamond (Tanzania), Eve (USA), Fally Ipupa (DRC), J. Martins (Nigeria), Jozi (South Africa), Liquideep (South Africa), Lizha James (Mozambique), Mo Cheddah (Nigeria), Paul G (Angola), P-Unit (Kenya), Public Enemy (USA), Radio & Weasel (Uganda), Rick Ross (USA), Sarkodie (Ghana), Sasha (Nigeria), T-Pain (USA), Teargas (South Africa), The Parlotones (South Africa), Wande Coal (Nigeria).
Guest presenters and celebrity guests included Ba Ponga, Dama do Bling, Lizha James, Daniel Amokachi, Oluchi, Julius Agwu, Genevieve Nnaji, Muthoni, Nneka, MTV VJs Vanessa Mdee  & Sizwe Dhlomo, Tatiana, JoJo and fashion designer Lisa Foluniyo.

Sieger im eigenen Land: 2face/Foto: Thanks! MTV Africa Music Awards with Airtel celebrates African music heroes - Vanguard Entertainment

Samstag, 30. Oktober 2010

MAMA AFRIKA (1): Massenvergewaltigungen als Kriegswaffe

  Frau und Kind aus einem der überfallenen Dörfer
Frau und Kind aus einem der überfallenen Dörfer

Dass Gewalt gegen Frauen in ausnahmslos jedem Krieg vorkommt und dass diese Form des Angriffs auf den Feind eine ganz besonders demütigende und perverse Art der Kriegsführung ist, das ist seit Jahrhunderten bekannt. Allerdings ist dem Ausmaß  dieser schrecklichen Verbrechen weltweit noch niemals genügend Aufmerksamkeit gezollt worden - ganz im Gegenteil: Selbst wenn einige dieser Vergewaltigungen, dieser Schläge, dieser Morde öffentlich gemacht werden, bleiben die überlebenden Frauen dennoch allein mit ihren Schmerzen und den nachfolgenden medizinischen Katastrophen wie HIV oder AIDS, Verstümmelungen, Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten, kurz: Sendie sind und bleiben allein mit ihrer Verzweiflung, ihrer Schande.

Vor einigen Wochen allerdings haben sich im Kongo nach einer besonders abscheulichen Vergewaltigungswelle zahlreiche betroffene Frauen zusammengeschlossen, um diesem unwürdigen Ritual endlich die Stirn zu bieten und um sich gegenseitig Kraft und Unterstützung zu geben.

In dem seit Jahrzehnten von Bürgerkriegen und Rebellionen gebeuteltem Westafrika - rund um den Kongo, Ruanda, Burundi und Uganda - sind Kriegsverbrechen und damit auch Vergewaltigungen seit eh und je an der Tagesordnung. Allerdings befinden sich auch seit langem die vielgelobten Blauhelme, die Friedenstruppen der Vereinten Nationen also, dort vor Ort, um wenigstens das Allerschlimmste zu verhindern.
Da musste denn selbst Generalsekretär Ban-Ki Moon nicht nur von einem schrecklichen Scheitern seiner Friedenstruppen sprechen, sondern auch von einer Mitschuld der Vereinten Nationen an den Massakern.

In der internationalen Presse wurde fast gleichzeitig der umfassende UN-Untersuchungsbericht zu den vorangegangenen Bürgerkriegen Westafrikas veröffentlicht, was in der Presse gelegentlich Konfusion darüber auslöste, welches der Massaker in welchem Jahr da nun gerade abgehandelt wurde. Sich so schrecklich viele Tote, so furchtbare Greueltaten auch noch hochgerechnet und multipliziert vorzustellen, das war für viele, auch gutmeinende Europäer dann wohl doch zuviel. Man ging zur Tagesordnung über.

Aber auch vor Ort in Afrika fand der UN-Massaker-Bericht ein starkes Echo: Die betroffenen Staaten protestierten lautstark. Allerdings gegen den Untersuchungsbericht der Vereinten Nationen - und nicht etwa gegen die dort präzise aufgelisteten Grausamkeiten oder aber gegen die Rebellenmilizen, gegen die marodierenden Rest-Armeen und gegen die verantwortlichen Regierungen Westafrikas mit ihren nimmersatten Machthabern.

Allein, dass die Opfer all dieser wirklich grausamsten Gewalt mittlerweile begonnen haben, sich lautstark und kraftvoll bemerkbar zu machen, macht Mut und gibt Hoffnung für die Zukunft Afrikas. Die verletzten und geschändeten Frauen jedenfalls wollen nicht auf immer und ewig Opfer bleiben, sie wünschen sich für sich und ganz besonders für ihre Töchter und Söhne ein anderes Afrika. Einen Kontinent, der nicht nur durch Kriege, Gewalt und Hungersnöte von sich reden macht, sondern einen, den man aus vollem Herzen und liebevoll "unsere Mama Afrika" nennen wird.

Voodoo-Altar in Benin

Voodoo-Altar in Benin
Foto: Voodoo-Altar 08/D. Schwarz/Creat. Comm. Lic. 3.0/Wikimedia C.

Nubische Pharaonen

Nubische Pharaonen
Foto: Wufei 07/Public Domain/Wikimedia Commons

Gegenwartskunst aus Afrika

Gegenwartskunst aus Afrika
Nostra Immagine / Twice 25 & Rinina 25 / GNU-Fr. Doc. Lic.1.2 / Wiki. Com.

Ein kleines Souvenir vielleicht?!

Afrikas Musik