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Mittwoch, 2. Februar 2011

Sonntag, 23. August 2009

Seh'n Se, das ist Berlin! Von der Siegesfeier direkt in den Knast! (WM 6)

Foto: Kenenisa Bekele / Faivre-Duboz / Creative Commons Attribution ShareAlike 2.0 License / Wikimedia Commons




Während man sich heute Abend überall in Berlin gegenseitig auf die Schulter klopft und sich gemeinsam über die durchaus gelungene Leichtathletik-WM freut, ging eine Meldung von Samstagnacht völlig unter im großen Freudentaumel. Demnach haben sechs Athleten aus verschiedenen Ländern die Nacht zu Sonntag in einem Berliner Gefängnis verbracht. Die jungen Männer hatten u.a.eine Gold- und eine Bronzemedaille zu feiern, was sie zusammen mit ca. 20 Freunden in einer Berliner Diskothek tun wollten. Die sechs festgenommenen Sportler kommen aus Ländern ganz unterschiedlicher kultureller Prägung - aus Kuba, von den Bahamas und aus den USA. Was sie allerdings außer dem Sport und der Feierlaune miteinander verbindet, ist ihre Hautfarbe. Sie alle sind schwarz.
Bei den zahlreichen redaktionellen Beiträgen zum WM-Ende, haben bislang nur zwei Berliner Zeitungen über den unschönen Vorfall im Bezirk Schöneberg berichtet, allerdings lehnten sich ihre Artikel sehr an den offiziellen Polizeibericht an. Niemand von den ansonsten doch sehr wohl kritischen und gut informierten Kollegen kam auf die Idee, auch mal nach der Sichtweise der betroffenen Athleten zu fragen. Kann man ja auch verstehen, wer möchte denn schon dazu beitragen, dass das gelungene Sportfest so noch in allerletzter Sekunde ins Zwielicht gerät. Vergessen hat man dabei allerdings, dass sich das korrekte Benennen des Vorfalls wohl nicht wird vermeiden lassen. Schließlich sind die Betroffenen - und alle anderen Gäste, die möglicherweise auch davon gehört haben - gerade auf dem Weg nach Hause in ihre Heimatländer. Ich möchte gar nicht wissen, was dort wohl in den nächsten Tagen in den Zeitungen stehen wird und mit welchen hässlichen Themen Deutschland und Berlin dann wieder weltweit in den Medien auftauchen werden.
Wirklich schade! Da haben sich viele Tausend Menschen sehr um ein erfolgreiches und schönes Sportereignis bemüht, nun aber wird all der Aufwand und das persönliche Engagement ad absurdum geführt. Hätte man da nicht vielleicht auch bei der Polizei ein wenig weitsichtiger und sensibler reagieren können - mit dem Blick aufs Ganze und Große?
Nein, ich bin nicht der Meinung, dass man den Vorfall hätte gänzlich unter den Teppich kehren sollen, aber auf jeder anderen Samstagabendfeierei wird heutzutage mehr getrunken, und das ganz ohne Goldmedaille im Vorfeld.
Wie leise und nüchtern ging's denn zu bei der letzten Abi-Feier, an die Sie sich erinnern, beim Polterabend, beim Betriebsausflug oder der Geburtstagsfeier von Klaus ? Ganz gleich, wie Ihre persönlichen Recherchen auch ausfallen mögen, in den Knast musste da ganz sicher niemand für.
Auch die jungen Männer vom Samstagabend wollten nur ausgelassen feiern. Sie hatten schließlich allen Grund dazu. Man hatte sie zu Hause vor ihrer Abreise nach Berlin bestimmt gewarnt, in Deutschland besonders vorsichtig zu sein außerhalb des Stadions und der Hotels. Das tut man nämlich mittlerweile überall auf der Welt, wenn nicht-weiße Menschen uns besuchen. Aber die vergangenen zehn Tage hier in Berlin - die begeisterten Zuschauer im Olympiastadion und auf den Straßen - die hatten die jungen Männer doch wohl vergessen lassen, dass sie in der Bahn, dem Bus oder vor der Disko, wo sehr gerne Schwarzen mal der Eintritt verwehrt wird, einfach nur schwarz sind.
Wie gesagt: Mehr als schade - für alle! Diese Leichtathletik-WM 2009 stand unter einem besonderen Motto, wollte sich damit ganz sichtbar abheben von den Olympischen Spielen 1936, die am selben Ort wie die WM stattfanden. Deshalb war sie dem Schwarzen Goldmedaillen-Gewinner von 1936, Jesse Owens, gewidmet. Nicht nur der US-amerikanische Leichtathletik-Verband hatte seinen Antritt in Berlin Owens gewidmet, auch den beteiligten Berlinern war die Erinnerung an den großen US-Athleten sehr wichtig. Die Enkelin des bekanntesten schwarzen Sportlers aller Zeiten war offiziell als Gast der WM eingeladen, und es entstand sogar eine Ausstellung über Owens "Kampf" - gegen die Stoppuhr, aber viel mehr noch gegen Hitler und seine braune Ideologie.
Sollte Berlin 2009 am Ende der Leichtathletik-Weltmeisterschaft nun doch wieder in den Schatten von Rassenhass, Diskriminierung oder auch ganz einfach nur stumpfer Gedankenlosigkeit geraten? Es wäre unerträglich.
Sechs WM-Athleten festgenommen
Flaschenwürfe - Sechs WM-Athleten vor Berliner Disco festgenommen - Berlin - Berliner Morgenpost


Auch bei dieser südafrikanischen Reaktion zeigt sich, dass Geschehnisse dieser Art, die in Deutschland passieren, eben anders gewertet werden. (Selbst wenn Berlin und Deutschland gar nicht dafür verantwortlich sind.)
Fall Caster Semenya: Heftige Empörung am Kap | Frankfurter Rundschau - Politik

Und so schön kann das Fazit sein:
Leichtathletik-WM: Vereinte Nationen von Berlin - Leichtathletik-WM - Sport - FAZ.NET

WM-Kommentar: Seltene Sternstunde - Der Kommentar - Sport - FAZ.NET
Kommentar - Berlin hat bei der WM wieder gezeigt, was es kann - Leichtathletik-WM - Sport - Berliner Morgenpost

UPDATE:
Verhaftete Leichtathleten: Polizei ermittelt weiter

Samstag, 22. August 2009

Leichtathletik WM 2009: (5) Bye, bye - Berlin war eine Reise wert!

Foto: Schwanenboote auf dem Suseong See in Daegu, Südkorea, 2005 / Thorfinn Stainforth / GNU-Free Documentation Version 1.2/ Wikimedia Commons / Free Software Foundation

Die letzten beiden Tage der Leichtathletik-WM in Berlin sind angebrochen, bald schon wird sich der international bunt gemischte Tross von Sportlern, Betreuern, Funktionären, angereisten Besuchern und Journalisten auf den Weg zu neuen Zielen und Rekorden machen. Was wird bleiben von diesen zehn Tagen im Olympiastadion, wie bald werden die zahlreichen gerade hart erkämpften Weltrekorde schon wieder gebrochen sein? Wird man sich gern erinnern an dieses Festival der Rekorde und vielleicht ja auch an Berlin?
Viel ist berichtet worden, in allen Medien - und dennoch scheint es mir so, als hätte man immer noch nicht genug erfahren, von den Sportlern und von der besonderen Welt, in der sie zu leben scheinen. Schön wäre es gewesen, wenn die Zeit gereicht hätte und man ein bisschen mehr hätte sprechen können mit den Menschen hinter den Absperrungen. Diesen Leuten, die nie Zeit haben, weil die Zeit - Hundertstelsekunden nämlich - oft über ihre Zukunft, ja ihr ganzes Leben entscheidet.
Und wenn man auch allen "Viel Erfolg, viel Glück!" nachrufen möchte, so weiß man ja doch, dass sich das im Sport immer nur für einige Wenige von ihnen wird erfüllen können.
Trotzdem gehen meine guten Wünsche mit hinaus in die Welt: nach Afrika mit der jungen Caster Semenya, die in der Stunde ihres größten Triumphs hat so viel Schmerzhaftes einstecken müssen hier in Berlin.
Nach USA mit Tyson Gay, der mich - auch ohne den erhofften Sieg - in seiner Ernsthaftigkeit, Ruhe und Unaufgeregtheit viel mehr beeindruckt hat als Publikums-Liebling Usain Bolt.Und mit vielen anderen, deren Namen ich nicht einmal kenne, deren Ausdauer, Mut und Kampfgeist mich aber immer wieder beeindruckt haben in den letzten Tagen, gehen meine guten Wünsche auch.

Und natürlich darf man sich bei dieser Gelegenheit auch mal ganz herzlich bedanken. Bei denen z.B., die ganz unspektakulär dafür gesorgt haben, dass diese Weltmeisterschaft ein Erfolg geworden ist: die Betreuer, die Organisatoren, die Sicherheitsleute, die Techniker, die Rundfunk- und Fernsehleute und die, die zwar auch unten auf der blauen Bahn waren, die aber nicht selbst siegen konnten, dafür aber die Wettbewerbe sorgsam leiteten und begleiteten.
Leichtathletik-WM - Fleißige Helfer bringen die WM zum Laufen - Leichtathletik-WM - Sport - Berliner Morgenpost
Leichtathletik-WM - ''Es gibt Athleten, die sind übernervös'' - Leichtathletik-WM 2009 Berlin - sueddeutsche.de
Mit dem Auge für die Tausendstelsekunde
"Bewegung einfangen" | Leichtathletik-WM | Deutsche Welle | 18.08.2009
Hinter den Kulissen der WM-Kameras

Viel ist geleistet worden, manches hat viel zu wenig Anerkennung gefunden - und einiges wird man sicher besser machen können bei dem nächsten großen Sport - Event im Olympiastadion:
Wie wär’s mit ein bisschen Stimmung?
Leichtathletik-WM in Berlin - Keine Zahlenspiele mehr! - Leichtathletik-WM 2009 Berlin - sueddeutsche.de

Da gibt es ganz sicher noch viel zu verbessern, was die viel zu teuren Eintrittskarten und die viel zu wenigen Zuschauer im Stadion angeht.
Und auch so mancher Kollege lernt hoffentlich bis dahin noch dazu, ein bisschen mehr Sensibilität und mehr Respekt vor den Gästen aus aller Welt täte nämlich manchmal ganz gut:
Leichtathletik-WM - Dick, langsam, exotisch - Die Anti-Stars in Berlin - Sport - Berliner Morgenpost
Ein Biest und eine Diva mit Schmolllippen - Bild 1 - sueddeutsche.de

Das sind nur zwei von zahlreichen Fehlgriffen bei der Beschreibung und Einschätzung der jungen Sportler/innen, finde ich jedenfalls.
Ja und leider gab's ganz zum Schluß auch noch einen weiteren Dopingfall, eine junge Frau aus Nigeria wurde positiv getestet:
Leichtathletik-WM - Nigerianerin in Berlin positiv auf Doping getestet - Leichtathletik-WM - Sport - Berliner Morgenpost
Was also wird bleiben?
Die taz-Leichtathletik-Serie (4): Jugend ohne Biss - taz.de
Die Reporter der "taz" waren trotz soviel Einsatzes der jugendlichen Athleten auch am Ende der WM noch skeptisch, ob der Sport die Welt zu einem besseren Platz machen kann. Aber andere Kollegen hoffen durchaus auf einen positiven Langzeitefekt der vergangenen zehn WM-Tage:
Leichtathletik soll für Schüler wieder interessant werden

Für manchen wird das Wochenende aber schon mit Strapazen verbunden sein, denn die Berliner haben sich vorgenommen, die Sportler/innen so richtig herzlich und zahlreich zu verabschieden, so wie es hier üblich ist bei willkommenen Gästen aus aller Welt. Das gilt im Einzelfall
Leichtathletik-WM - Berlin plant besonderes Dankeschön für Usain Bolt - Leichtathletik-WM - Sport - Berliner Morgenpost

ebenso wie im ganz Großen:
300.000 Menschen erwartet zwischen Ministerien und Marathon
Ein paar verkehrstechnische Tips sind also zu beherzigen, ansonsten aber wünsche ich Ihnen ein ganz wundervolles Wochenende, mit viel Sonne, fröhlichen Menschen auf den Straßen und mit "Ihren" WM-Athleten/innen, die hoffentlich alle gern mal wiederkommen werden nach Berlin.
Autofahrer sollten am Wochenende die City meiden
WM-Marathon in Berlin - So umfahren Sie die Sperrungen am Wochenende - Berlin - Berliner Morgenpost

Wikipedia verrät uns noch:
Die 13. Leichtathletik-Weltmeisterschaften finden vom 27. August bis zum 4. September 2011 im World-Cup-Stadion von Daegu in Südkorea statt.

Aktualisierung vom 22. August 2009:
Zum zweiten Dopingfall
sportschau.de/berlin - Alle Meldungen- Nigerianische Läuferin positiv getestet
Hürdenläuferin Ogoegbunam hat gedopt

Zu Doping und den Auswirkungen:
Kommentar: Die nackte Angst - Der Kommentar - Sport - FAZ.NET

Zum Abschlußwochenende:
WM kompakt - Bolt holt drittes Gold - Leichtathletik-WM 2009 Berlin - sueddeutsche.de
Leichtathletik - Kilometer lange Partymeile säumt den WM-Marathon - Leichtathletik-WM - Sport - Berliner Morgenpost

und zum sensiblen Umgang mit Sprache und mit Menschen:
Leichtathletik-WM: Der Marsmensch Bim Bum Bolt | ZEIT ONLINE
(klingt mir allzusehr nach "BIMBO BOLT"!)

UPDATE:
Zum letzten Wettkampftag und den letzten Ergebnissen:
Leichtathletik-WM - Usain Bolt kann mit Mauerstück nichts anfangen - Leichtathletik-WM - Sport - Berliner Morgenpost sportschau.de/berlin - Alle Meldungen- Bolts Blitze leuchten über Berlin
Drittes Gold für Usain Bolt 

Leichtathletik: Dritter WM-Titel - Bolt findet neue Herausforderung - Nachrichten Sport - Leichtathletik-WM - WELT ONLINE
Harald Schmids WM-Kolumne (9): Der Boom wird nicht lange anhalten - Springen - Sport - FAZ.NETLeichtathletik-WM - Sport - FAZ.NET   
Die afrikanischen Leichtathleten:
 Superstar Bekele | Leichtathletik-WM | Deutsche Welle | 23.08.2009
Bekele schafft wieder das Double
Leichtathletik-WM: Bekele holt das "Double" - S - Flash Player Installation Mulaudzi siegt im 800-Meter-Rennen der Männer für Südafrika 

Fazit(Welches Land hat wie abgeschnitten?):
Leichtathletik-WM: Das schnellste Land der Welt | ZEIT ONLINE
USA erfolgreichste WM-Nation - ZDF.de Sport
Leichtathletik-WM: Jamaika: 9 - Vereinigte Staaten: 1 - Laufen - Sport - FAZ.NET
NETZEITUNG | SPORT- Leichtathletik WM 2009: «Danke Berlin, ihr wart super»
Zum Finale sind alle auf den Beinen
Leichtathletik - WM-Athleten bedanken sich bei Berlin - Leichtathletik-WM - Sport - Berliner Morgenpost
  
Fazit der WM allgemeiner:
Leichtathletik-WM: FAZ.NET-Leser ziehen zwiespältiges Fazit - Leichtathletik-WM - Sport - FAZ.NET
NETZEITUNG | SPORT- Leichtathletik WM 2009, Neben der 
Leichtathletik-WM: Vereinte Nationen von Berlin - Leichtathletik-WM - Sport - FAZ.NET
Leichathletik-WM: One-Man-Show und ein bisschen - Flash Player Installation
Berliner Highlights: Szenen der WM
Leichtathletik-WM: Bleibende Momente einer Weltmeisterschaft | ZEIT ONLINE
Fazit der Leichtathletik-WM: Neue Generation, neuer Geist - Springen - Sport - FAZ.NET
Kommentar: Glaubenssache Sport - Der Kommentar - Sport - FAZ.NET
Zur Feier des Wettkampfs
WM-Bilanz: Deutsche Leichtathletik macht Mut für die Zukunft - Nachrichten Sport - Leichtathletik-WM - WELT ONLINE
Kommentar: Berlin 2009 - Die WM der verpassten Möglichkeiten - Nachrichten Sport - Leichtathletik-WM - WELT ONLINE
Kommentar - Berlin hat bei der WM wieder gezeigt, was es kann - Leichtathletik-WM - Sport - Berliner Morgenpost
Leichtathletik: Wo liegen die Grenzen? - Laufen - Sport - FAZ.NET
Spaß-WM mit Abstrichen | Leichtathletik-WM | Deutsche Welle | 23.08.2009
Die WM - ein sportliches Fazit aus deutscher Sicht
WM-Kommentar: Seltene Sternstunde - Der Kommentar - Sport - FAZ.NET
Die Götter in Berlin - Bild 1 - sueddeutsche.de

Update zu Caster Semenya (Südafrika) auf WM-Post 4
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Freitag, 21. August 2009

Leichtathletik-WM 2009: (4) Wieviel Rassismus läuft mit in Berlin?

Foto:Caster Semenya WM 2009/Michel Langeveld/GNU-Lizenz für Freie Dokumentation Version 1.2/Free Software Foundation/Wikimedia Commons

"Nach dem Sieg der Südafrikanerin Caster Semenya (18) bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin über 800 Meter ist ein angeordneter Geschlechtstest der Läuferin in ihrer Heimat mit Empörung aufgenommen worden. "Das klingt nach schlimmstem Rassismus; es repräsentiert eine Mentalität, die konform mit einem weiblichen Schönheitsideal der weißen Rasse geht, meinte die Nachwuchsorganisation der an der Kap-Regierung beteiligten Kommunistischen Partei (SACP) am Donnerstag in einer Reaktion."
- so beschreibt "Stern online" treffend die Reaktion in Afrika auf die Anordnung eines Geschlechtstest bei der gestrigen Goldmedaillen-Gewinnerin über 800 m Caster Semenya. Weiter heißt es in dem Bericht:

"Es zeigt, dass diese imperialistischen Länder es sich nicht erlauben können, das Talent, das Afrika als Kontinent hat, zu akzeptieren." Selbst der Gewerkschafts-Dachverband (COSATU) schaltete sich ein und kritisierte den Test. In einer Erklärung der COSATU heißt es wörtlich: "COSATU weist empört Versuche von jenen zurück, die versucht haben, ihren Erfolg durch vorgeschobene und grundlose Untersuchungen ihres Geschlecht zu untergraben."
Empörung über Geschlechtstest: "Das klingt nach - Flash Player Installation
Das wirft natürlich die Frage auf, ob denn ein Gentest an sich schon rassistisch ist - oder ob der internationale Medienhype mit den Siegern und das schnelle Ausradieren der Verlierer (nicht nur hier in Berlin!) ihn erst zu so einem Instrument der Abwertung macht. Und vergessen darf man auch nicht, dass der Umgang mit Identität, mit Frauen und mit Sexualität in Afrika ein ganz anderer ist als hierzulande, in den meisten afrikanischen Ländern ist das eine sehr heikle Thematik. Außerdem ist es, wie bei jeder gewonnenen Medaille auch: Das Ding hat zwei Seiten! Da sind eben nicht nur die schwarzen Leute in Johannesburg oder Mombassa, die diese Prozedur als unwürdig und beleidigend empfinden mögen. Auch hier bei uns gibt es schließlich jede Menge Leute, die fassungslos (sprachlos, neidisch, agressiv u.s.w.) sind wegen der offensichtlichen sportlichen Überlegenheit der schwarzen Athleten/innen im Großen und Ganzen. Und auch wenn wir die unglaublichen Rekorde der letzten Tage und ihre schwarzen Halter/innen für absolut cool halten mögen (weil wir nicht an Doping glauben wollen), wieviel "positiver Rassismus" mag bei soviel Hysterie um die Sieger wohl auch mitspielen?

Die Kollegen in den Sportredaktionen jedenfalls haben fix viel Wissenswertes über Geschlechtsstests im allgemeinen und über die Diskussion um die junge Südafrikanerin im besonderen gesammelt und publiziert, vieles durchaus lesenwert:
Grenzgänger auf der Laufbahn
800-Meter-Weltmeisterin Semenya: Ist diese Lady eine Frau? - Laufen - Sport - FAZ.NET
NETZEITUNG | SPORT- Leichtathletik WM 2009, Neben der Spur: «Gott hat sie so gemacht!»
Mann oder Frau? - ZDF.de Sport
Leichtathletik-WM: Semenyas Eltern - "Unser Kind ist ein Mädchen" - Nachrichten Sport - Leichtathletik-WM - WELT ONLINE
Leichtathletik: Ist die 800-m-Weltmeisterin Semenya ein Mann? - Nachrichten Sport - Leichtathletik-WM - WELT ONLINE
Weltmeister(in) Caster Semenya: Athlet oder Athletin? | ZEIT ONLINE
Mann oder Frau? : Semenya könnte der Test selbst überraschen - Nachrichten Sport - Leichtathletik-WM - WELT ONLINE
Semenya holt Gold - unter Vorbehalt - ZDF.de Sport
Weltmeisterin muss zum Geschlechtstest
Athlet oder Athletin: Geschlechtstests

- und doch bleibt bei allen wissenschaftlichen Erklärungsversuchen ein (zumindest!) ungutes Gefühl. Die junge Frau hat schwer gekämpft, um jetzt hier vor aller Welt auf dem Siegertreppchen stehen zu können. Nun aber wird sie plötzlich weltweit als "Mißgeburt" zur Schau gestellt. Ist ihr siegreicher Kampf nun plötzlich gar nichts mehr wert, mehr noch: wird er gleichgesetzt mit Doping und Betrug? Und das nur weil ein paar Gene im Labortest plötzlich enthüllen könnten, was optisch (zumindest primär) nicht zu erkennen war und ist. Das jedenfalls versichert nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Familie und ihr Umfeld glaubhaft.
Was auch immer bei dem unseligen GTest nun herauskommen wird, die schon erlittenen Beschädigungen - der Gefühle der Afrikaner, vor allem aber die Gefühle eines blutjungen, unbekannten Mädchens aus armen Verhältnissen, dass sich buchstäblich bis ganz nach vorn gekämpft und Gold für ihr Land und ihren Kontinent geholt hat! - werden sich nicht mehr ungeschehen machen lassen.
"sueddeutsche online" zeigt auf, wie die "Sache" dann wahrscheinlich ablaufen wird bei den Funktionären: kalt und ohne Skrupel, funktionell eben:

"Vor zwei Monaten war sie noch völlig unbekannt und dann solche Zeiten", sagte Geschäftsführer Weiss. Zuerst wurde Semenya auf Dopingmittel getestet, als diese negativ ausfielen, ordnete der Weltverband eine Geschlechts-Prüfung an. Dieser Vorgang läuft nach Auskunft von IAAF-Sprecher Nick Davis seit einiger Zeit, Semenya sei sowohl in Südafrika wie auch in Berlin untersucht worden. Weiss referierte, dass es Tage oder Wochen dauern könne, bis ein Ergebnis vorliege. "Sollte sich aber herausstellen, dass Semenya keine Frau ist, wird sie von der Siegerliste gestrichen."
Athlet des Tages (5) - Zu schnell für eine Frau? - Leichtathletik-WM 2009 Berlin - sueddeutsche.de

Wenn Sie nun Lust haben, auch noch etwas über andere Athleten/innen aus Afrika zu hören, hier ist eine kleine Auswahl der Berichterstattung der letzten Tage:
Geheimnis der schnellen Kenianer gelüftet! | Afrika | Deutsche Welle | 20.08.2009
Bestzeiten für Westafrika
WM 2009: Sorina Nwachukwu (22) – Deutschlands schnellste 400-Meter-Sprinterin
Leichtathletik-WM in Berlin: Unsere Athleten
Äthiopier Bekele zum vierten Mal Weltmeister
Kenenisa Bekele: Schnell und unerbittlich – aber leise - Berlin, Berlin - Sport - FAZ.NET
Sprinterin Christine Ohuruogo: Das Gesicht einer Kriegerin - Berlin, Berlin - Sport - FAZ.NET
Leichtathletik: Deutsche Tugenden für Afrika - Laufen - Sport - FAZ.NET

Und ganz zum Schluß möchte ich Ihnen heute noch einen jungen Mann aus den USA näherbringen, der sich trotz aller Aufregung um ihn und seinen Konkurenten sehr unauffällig und angenehm leise verhält. Zu Beginn der Woche hatte er bei seinen Fans zwar für Enttäuschung gesorgt, weil er das nächste Sprint-Duell mit Usain Bolt absagen musste:
US-Star Gay sagt Revanche ab
Nun aber wurde bekannt, dass sich der oft als "Langweiler" betitelte Tyson Gay offensiv gegen Doping einsetzt:
"Ich kämpfe sauber“ | Amerika | Deutsche Welle | 20.08.2009
Der schnelle Langweiler

Aktualisierung am 21. August 2009
Hier sind noch einige gute Artikel über den Sex-Test und die starke afrikanische Reaktion darauf:
Jörg Winterfeldt z.B. hat in der "Welt online" einen sehr treffenden Kommentar geschrieben, den Sie unbedingt ganz lesen sollten:
Kommentar: Warum der Fall Semenya ein doppelter Skandal ist - Nachrichten Sport - Leichtathletik-WM - WELT ONLINE
"Nach der ersten Aufregung zeigen sich im Fall Semenya die beiden eigentlichen Skandale: Die IAAF hätte ihre fast noch minderjährige Athletin nie dem Druck der Öffentlichkeit aussetzen dürfen, indem sie den Geschlechtstest durchsickern ließ. Und die südafrikanischen Funktionäre hätten auf den Fall vorbereitet sein müssen.(...)Der brutale Angriff auf die Seele einer jungen Frau ist etwas untergegangen, obwohl er doch so schwerwiegend war. Denn dafür spielt es keine Rolle, wie ihr leichtathletisches Wunder zustande gekommen ist: ob sie gar gedopt wurde oder ob sie tatsächlich keine Frau ist."
Caster Semenya - ein Goldmädchen?
Leichtathletik-WM: Geschlechtstest - Semenya durch Brief belastet - Nachrichten Sport - Leichtathletik-WM - WELT ONLINE
Sextest in der Leichtathletik: XY ungelöst - taz.de
Caster Semenya: Wer ist das? - Laufen - Sport - FAZ.NET
Semenya soll schon getestet worden sein - ZDF.de Sport

Die "Netzzeitung" fand noch heraus, dass das, was Caster hier in Berlin geschehen ist, zuvor auch schon anderen afrikanischen Athlethinnen passiert ist:

"Die Zeitung «Sowetan» ließ Noko Matlou zu Wort kommen, die Stürmerin des Frauen-Nationalteams Bayana Bayana. Sie hatte 2007 bei einem Länderspiel gegen Ghana ähnlich erniedrigende Erfahrungen machen müssen und riet Semenya: «Ich weiß aus eigener Anschauung, was sie durchmacht; sie weiß, wer sie ist, und obwohl es schwierig ist, muss sie die Ignoranz einfach nicht beachten und weiter machen.» (Ralf E. Krüger, dpa)"

NETZEITUNG | SPORT- Leichtathletik WM 2009, Neben der Spur: «Warum hat man mich hierher gebracht?»
Aktualisierung am 22. August 2009:
Zu Caster und dem Sextest:
Mann oder Frau?: In Semenyas Dorf kennen alle die Wahrheit - Nachrichten Sport - Leichtathletik-WM - WELT ONLINE
Der Fall Caster Semenya - Südafrika will sich bei UN beschweren - Leichtathletik-WM 2009 Berlin - sueddeutsche.de
Geschlechtstest bei Semenya: Südafrika will sic - Flash Player Installation
UPdate 27.August 2009:
Fall Caster Semenya: Heftige Empörung am Kap | Frankfurter Rundschau - Politik
Geschlechtstest: Caster Semenyas Mutter hat Angst um ihre Tochter - Nachrichten Sport - Leichtathletik-WM - WELT ONLINE
NETZEITUNG | SPORT- Leichtathletik WM 2009, Neben der Spur: Rauschender Empfang für Caster Semenya
Südafrika: Empörung über Umgang mit Athletin Semenya | tagesschau.de
Leichtathletik-WM - Südafrika feiert Semenya - Leichtathletik-WM 2009 Berlin - sueddeutsche.de
Südafrikaner feiern umstrittene Weltmeisterin Semenya | tagesschau.de
Leichtathletik: Der Fall Semenya - ''Das ist eine Hetzjagd'' - Leichtathletik-WM 2009 Berlin - sueddeutsche.de
NETZEITUNG | SPORT- Leichtathletik WM 2009, Neben der Spur: Weltverband entschuldigt sich bei Semenya


Zu den afrikanischen Erfolgen:
Leichtathletik-WM: Kenianischer Doppelsieg am Brandenburger Marathon-Tor - Laufen - Sport - FAZ.NET
NETZEITUNG | SPORT- Leichtathletik WM 2009: Kenianer dominieren historischen WM-Marathon
Leichtathletik-WM: Kenianischer Marathon-Tanz - - Flash Player Installation
sportschau.de/berlin - Alle Meldungen- Kenianer Kirui gewinnt WM-Marathon
Leichtathletik - Kenianer Abel Kirui gewinnt Berliner WM-Marathon - Leichtathletik-WM - Sport - Berliner Morgenpost
Frieden mit Berlin
Kenianischer Doppelerfolg über 5000 Meter
Leichtathletik-WM: Viele Medaillen, viele Fragen | ZEIT ONLINE

Mittwoch, 19. August 2009

Leichtathletik-WM in Berlin: (3) Fauler Zauber, Frust und bittere Tränen

Foto: Briefmarke zur Leichtathletik-WM/Deutsche Post AG/Stephan Klein und Olaf Neumann/Public Domain/Wikimedia Commons

Leichtathletik-WM - Die Berliner feiern auch die Geherinnen zu Tausenden - Leichtathletik-WM - Sport - Berliner Morgenpost
Nach dem ersten WM-Wochenende, an dem die Berliner die AthletenInnen auf den Straßen feierten, sind wir nun in der "Arbeitswoche" angekommen. Und siehe da: Der erste Dopingfall wurde prompt am Dienstagabend bekannt:

"Der marokkanische Hindernisläufer Jamal Chatbi hat für den ersten Dopingfall der WM gesorgt. Bei einer Trainingskontrolle wurde er positiv getestet. (...) Der 25-Jährige hatte sich als Elfter in den Vorläufen für das Finale über 3000 Meter Hindernis am Dienstagabend qualifiziert. Die Nachricht, dass Chatbi am Samstag bei derTrainingskontrolle positiv getestet wurde, kam unmittelbar vor dem Endkampf.
- schreibt "Der Tagesspiegel"
Erster Dopingfall der Leichtahtletik-WM
Positiver Test - Erster Dopingfall bei Leichtathletik-WM in Berlin - Sport - Berliner Morgenpost
sportschau.de/berlin- Hindernisläufer Chatbi positiv getestet

Die "Netzzeitung" stellt allerdings auch das jetzt in Berlin angewendete Verfahren der Dopingtests in Frage:

"Doch es sind nicht nur infrastrukturelle Probleme im Antidopingkampf in der Leichtathletik, meint auch Fritz Sörgel. Bei der WM in Berlin «könnten alle Athleten unter absolut identischen Bedingungen getestet werden. Zudem gibt es keine Transportkosten – es ist ein Unding, dass dies nicht genutzt wird. Das Geldargument zieht nicht», kritisiert der Leiter des Heroldsberger Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung. Es fehlt wohl auch der Wille zur bedingungslosen Aufklärung.
(Sehnsucht nach Stars)
Einen möglichen Grund hierfür brachte Eike Emrich, Vizepräsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes DLV ins Spiel: «Sicherlich ist es auch der Wunsch, ab und zu Stars mit schier unmenschlichen Leistungen zu haben.» Ziemlich klare Worte für einen hochrangigen Funktionär, die, sollten sie der Wahrheit entsprechen, eine Bankrotterklärung für den Sport wären."
NETZEITUNG | SPORT- Leichtathletik WM 2009: Zweifelhafter Sieger, abstoßendes Dauerproblem
Die "taz" erinnert in einem interessanten Artikel an die "Dopingspiele 1984":

"Gedopt waren die Olympioniken der "glücklichen Spiele" von Los Angeles dennoch. Wie das Westküstenblatt Orange County Register Anfang August dieses Jahres berichtete, fielen bei internen Dopingtests des Olympischen Komitees der USA (USOC) im Vorfeld der Spiele mindestens 34 Leichtathleten als positiv auf. In ihren Urinproben fanden sich Spuren von Steroiden. Gegen keinen dieser Athleten wurden Verfahren eröffnet, keine einzige Sperre wurde verhängt. Die Sportler wurden vielmehr darauf hingewiesen, dass fortgesetztes Doping zu positiven Tests bei den US Trials (den Qualifikationswettkämpfen für Olympia) und den Olympischen Spielen selbst führen könnte. Um das zu verhindern, schickten Trainer und Sportler ihre Urinproben in das frisch eröffnete Kontrolllabor in Los Angeles. Sie wollten herausfinden, welche Mittel in welcher Dosierung wann abgebaut sein würden."
"Stern online" hält auch so manchen in diesen Tagen hochgefeierten Sieg auf der blauen Aschenbahn des Olympiastadions für zumindest fragwürdig. Autor Mathias Schneider schreibt unter dem Titel "Sprinter unter Generalverdacht":

"Zu viele der ehemaligen Spitzensprinter entpuppten sich nach bravourösen Läufen als Betrüger. Sie heißen Ben Johnson, Justin Gatlin oder Linford Christie. Alle gewannen sie olympisches Gold. Keiner von ihnen hat eine dopingfreie Vita. Und auch Maurice Greene, der beste Sprinter der 90er Jahre, steht ebenfalls im Verdacht, exzessiv gedopt zu haben. Nachgewiesen wurde ihm dies allerdings nie, wenn auch die Indizien zahlreich sind. So viele Fälle wurden rückwirkend aufgedeckt, dass schnell zu laufen irgendwann zwangsläufig mit virtuosem Betrug einher zu gehen schien."
Und er kommt auch auf die "Mittelchen" zu sprechen, denen angeblich solch außergewöhnliche Leistungen zu verdanken sind:

"Die Yam-Wurzel ist bislang nicht aufgefallen als eines der führenden Dopingmittel in der Welt der Leichtathletik. Dabei hat sie sich auf Jamaika längst als eine Art Designer-Droge für Sprinter etabliert, glaubt man einem der prominentesten Bewohner der Insel. Das Gewächs, das aussieht wie eine Riesenkartoffel, beschleunigt seinen Konsumenten angeblich auf atemberaubende Weise. Es wird vor allem im District Trelawny angebaut, der Heimat des schnellsten Mannes der Welt. Für Wellesley Bolt, Vater des Sprintheroen Usain Bolt, ist der Fall damit klar: "Es sind die Yams, die meinen Sohn so schnell machen." Die Yams also, ein Erzeugnis der heimischen Landwirtschaft. Man möchte die Geschichte vom Sohn, den die Natur beschleunigt, gern glauben."
Ja, aber es sind nicht nur solch phantastische Rekorde (Dank Yams?!) zu verzeichnen bei der WM, es sind auch noch jede Menge anderer ganz unglaublicher Theorien im Umlauf. Darüber nämlich, wie es denn nur möglich sein kann und wie die Schwarzen das denn schaffen mit diesen Siegen... Manchmal kommen die Vermutungen sogar wissenschaftlich daher (was sie aber nicht unbedingt glaubhafter machen!):

"Seit Jahren laufen kenianische Langstreckenläufer der Weltspitze davon. Forscher der Universität Bayreuth haben nun herausgefunden, dass dies an ihrer besonders ökonomischen Muskulatur liegt. Bislang waren Sportwissenschaftler von anderen Ursachen ausgegangen. „Die Fachwelt war sich sicher: Ein größeres Herz, höheres Blutvolumen und besserer Sauerstofftransport in die Muskulatur ermöglichen den kenianischen Läufern diese außergewöhnlichen Leistungen“, berichtet das Team um Nicole Prommer."
Das Geheimnis der schnellen Kenianer
- berichtet "DerTagesspiegel" und auch die seriöse "Zeit" hat sich dem Thema angenommen
Langstreckenläufer: Kenianer benötigen weniger Sauerstoff zum Rennen | ZEIT ONLINE
NETZEITUNG | WISSENSCHAFT NACHRICHTEN: Nur «Laufmuskeln» mit Sauerstoff versorgt
Die Macht der Gene | Wissenschaft | Deutsche Welle | 18.08.2009

Tja, es KANN eben einfach nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn schwarze Menschen so viel erfolgreicher sind als alle anderen...
Wie wär's denn dann jetzt mal mit ein bisschen Voodoo - zum Anheizen der Stimmung im Stadion, die lässt nämlich mittlerweile etwas zu wünschen übrig:
WM-Fieber? Fehlanzeige! | Leichtathletik-WM | Deutsche Welle | 17.08.2009
Brett vorm Block - Zuschauer verärgert
Leichtathletik-WM in Berlin - Deutlich leere Ränge - Leichtathletik-WM 2009 Berlin - sueddeutsche.de
NETZEITUNG | SPORT- Leichtathletik WM 2009, Neben der Spur: Kein «Sommerschlussverkauf» von WM-Tickets
Leichtathletik-WM: Vertuschungsmanöver im Olympiastadion - Sport | STERN.DE
Tagestickets weiter mäßig nachgefragt - Samstag ausverkauft
Leichtathletik - Berliner Politiker fordern Rabatte für WM-Karten - Leichtathletik-WM - Sport - Berliner Morgenpost
Leichtathletik-WM in Berlin - Organisatoren lehnen billigere WM-Tickets ab - Leichtathletik-WM - Sport - Berliner Morgenpost

Jetzt sollen Sie näturlich noch etwas von den SportlerInnen erfahren. Wussten sie eigentlich, warum die schnelleste Frau der Welt - die auch aus Jamaika kommt und schwarz ist - kein Weltstar ist wie ihr Teamkollege Usian Bolt?:
Leichtathletik-WM - Warum die schnellste Frau der Welt kein Weltstar ist - Sport - Berliner Morgenpost
Auch die schnellste Frau kommt aus Jamaika
Leichtathletik-WM - Olympiasiegerin Fraser aus Jamaika ist Weltmeisterin - Leichtathletik-WM - Sport - Berliner Morgenpost
Leichtathletik-WM: Fraser sprintet zu Gold - Sport | STERN.DE
"FAZnet" lässt uns auch ein bisschen hinter die Kulissen blicken. Da kann man dann auch erahnen, wie schwer so ein Aufstieg in Wirklichkeit ist, wieviel Zeit, Schweiß und Tränen er gekostet hat. Aber man kann sich auch umso mehr mitfreuen mit Shelly-Ann Fraser und all den anderen, die so schwer gekämpft haben, damit sie jetzt hier in Berlin dabei sein können:

"Dass sie überhaupt gelaufen ist, dass sie überhaupt läuft, das ist das Glück ihres Lebens. Drittes Kind einer jungen, alleinerziehenden Mutter, wuchs Shelly-Ann Fraser in einer bescheidenen Holzhütte in Waterhouse im St. Andrew Parish nördlich von Kingston auf. Bei ihren ersten Schulmeisterschaften rannte sie barfuß. Nach dem Umzug in eine Armensiedlung in der Hauptstadt ging es ihr nicht besser. Ihre Mutter, eine ehemalige Sportlerin, hielt sich und ihre Kinder mit dem Verkauf von Imbiss und Knabberzeug über Wasser, und oft genug musste sie vor der korrupten Polizei davonrennen. Heute lacht sie darüber und ist stolz auf das Talent, das sie ihrer Tochter mitgegeben hat. Sie hielt das Mädchen zu Lauf und Training an, doch den Sprung an ein amerikanisches College schaffte die kleine Shelly-Ann nicht. Stattdessen nahm Stephen Francis sie in sein MVP-Team um Asafa Powell auf. „Er ist der wichtigste Mensch in meinem Leben“, sagt sie (siehe: Jamaikas Sprinter: Widerstand und Gehorsam).
Shelly-Ann Fraser: Aus der Armensiedlung aufs oberste Treppchen - Laufen - Sport - FAZ.NET
Aber es kann auch bitterste Enttäuschungen geben, wie im Fall der blutjungen Kenianerin Pamela Jelimo:

"Auch die erst 19 Jahre alte Olympiasiegerin Pamela Jelimo hat am Montag das Leiden an unerfüllten Hoffnungen ertragen müssen. Innerhalb eines Jahres war sie von einer eher mittelmäßigen Sprinterin zur besten Läuferin über 800 Meter aufgestiegen. Sie gewann in Peking als erste Kenianerin eine Goldmedaille. Zwei Monate später knackte sie auch den Jackpot der Golden League über eine Million Dollar und lief sich in die Herzen ihrer Landsleute. Aber in Berlin gab die beliebteste Sportlerin Kenias nach 600 Metern im Vorlauf auf und saß zusammengekauert neben der Bahn. Aber solche Tiefpunkte für Titelkandidaten wie Jelena Isinbajewa und Pamela Jelimo gehören nun einmal ganz selbstverständlich zum Sport, auch wenn Karrieren und Image mittlerweile wie selbstverständlich am Reißbrett geplant und gesteuert werden. Dabei zeigen gerade diese schmerzhaften Niederlagen, dass Triumphe auch für die Besten trotz aller akribischen Planung eben alles andere als selbstverständlich sind, sie adeln vielmehr die Ausdauerleistungen auf dem Siegertreppchen."
WM-Kommentar: Mal bitter, mal süß - Der Kommentar - Sport - FAZ.NET
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch eine schöne WM-Woche, vielleicht kommen Sie ja einfach mal selbst vorbei im Berliner Olympiastadion. Die Wetteraussichten für den Rest der Woche sind jedenfalls sommerlich-grandios:
Wetter - Zur Leichtathletik-WM erwartet Berlin die große Hitze - Berlin - Berliner Morgenpost

Sonntag, 16. August 2009

Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2009 in Berlin: (2) Der Beste wird gewinnen!

Foto:2-facher Goldmedaillen-Gewinner Tyson Gay 2007 in Osaka/Leichtathletik-Weltmeisterschaft/Eckhard Pecher/Creative Commons License 2.5/Wikimedia Commons

Der erste Tag der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin brachte nur Superlative: beste Stimmung, schönstes Sommer-Wochenendwetter und allein 100 000 begeisterte Fans am Straßenrand Unter den Linden - von den Athleten ist dabei noch gar nicht die Rede:

Geher-Wettberwerbe - 100.000 Zuschauer bejubeln WM-Geher mitten in Berlin - Leichtathletik-WM - Sport - Berliner Morgenpost

Leichathletik-WM: Usain Bolt "joggt" durch den Vorlauf - Sport | STERN.DE

100-Meter-Sprint - Bolt joggt bei Leichtathletik-WM durch Vorlauf - Leichtathletik-WM - Sport - Berliner Morgenpost

Das erste richtige Highlight der WM wird heute erwartet, wenn die beiden schwarzen Stars der Leichtathletik sich gegenseitig alles abverlangen im Finale des 100m-Laufs. Viele Fans aus aller Welt warten schon lange auf dieses Duell, und auch die Zeitungen haben die Spannung auf das Rennen von Tag zu Tag mehr angeheizt. "Der Tagesspiegel" erklärt den Hype um die beiden Männer so:

Gay gegen Bolt - einer kurz, der andere lang


"Wenn Bolt und Gay an diesem Sonntag im Finale stehen, wäre das ein nachgeholtes Wettrennen der Olympischen Spiele. Dort hatte sich der Amerikaner überraschend im Halbfinale verabschiedet, er habe vorher zu wenig Wettkampfpraxis gesammelt, hat er erklärt. Überhaupt lieferten sie sich bisher meist ein Fernduell. Erst einmal sind sie die 100 Meter gegeneinander gelaufen, im vergangenen Jahr in New York, Bolt gewann und stellte einen Weltrekord mit 9,72 Sekunden auf, Gay brauchte 9,85 Sekunden. Die ganze Spannung ist also aufgehoben für Berlin. In den Zwischenläufen gab sich keiner der beiden eine Blöße. Bolt joggte grinsend in 10,03 Sekunden ins Halbfinale, Gay sprintete mühelos zu 9,98 Sekunden."
Claus Dieterle vom "FAZ-net" konnte in der letzten Woche kurz mit dem Jamaikaner sprechen:
"Bolt, der sich auf der Laufbahn gern als Schelm gebärdet, wirkt angespannt, und seine Antworten fallen spartanisch aus. Der Clown hat Pause, und nur einmal lacht er – bei der Frage nach dem besten Sprinter der Welt. „Da kann ich immer wieder nur sagen: ich.“ Aber er wird gleich wieder ernst, als es um seine Gegner in Berlin geht. Er nehme jeden Konkurrenten ernst, sagt er, aber diesen Tyson Gay eben noch ein bisschen ernster. Dem Amerikaner, der in diesem Jahr mit 9,77 Sekunden bislang die Bestzeit hält, bescheinigt Bolt „ganz schöne Fortschritte in diesem Jahr. Ja, Tyson ist mein ärgster Konkurrent“."
Usain Bolt: Der Clown hat Pause - Laufen - Sport - FAZ.NET

Und hier sind noch zahlreiche weitere Einschätzungen von Bolt, allein aus den Blättern der letzten Tage:

Puma-Chef Zeitz über Bolt: „Nie gekanntes Maß an Lockerheit“ - Laufen - Sport - FAZ.NET

Usain Bolt: Rockstar ohne Angst - Laufen - Sport - FAZ.NET

Ein Ladenhüter namens Usain Bolt

Exklusiv-Interview - Weltrekordler Usain Bolt will eine Legende werden - Sport - Berliner Morgenpost

Usain Bolt: Der Schrittweise

Und hier ist - für wahre Usain-Fans der Zugang zu seiner Web-Seite. Da kann man dann ja mal nachlesen, wie er sich selbst so einschätzt:
Usain Bolt

Natürlich darf hier auch sein Rivale nicht fehlen, nachstehend also die Tyson Gay-Einschätzungen. "Der Tagesspiegel":
"Am Sonntagabend kommt es zum großen Duell. Gay ist der Titelverteidiger. Aber einer, der aus der Norm fällt. Die meisten Topsprinter produzieren sich im Rampenlicht wie Gorillamännchen bei der gruppeninternen Machtdemonstration.
Die Langweiler-Nummer könnte natürlich ebenfalls eine inszenierte Rolle von Tyson Gay aus Lexington, Kentucky sein. Mal was Neues. Es spricht nur wenig dafür. Gay, dafür spricht viel mehr, ist einfach ein eher bescheidener Typ. So dopingverdächtig wie seine Konkurrenten, aber nicht so affig. Ein Journalist hatte vor ein paar Wochen in Rom beim Golden-League-Meeting beobachtet, dass Gay im Bus ungefragt und höflich einer Frau seinen Platz anbot. Und als er im Mai in New York eine Pressekonferenz geben sollte, blieb er im Hotel an einem Wachmann hängen, der ihn erst mal fragte, wer er denn überhaupt sei. Gay klärte ihn höflich auf.
Der 27-Jährige redet öffentlich auch nicht schlecht über den Weltrekordler Bolt. „Klar stehe ich seinem Schatten“, sagte er in einem Interview. Aber einer wie Bolt sorgt für Aufmerksamkeit, das steigert auch den Marktwert von Tyson Gay, und das weiß der US-Star durchaus zu schätzen. Er lebt inzwischen in Florida, aber manchmal erwähnt er, dass er „ein Landei aus Lexington“ sei. Aber ein Landei, das auch einen Uni-Abschluss in Marketing hat."
Der schnelle Langweiler

Tyson Gay: Der schnellste Herausforderer der Welt

Leichtathletik-WM: "Tyson Gay schockt die Welt" | ZEIT ONLINE

Leichtathletik-WM - Gefährliches Duell - Leichtathletik-WM 2009 Berlin - sueddeutsche.de

Usain Bolt und Tyson Gay: Die schnellsten Patienten der Welt - Laufen - Sport - FAZ.NET

Solche hochgepushten Duelle lassen eben nicht nur die Nerven vibrieren, sie können auch in die Geschichte des modernen Sports eingehen. Ganz gleich, wie sie enden. Ein Grund auch mal an die einst hochgeschätzten Sprinter zu erinnern, bei denen der große Erfolg schließlich tragisch endete:

Ben Johnson: Ein Held läuft in die Falle

Aber vielleicht werden ja heute weder Gay noch Bolt den Sieg davontragen, auch ein ganz anderer könnte auf dem Siegertreppchen stehen. Vielleicht ja der junge Mann, den die "sueddeutsche" als ersten in ihrer Reihe "Athlet des Tages" vorstellt. Schade nur, dass ihn die Kollegen als "Exoten" bezeichnen mussten (das macht sich nicht so gut bei Schwarzen - ganz gleich woher sie kommen...Übrigens: Das mit dem Gorillamännchen weiter oben ist auch sehr daneben!):

Athlet des Tages (1) - Spektakel der Vielfalt - Leichtathletik-WM 2009 Berlin - sueddeutsche.de

Vor der Leichtathletik-WM: Ohne Helden geht es nicht - Leichtathletik-WM - Sport - FAZ.NET

Hier finden Sie noch ein wenig mehr über die Geschichte der Leichtathletik-Weltmeisterschaften, die erstaunlich kurz ist für einen so populären Sport:

Erfolgsstory mit kurzer Geschichte | Sport | Deutsche Welle | 27.07.2009

Vergessene Rekorde - späte Erinnerung | Leichtathletik-WM | Deutsche Welle | 14.08.2009

Was sie 2009 erwartet, technisch ebenso wie sportlich - das werden Ihnen über 80 Kameraleute und 115 Stunden Übertagungen hautnah nach Hause übermitteln - und das sogar zum allerersten Mal in HD-TV:

115 Stunden Berichte, über 80 Kameraleute

sportschau.de/berlin - Radio / TV - HD-Fernsehen- Rekordgenuss in HDTV

Neue Technik: ARD und ZDF starten Super-TV - mit Problemen - Nachrichten Webwelt - WELT ONLINE

Viel mehr aktuelle Informationen finden Sie auch auf der Web-Seite der Berliner Weltmeisterschaften:

:: 12. IAAF Leichtathletik Weltmeisterschaften berlin 2009™ :: | Home

Und falls es Sie interessiert, können Sie hier noch nachlesen, wie und wo sich Ihre Leichtathletik-Idole nach den anstrengenden Kämpfen ausschlafen werden:

Hotel Estrel: Das Wohnzimmer der Sportler

Na dann: Good night and Good luck!!!!
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Samstag, 15. August 2009

Tribute to Jesse Owens: Startschuß für die Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009 in Berlin (1)

Foto:Jesse Owens (Mitte)/Olympische Spiele 1936 in Berlin/Siegerehrung im Weitsprung/Commons Bundesarchiv/Wikimedia Commons

Wer sich ins Berliner Olympiastadion begibt, der kommt an der Geschichte dieses Tempels des Sports nur schwer vorbei. Auch in diesen Tagen erinnern sich viele Menschen wieder an die Austragung der Olympischen Spiele 1936, an den Pomp der Nationalsozialisten und ihre politischen Absichten, die diese Olympiade und dieses Stadion für immer prägten. Und unweigerlich fällt dann der Name Jesse Owens. Dann denkt man wieder an den großen schwarzen Läufer, der hier in Berlin 1936 nicht nur mit seinen vier Goldmedaillen Geschichte geschrieben hat. Ein Schwarzer, der mit seinen unglaublichen Siegen auf der Aschenbahn die Nazis nervös gemacht haben soll, so steht es weltweit in den Geschichtsbüchern.
Hat Hitler Owens doch die Hand gegeben? fragt "Tagesspiegel online" deshalb auch die Leser und enthüllt die Geschichte aus einer ganz anderen Perspektive, der eines alten RIAS-Reporters, der Owens persönlich kennengelernt hatte.Und dasselbe Blatt erzählt in einem anderen Artikel auch die Geschicht vom verlorenen Gold:
Jesse Owens: Das verlorene Gold

Dass man sich aber nicht nur hier in Berlin an den US-Super-Athleten erinnert, beschreibt ein Artikel in "FAZnet":
"Zur Weltmeisterschaft kehrt Jesse Owens nach Berlin zurück. Die Weltmeisterschaftsausscheidung der amerikanischen Leichtathleten in Eugene in Oregon vor kurzem begann damit, dass auf der Anzeigentafel ein Dokumentarfilm über ihn gezeigt wurde. Von da an war er ständig präsent bei den Trials. „Rückkehr nach Berlin“ hat der amerikanische Leichtathletikverband USATF zum Motto der Saison erkoren."
Leichtathletik-WM in Berlin: Hommage an Jesse Owens - Berlin, Berlin - Sport - FAZ.NET

Und um zu bezeugen, dass diese Weltmeisterschaft 2009 wirklich ganz im Zeichen der Geschichte der amerikanischen Leichtathletik - die ohne Frage von den schwarzen Läufern und Jesse Owens geprägt wurde - steht, ist Jessie Owens Enkelin aus den Vereinigten Staaten mit an die Spree gekommen:

"Als Marlene Dortch, eine Rechtsanwältin im Staatsdienst, zu Hause in Fort Washington erzählte, dass sie und ihr Mann in diesen Tagen nach Berlin fliegen würden, musste sie verraten, warum: Sie wird eine Siegerehrung bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften vornehmen. Sie ist eine Enkelin von Jesse Owens. „Die Nachbarin war total aufgeregt, als sie das erfuhr“, erzählt Marlene Dortch, eine Tochter von Jesse Owens’ erster Tochter Gloria. Bis heute, mehr als ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod, wird sie immer noch überrascht vom Ruhm ihres Großvaters. „Ich wusste, dass er berühmt war. Aber ich wusste nicht, dass er eine solche Ikone ist. Für uns Kinder war er vor allem Opa.“
Olympiastadion Berlin: Das Stadion des Jesse Owens - Leichtathletik-WM - Sport - FAZ.NET


"Es ist ihr erster Besuch in Berlin. Sie will nicht nur Spuren von ihrem Großvater finden, sondern auch eine besondere Verbindung pflegen, die mit der Familie des Weitspringers Luz Long. Gemeinsam mit dessen Sohn Kai Long wird Dortch den Siegern im Weitsprungwettbewerb der WM die Medaillen umhängen.
Angefangen hat diese Verbindung mit einem Hinweis zum Anlauf. Jesse Owens hatte sich mit seinen ersten beiden Versuchen im Weitsprungwettbewerb von 1936 nicht für das Finale qualifizieren können, sie waren beide ungültig. Luz Long riet ihm, seinen Anlauf zu verlängern. Owens hielt sich daran, und gewann vor Long die Goldmedaille. Darauf sollen sich die beiden angefreundet haben, einige Bilder aus diesen Tagen zeigen die beiden zusammen."
Die Enkelin von Jesse Owens kommt zur Leichtathletik-WM
-berichtete die "Welt online"

Michael Reinsch berichtet in seinem oben schon erwähnten, sehr lesenswerten Artikel im "FAZnet" auch über die Stationen des Baues, vom Berliner Olympiastadion also. Von der Nazizeit und Hitlers Loge bis zu den letzten Kriegstagen, in denen viele blutjunge Männer hier noch ihr Leben verloren. Vom halbherzigen Wiederaufbau des Stadions in den 60iger Jahren bis hin zu dem modernen und vielseitig nutzbarem Bau von heute:

"Der Gebrauch der Anlage, ihre regelmäßige Belebung durch Bundesligafußball mit seinen Multikulti-Ensembles, durch Riesenkonzerte und nicht zuletzt die bevorstehenden neun Tage der Leichtathletik-Weltmeisterschaften machen die Vergangenheit dieser Anlage gewiss nicht vergessen. Doch sie lassen sie, mit neuem Klang und bunten Farben, verblassen."
Aufmerksam macht er die Leser nicht nur auf die Jesse Owens gewidmete Ausstellung, sondern auch auf die Probleme, die es bis zu deren Eröffnung gab. Und der Autor zeigt noch einmal unmißverständlich auf, warum es so wichtig ist - auch und vor allem für uns Deutsche - sich an die Geschichte von Jesse Owens zu erinnern:
"Für eine richtige Eröffnung fehlten Geld und Zeit: Die Ausstellung über Jesse Owens im „Haus des Sports”.Umso wichtiger, dass sich auch Deutsche an Jesse Owens erinnern. Kurzfristig und ohne Unterstützung aus dem Kulturfonds der Bundesregierung hat das Berliner Sportmuseum eine kleine Ausstellung über Owens in den Lichthof des historischen „Hauses des Sports“ hinter dem Olympiastadion gestellt. Nicht einmal für eine richtige Eröffnung reichten Zeit und Budget. Dafür dürften die Exponate, die Owens im Sprung, im Lauf und im Gespräch zeigen, außer dass sie reichlich amerikanische Leichtathleten anziehen werden, die Organisatoren der WM auf ihrem Weg in ihre Büros in dem Gebäude stets an etwas erinnern, das sie vergessen hatten: Sport hat, zumal in Berlin, eine Geschichte. Eines ihrer Gesichter ist, zum Glück, Jesse Owens."

Aktualisierung vom 22. August 2009:
Leichtathletik-WM in Berlin - Arm in Arm vor Hitlers Augen - Leichtathletik-WM 2009 Berlin - sueddeutsche.de
Legenden der Leichtathletik: Owens ungewolltes Gold | ZEIT ONLINE

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Voodoo-Altar in Benin

Voodoo-Altar in Benin
Foto: Voodoo-Altar 08/D. Schwarz/Creat. Comm. Lic. 3.0/Wikimedia C.

Nubische Pharaonen

Nubische Pharaonen
Foto: Wufei 07/Public Domain/Wikimedia Commons

Gegenwartskunst aus Afrika

Gegenwartskunst aus Afrika
Nostra Immagine / Twice 25 & Rinina 25 / GNU-Fr. Doc. Lic.1.2 / Wiki. Com.

Ein kleines Souvenir vielleicht?!

Afrikas Musik